Chlorsaures Kalium.
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werden Auflösungen von 2—8 °/o benutzt. Das Arzneib. f. d. D. E. hat einen Li-quor Alu minii aeetiei: 30 Thl. Aluminiumsulfat, 36 Thl. verdünnte Essig-säure, 13 Thl. Calciumcarbonat und 100 Thl. Wasser gemischt. Die von dem Nieder-schlag abgepresste und filtrirte Flüssigkeit ist klar und farblos, hat ein spec. Ge-wicht von 1,044—1,048, reagirt schwach sauer, riecht nach Essig und besitzt einenzusammenziehenden Geschmack. Die Lösung hat einen Gehalt von 7,5—8°/o (basi-schen) Aluminiumacetats und wird als antiseptisches und adstringirendes Mittelbenutzt (mit Wasser gemischt im Verhältniss von 1 : 2—5 als Adstringens).
Hier wären auch sämmtliche Adstringentien (s. diese), welche alle anti-bacteriell sind, aufzuführen.
Carbo ligin pulveratus, gepulverte Holzkohle. Käufliche Meilerkohle wirdin geschlossenen Gefässen erhitzt, bis sie keine Dämpfe mehr gibt, und nach demErkalten sofort gepulvert. Diese ist officinell; Carbo animalis, Thierkohle, istnicht officinell. Das Holzkohlenpulver ist (unter dem Mikroskope gesehen) aussplitterartigen, zackigspitzigen Stücken bestehend. Trockene Kohle absorbirtGase, desodorisirt u. s. w.; als Filter ist sie auch von antiseptischem Werthe; aberdie erstere Wirkung (Gasabsorption) ist im und am Organismus deshalb meistnicht benutzbar, weil dort die Kohle nicht trocken bleiben kann, und nass absor-birt sie keine Gase; letztere ist technisch wohl für Wasserfiltration, nicht aber anWunden u. s. w. anwendbar, so dass sowohl die innere Verordnung der Kohle beiMeteorismus, als auch ihre Anwendung als Verbandpulver von fraglichem Wertheist. — Als Zahnpulver ist die Holzkohle, wenn nicht sehr fein gepulvert, weil spitzigund splitterartig, mechanisch nicht ganz indifferent, bleibt zuweilen im Zahn-fleisch haften und täuscht Bleirand vor. (Innerlich 0,5—5,0.)
Kalium chloricum, Chlorsaures Kalium, K alium chlor a t r )
C10 :1 K.
Farblose, luftbeständige Krystalle (Tafeln des monoklinischen Systems), in16 Thln. Wasser löslich (6°/o), von kühlendem, herbem Geschmack. Explodiren,wenn sie mit Schwefel, Schwefelmetallen, Phosphor, Kohle oder trockener orga-nischer Substanz gepulvert, gerieben oder erschüttert werden; (Kaliumchlorat istneben Schwefelantimon oder Aehnlichem in den Köpfen der sog. schwedischenStreichhölzer enthalten, welche an den mit amorphem Phosphor präparirtenFlächen sich entzünden). Im trockenen Zustande leicht Sauerstoff beim Erhitzen etc.hergebend, ist Kalium chloricum in Lösungen widerstandsfähiger, wird aber vonputriden Substanzen zu Chlorkalium reducirt, wirkt also oxydirend, antiputrid.
Physiologische Wirkung. Bei leerem Magen sehr schnell, bei ge-fülltem langsamer resorbirt, geht fast das ganze eingeführte Kalium-chlorat unverändert durch den Organismus, der es hauptsächlich mitdem Harne ausscheidet. In Gaben bis zu 3,0 pro die gut vertragen,in grösseren zuweilen Magenstörungen verursachend, kann es bei Er-wachsenen in Gaben über 10,0 und 15,0, zumal wenn bei leerem Magengenommen und besonders bei kranken Nieren (wegen erschwerter Aus-scheidung), schwere Intoxicationen erzeugen (Kinder sind noch empfind-licher !); starker C0 2 -Gehalt des Blutes (verminderte Alkalescenz) leistender Vergiftung Vorschub. Die Hauptsymptome sind: livide Blässe,Collaps und Herzschwäche, Methämoglobinämie, Auflösung, Auslaugung
r ) Nicht zu verwechseln mit Kalium chloratum = Chlorkalium.