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AüTIFERMENTATIVA. AnTISEPTICA. DeSINPICIENTIA.
einer gewissen Zahl von Blutkörperchen (,,Schatten"-Bildung), Gefäss-verlegungen, Thrombosenbildung und davon secundär abhängig: Neph-ritis (Capillarthrombosen in der Grenzschicht); Blutkörperchen und Blut-körperchentrümmer, Methämoglobin und Hämatin im Harn; Milz-Schwellung in Folge von Anhäufung der Blutkörperchenreste, Icterus.Auch direct dem Blute zugefügt, lässt Kalium chloricum aus dem Blut-farbstoff das zum 0 2 -Transport fernerhin unbrauchbare Methämoglobinentstehen.
Der Blutkörperchenzerfall, die Umwandlung des Oxyhämoglobinsin Methämoglobin berauben den Körper der Möglichkeit, genügend 0 2aufzunehmen; der Zerfall der Blutkörperchen, die Blutgerinnung gefähr-den die Circulation in lebenswichtigen Organen (Herzhöhlen, Lungen-kreislauf, Nieren u. s. w.). In der Leiche sieht man sonst noch: diffuseBraunfärbung (Methämoglobin-Diffusion) der hellen Gewebe, Anämie;zerstreute Blutungen, zumal in der Magenschleimhaut, Lungen u. a.;sepiabraunes Blut, das theils in Thromben geronnen, theils schwergerinnbar ist.
Das Natrium chloricum wirkt ebenso giftig wie das Kaliumsalz.— Im Anfange einer Chloratvergiftung wird ein sehr diluirter Harnsehr reichlich gelassen (vergl. Kochsalz und Kaliumsalze). Später ent-spricht der Harn in Menge (bis zu Anurie) und Beschaffenheit dem Zu-stande der Nieren. — Welche der aufgeführten, durch die Chlorate be-dingten Schädigungen das schliesslich lebensvernichtende Moment ab-geben, lässt sich einerseits noch nicht völlig übersehen, und dürfteandererseits in den einzelnen Fällen je nach Geschwindigkeit des tödt-lichen Ablaufs u. s. w. verschieden zu statuiren sein: die Thrombosenwürden allenthalben zur Erklärung ausreichen; jedenfalls aber dürftedaneben die Ruinirung des Blutfarbstoffs und der rothen Blutkörper-chen und die hierdurch bedingte schwere Verminderung des innerenGaswechsels von hervorragender Bedeutung sein; wo der Tod früh, z.B.im Stadium des noch diluirten Harns, auftritt, sind die Nieren am letalenAusgange unschuldig; in Fällen schwerer Verlegung der Strombahnin der Niere oder bei consecutiver Nephritis mag diese Störung vielleichtoft schon für sich allein den Tod bedingen u. s. w.
Behandlung der Vergiftung: Prophylaxe: man gebe K. chlorie. innerlichmöglichst gar nicht, jedenfalls nicht bei leerem Magen, nur bei gesunden Nieren,stets vorsichtige Darreichung. Alkalisiren, d. h. Darreichung von Natrium bicar-bonicum bei eingetretener Intoxication.
Therapeutische Anwendung. Innerlich wird Kaliumchlorat vonManchen namentlich bei Diphtherie angewendet. Seine Wirkung hatman hier durch seine oxydirenden Eigenschaften zu erklären gesucht (?).Man rechnet 1 — 3,0 pro die. (Ph. Helv.: dos. m. spl.. 1 g, d. m. pro