Aoidum carbolicum.
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findet sicli bei den Antigonorrhoicis das Wichtigste gesagt, währenddie Desinfection der Fäcalmassen von wesentlich rein hygienischem In-teresse ist.
Von besonderer Wichtigkeit ist das Verhältniss der Antiseptica zuden für den Organismus so bedeutungsvollen Enzymen. Die amnächsten liegende und auch experimentell wahrscheinlich gewordeneMöglichkeit, dass auch hier dieselben specifischen Differenzen bestehen,wie den „geformten Fermenten" gegenüber, eröffnet der Forschungneue und wichtige Bahnen.
Die Zahl der bereits als Bacteriengifte erkannten Substanzenist eine ziemlich grosse. Erstens eine Reihe von Metallsalzen, nämlichSalze des Quecksilbers, Silbers (von Wichtigkeit sind auch die organi-schen Silberverbindungen | s. unter Adstringentien] , die Eiweiss nichtfällen, Argentamin, Casei'nsilber), Zinks, Kupfers und Eisens; fernerdie ätzenden Alkalien, einschliesslich des Ammoniaks (und der Kali-seife), und die ätzende alkalische Erde: derAetzkalk; Jod, Chlor (resp.Aqua chlorata und Chlorkalk) und Brom; Jodtrichlorid; die Mineral-säuren (Schwefel-, Salz-, Salpetersäure); schweflige Säure; Schwefel-wasserstoff; Schwefelkohlenstoff; Kohlensäure; Borsäure; arsenigeSäure; Kaliumpermanganat. Aus der organischen Chemie: Ameisen-,Essig- und Milchsäure; Alkohol (am wirksamsten in Verdünnung mitgleicher Menge Wasser), Aether, Chloroform; Formaldehyd (Forma-linum); Jodoform; Blausäure; Senf öl; viele Körper der aromatischenReihe: Phenol, die Dihydroxybenzole, Kresole u. s. w.; Benzoesäure,Salicylsäure; Guajacol (resp. Kreosot); Thymol, Kampher, Naphtholeu. s. w., „Creolin", Aseptol; Anilin; Terpentinöl, Myrtol, Pfefferminzöl,Nelkenöl u. a. ätherische Oele; Chinin, Chinolin, Thaliin; Antipyrin,eine Reihe von Farbstoffen u. s. w.
Die meisten Antiseptica u. s.w. haben hervorragende sonstige Wir-kungen und sind an anderen Stellen dieses Buches aufzusuchen; nurüber einige sei im Folgenden berichtet.
Acidum carbolicum (Ph. Helv.: Phenolum), Carbolsäure,Phenol C B H fl . OH.
Das Phenol entsteht aus Benzol (C 6 H r ,), wenn ein Atom H durch die Hydroxyl-gruppe (HO) ersetzt wird; im reinen Zustande farblose Krystalle, welche leichtzerfliessen und an der Luft eine röthliche Farbe annehmen. Die (nicht offlc.)„rohe Carbolsäure", eine schwarzbraune, dickliche Flüssigkeit, von dem starkeneigenthümlichen Gerüche der meisten Destillationsproducte des Theers, enthältneben anderen aromatischen Stoffen (und Wasser) etwa 50 % Phenol. Die reineCarbolsäure ist in 15 Thln. Wasser löslich, sehr leicht löslich in Alkohol und fettenOelen; sie schmilzt bei 40-42° C, ist flüchtig, siedet bei etwa 180°. Der Name