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Thierische Organe als Heilmittel.
entstehen, welche die bezeichnete toxische Wirkung haben, und welchenormalerweise von der Schilddrüse unschädlich gemacht werden,oder aber dass die Schilddrüse bestimmte Substanzen aufsammelt,die dann von ihr zu einer wirksamen Substanz umgearbeitet werden, diespeciellen Zwecken im Organismus dient. Nun hat Baumann die epoche-machende Entdeckung von dem regelmässigen Vorkommen einer, wennauch kleinen Jodmenge in der Drüse gemacht. Es hat sich dann fernerherausgestellt, dass in der Schilddrüse zwei Eiweis8körper vorkommen,ein Nucleoproteid und ein „Thyreoglobulin", welch letzteres 6—9 Proc.Jod enthält, und aus der das BAUMANN'sche Jodothyrin als Kunstproducterhalten wurde.
Für die Auffassung der Function der Schilddrüse ist es vielleichtvon Interesse, dass das Thyreoglobulin des Embryo, welcher kein Jodaufnimmt, auch jodfrei ist. Da zudem, wie weiter unten ausgeführtwerden wird, nach Schilddrüsenfütterung verschiedene Vergiftungs-erscheinungen eintreten, so scheint von den beiden oben dargelegtenAuffassungen einstweilen diejenige eine grössere Berechtigung zuhaben,die der Schilddrüse eine entgiftende Function bei einem sonst im Körperverlaufenden Autointoxicationsprocess zuspricht.
Das Jodothyrin ist eine wohl mindestens 10 °/o Jod enthaltendeorganische Substanz, welche auch Phosphorsäure in organischer Formenthält und vielleicht ein Abkömmling (Spaltungsproduct) der Nuclei'n-säure ist. Leicht löslich in Alkalien, aus welcher Lösung sie durchSäuren gefällt wird; fast unlöslich in Wasser, schwer löslich in kaltemAlkohol. Zu 2—5 pro mille in der Drüse enthalten. Sie verträgt Siede-hitze, ohne an Wirksamkeit zu verlieren. Es ist bemerkenswert!!, dassbei den fast verschwindend kleinen Spuren von Jod, welche die Nahrungbietet, diese Drüse so beträchtliche Mengen Jod aufzunehmen und fest-zuhalten vermag. Jodkaliumdarreichung steigert bei Hammeln u. s. w.den Gehalt der Drüse an Jodothyrin.
Die Wirkung am Gesunden. Die wirksame Substanz wird vom Magenund nach subcutaner Injection prompt resorbirt. Bei massiger Einfuhr(pro Tag etwa 3—10 g Drüse, Wochen oder Monate hindurch, ent-sprechend zwischen 6 und 50 mg reinen Jodothyrins pro die) ist denmeisten Beobachtern in der Mehrzahl der Fälle neben Pulsfrequenz-steigerung nur Gewichtsabnahme, Verlust (vermehrter Umsatz) vonFett, gesteigerte Diurese (auch Schwitzen) aufgefallen. Zuweilen tratVermehrung des Organeiweissumsatzes ein, zumal bei höheren Gaben,die sich aber durch ausreichende Ernährung vermeiden lässt. BeiHunden dagegen, zumal wenn ihnen die Schilddrüse exstirpirt ist, ent-steht diese Vermehrung des N-Umsatzes sehr leicht (schon bei kleinen