Jodothyrin.
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gesetzt, oder andere Gewebe sind vicariirend eingetreten: welchedieser beiden Möglichkeiten vorliegt, wird sich wohl nicht immer mitSicherheit bestimmen lassen. Dafür, dass ein Vicariiren möglich ist,sprechen zahlreiche Analogien und zumal die Thatsache, dass auchan der Glandula thyreo 'idea, welches Organ für die hier discu-tirten Fragen gerade ganz vorzugsweise in Frage kommt, eine Ersetz-barkeit sich zeigt: plötzlicheExstirpation der ganzen (gesunden) Thy-reoidea erzeugt ein schweres, sogar tödtliches Leiden (die Cachexiastrumipriva und Tetania strumipriva), während die langsam sich ent-wickelnde kropfige Degeneration und die spätere Exstirpation derganzen völlig degenerirten Drüse diesen Ausgang nicht zu bedingenbraucht.
Dass derartige Stoffe, welche uachgewiesenermaassen frappanteHeilerfolge erzielen können, auch schädliche Wirkungen entfaltenkönnen, wenn sie ohne Veranlassung oder in zu grosser Menge dar-gereicht werden, kann nicht auffallen.
Den ersten Platz unter den heute als Heilmittel angewandtenSchlacht-viehorganen nimmt die Glandula thyreoidea ein. Benutzt wurde haupt-sächlich die Schilddrüse vom Hammel, daneben auch vom Kalb,Ochs u. s. w. Der wirksame Bestandtheil scheint durch Baumann'sepochemachende Entdeckung jetzt charakterisirt zu sein. Es ist einejodhaltige Substanz.
Schilddrüse. — Jodothyrin.
Ueber die Schilddrüse haben die erste wichtige Auskunft Ex-stirpationsversuche gegeben, die freilich bei den einzelnen Thierartenverschiedenen Erfolg gehabt haben, die aber durch die Erfahrung beiMenschen im Wesentlichen bestätigt worden sind.
Es tritt nach Exstirpation der Drüse — wenn auch nicht immer —eine eigentliche Kachexie ein: eigenthümliche localisirte Krämpfe inbestimmten Muskeln, Zittern, steifer Gang, schliesslich allgemeineKrämpfe. — Die Erscheinungen setzen bisweilen wochen- und monate-lang aus, kehren jedoch, namentlich nach Fleischfütterung wieder, undführen fast stets zum Tod. Beim Menschen tritt in den Vordergrundder Erscheinungen mehr das sog. Myxödem, — Ablagerung einer eigen-thümlichen, schleimartigen Substanz im Bindegewebe, die wohl mit demColloid der Drüse in Zusammenhang gebracht werden kann — und eineeigenthümliche Intelligenzabnahme, dazu auch beim wachsenden Or-ganismus eine Abnahme der Knochenbildung. Zur Erklärung dieserErscheinung kann man entweder annehmen, dass im Körper Substanzen