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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Quecksilberchlorid, Sublimat.

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unter „Mercurialia". Es ist ein energisches Antisepticum: Lösungen

von ^20000 sind schon wirksam, ^1000 zuverlässig.

Seine Anwendung hierfür erfährt jedoch Einschränkungen: 1) durch seineGiftigkeit für den Menschen; 2) durch seine Löslichkeit in Salzlösungen und inFolge hiervon durch die Geschwindigkeit, mit der es aus Wunden u. s. w. ver-schwindet (d. h. resorbirt wird) und also den Kampfplatz verlässt; 3) dadurch, dasses mit dem Eiweiss des Wundgrundes, des Wundsecretes Albummate bildet;4) durch die grosseNeigung, sich mit Metallen zu amalgamiren, wodurch es einerseitsdie Metallgegenstände (Instrumente, Gefässe u. s. w.) verdirbt, andererseits hier-bei für die Antisepsis verloren geht. Bei Benutzung von Sublimatlösungen hatman Irrigatoren, Gefässe, Becken u. s. w. von Glas, Porzellan u. s. w. zu benutzen.Metallgegenstände sind nicht mit Sublimat zu desinficiren.

Die Pulververbände (Jodoform u. s. w.) können durch Sublimatnicht ersetzt werden. Wegen der Details der Anwendung des Sublimatsin der Chirurgie und Gynäkologie ist auf die Kliniken zu verweisen.

Die Sublimatvergiftung s. bei den Resolventien unter „Quecksilberpräparate".

Dos.: s. oben. Offic. sind: Pastilli Hydrargyri bichlorati. Siebestehenaus gleichen Theilen (je 1 J2 resp. 1 g) Sublimat und Kochsalz und sind mit rotherAnilinfarbe gefärbt; jede Pastille ist in schwarzes Papier mit der Aufschrift „Gift"(in weisser Farbe) eingeschlossen; zur extempore-Bereitung von Lösungen durchden Arzt; die rothe Farbe der Lösung soll vor Verwechslung warnen. (Ph. Helv.hat: Hydrarg. bichl. solutum s. Liq. mercurialis Van Swieten, 1 Subl., 100 Spiritus,900 Wasser).

Hydrargyruin chloratum, Calomel, Quecksilberchlorür,Mercurochlorid HgjCLj,ist z. B. auf Geschwüren, Condylomata lata (hier wohl specifisch) — weil allmäh-lich, vielleicht direct — d. h. soweit Calomel gelöst ist (Spuren) — Quecksilber-albuminat (vielleicht zunächst erst unter Benutzung von NaCl-Sublimat) bildend(s. Resolventia) — ebenfalls prompt antibacteriell und kann mit Vorsicht gelegent-lich benutzt werden. (Es erscheint noch zweifelhaft, ob es Mercuroalbuminategibt; Mercurialbuminate — wie von Sublimat gebildet — sind dagegen zweifellos.)

Zincum chloratum, Chlorzink, Zinkchlorid ZnClj; zerfliesslich (hygro-skopisch); in bis zu 9°/°iger Lösung nicht schmerzhaft; in 15°/oiger und stärkererLösung schmerzhaft, und in concentrirter Lösung stark ätzend und sehr schmerz-haft; ist als nicht genügend sicher antiseptisch nicht recht in der allgemeinenGunst geblieben. In 1 °/oiger Lösung zu Einspritzungen (zweimal tägl.) bei gonor-rhoischer Vaginitis empfohlen. In 20 "/oiger Lösung bei Diphtherie als Aetzmittelempfohlen.

Auch Zincum oxydatum (s. unter Adstringentien) ist als antiseptischesMaterial benutzt worden.

Chlor, Brom, Jod, — das erstere ein Gas, Brom eine Flüssigkeit (in Wasser1 : 30, in Alkohol sehr leicht löslich), das letztere, Jod, fest (in Alkohol und inwässrigen Jodidlösungen leicht, in reinem Wasser fast gar nicht löslich). Diesedrei Elemente haben grosse Neigung, sich mit den im Moleküle der organi-schen Substanzen enthaltenen Wasserstoffatomen zu verbinden, und wirken sooxydirend und zerstörend auf alles Organische, so auch auf das Protoplasma, undsind — Feuchtigkeit und Zugänglichkeit der Mikroorganismen vorausge-setzt — hierdurch auch antiseptisch. Chlor (s. unter Chlorkalk) wird daher zu des-mfectorischen Räucherungen benutzt (meist wegen ungenügender Feuchtigkeit inpraxi nicht wirksam); Brom ist zu desinficirenden Aetzungen in Lösungen (1 : 5bis 10 Alkohol z. B.) versucht und für Diphtherie empfohlen worden. Jod ist eben-falls (s. Jodoform) in statu nascendi sehr gut antiseptisch, sonst erst in Lösungenvon I/o aufwärts; unter Berücksichtigung seiner Flüchtigkeit und der über-