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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Thierische Orga.ne als Heilmittel.

Spermins (s. weiter unten) handle, sondern dass auch noch besondere „Fermente'in seinem (mittels Glycerin und Wasser extrahirten) Liquor testicularis das wirk-same Princip darstellen. — Es liegen nun einige physiologische Versuchsreihenmit Benutzung eines derartigen Glycerinextracts aus Thierhoden vor, welche inder That zu beweisen scheinen, dass für die Entwickelung von Muskelenergie derlängere Gebrauch jenes Extracts (subcutan) auch bei vollkräftigen jungen Männernunter Vermeidung jeglicher Suggestion von sehr günstiger Wirkung ist. Die Sug-gestion wurde dadurch ausgeschlossen, dass die betreffenden Versuchspersonennicht wussten, um was es sich handle, und was ihnen eingespritzt wurde, und zeit-weilig Hodenextract, zeitweilig wässrige Glycerinlösung erhielten. Die „Arbeit''wurde mittels eines Mosso'schen Ergographen registrirt: — sie stieg unter Hoden-extractinjection bis zu 50% der Controllarbeit. —

Aus den Hoden von Hengsten und Bullen stammt das „S p e rmiium h y d r o-chioricum (Poehl)". Es ist nach Poehl nicht, wie man früher glaubte, dasAethylenimin (C 2 HjNH), es soll auch mit dem Piperazin (s. S. 175) nichts zu thunhalien, sondern ihm soll die Formel C^H^N.» isomer dem Pentamethylendiaminzukommen. Es sei eine allenthalben (auch beim Weibe) im Körper vorkommendeBase, welche hier — wie auch ausserhalb des Körpers — als Sauerstoffüberträgerwirke. Sie soll ein Abbauproduct des Eiweissmoleküls sein und für die Vollständig-keit der Oxydation, zumal der Eiweisskörper resp. ihrer Abbaustoffe (Leukomame),von Wichtigkeit sein und dadurch Autointoxicationen verhüten. Sie kann mit P2O5— bei verminderter Alkalescenz des Blutes u. s. w. — in eine unwirksame Form,das amorphe Sperminphosphat, übergehen; dies gibt die z. B. im Sputum von Asth-matikern gefundenen CHARCOT-LEYDEN'schen Krystalle. — Ausserhalb des Körperswird metallisches Magnesium (in Pulverform) bei Gegenwart von Spermin in einerwässrigenLösungvonMetallchloriden zu Magnesiumoxyd umgewandelt, wobei deut-licher Spermageruch auftritt. Hier wie im Körper ist die Sauerstoffübertragungein rein katalytischer Vorgang und von der Menge des angewandten Spermins un-abhängig. Nach subcutanen Spermininjectionen soll die Quote des N im Ge-sammtstickstoffe des Harns, welche als Harnstoff erscheint, wesentlich gesteigertsein. Von anderer Seite ist angegeben, dass Thiere, welche Spermin erhalten haben,gegen Strychnin und Chloroform weniger empfindlich sind als nichtsperminisirte.Spermin wirke chemotaktisch, d.h. locke Leukocyten an den Ort der Injectionund erzeuge eine allgemeine gutartige Leukocytose.

Wenn man nun auch nicht übersehen darf, dass die oben mitgetheilten Auf-fassungen durch Thatsachen noch nicht genügend und allseitig gestützt und ge-sichert sind, so muss man doch auch zugeben, dass keine Beweise für ihre Unrichtig-keit vorliegen. Es bleibt dringend zu wünschen, dass eine unbefangene Prüfungdie eigentlich fast für alle Krankheiten angegebenen günstigen therapeutischenErfolge controllirt. Hiervon brauchte man sich durch die Thatsache nicht abhaltenzu lassen, dass die meisten Untersucher an gesunden Thieren keine „Wirkung"des Spermins (Poehl) haben beobachten können. Denn wenn es zutreffend ist,dass das Spermin unabhängig von der vorhandenen Quantität, rein katalytischwirkt, so könnte bei gesunden Thieren, d. h. bei normalem Spermingehalte derGewebe, die Zufuhr weiteren Spermins anscheinend wirkungslos bleiben. In Krank-heitsfällen wäre auch für passende Alkalisirung des Patienten zu sorgen, um denUebergang in das unwirksame Sperminphosphat zu vermeiden. Das Präparat,Sperminum hydrochloricum (Poehl) , ist im Handel in „ 2 °/oiger Lösung"zu haben (theuer!).

Medulla ossium bovis, Knochenmark. Zur Beförderung der Blutbildung,gegen perniciöse Anämie, Leukämie u. s. w. empfohlen. (Ebenso Milzextracte.)

Prostatadrüsen von nicht verschnittenem männlichen Schlachtvieh, gegenProstatahypertrophie.

Pankreas, bei Diabetes (?).