Antifermentativa. Antiseptica. Desinficientia.
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widerstandsfähige Species schwerer vertilgbar als eine sonst resisten-tere. Verschieden ist auch die Zeit, welche z. B für die Desinfectionim gegebenen Falle zur Verfügung steht; — und gerade die Zeit spieltbei Antisepsis und Desinfection eine wichtige Rolle. Gleichwie manmit dem Finger durch die Flamme fahren kann, ohne sich zu versengen,so erfordert manches sehr wirksame Mittel — je nach Concentrationlängere oder kürzere — Zeit. Wo längere Zeit zur Verfügung steht,können die schwächsten noch wirksamen Concentrationen gewähltwerden; — und sie müssen in solchen Fällen gewählt werden, wenndie Oertlichkeit gegen stärkere Concentrationen empfindlich ist. Beimanchen Stoffen ist von einer gewissen stärkeren Concentration an,z. B. einer concentrirten Sublimatlösung, die erforderliche Zeit so kurz,dass wir von einer sofortigen Tödtung sprechen dürfen. Aber alsUniversalantisepticum und -desinficiens ist eine solche Lösung deshalbdoch nicht verwerthbar: denn auf grosse Wundflächen applicirt, würdesie local schwere Schädigungen veranlassen und überdies wegen ihrerVerbindung mit dem Eiweiss des Wundgrundes unwirksam werden,und endlich durch Resorption zu gefährlichen allgemeinen Intoxica-tionen führen; aber auch bei kleinen Wunden ist sie nicht universellausreichend, nicht dauernd schützend, — denn eben die Resorptionund ihre Bindung durch das Organeiweiss würde die schützende Sub-stanz sehr bald vom Platze verschwinden lassen, und für neu an-kommende Keime von Infectionsstoffen wäre die Bahn wieder frei,wenn nicht fortwährend neue Lösung zugeführt werden kann. Un-brauchbar ist eine solche Sublimatlösung auch zur Desinfection vonMetallgegenständen (Instrumenten etc.), da hier, zumal bei Silber,durch sofortige Amalgambildung — abgesehen vom Ruiniren derGegenstände — die desinficirende Wirksamkeit vermindert oder garaufgehoben wird. Und umgekehrt kann am und im Organismus durchmaterielle Veränderung eine Substanz ihre antiseptische Kraft gewinnen(Jodoform).
Aus den angeführten Thatsachen geht wohl hervor, dass Art undQualität der anzuwendenden Desinficientien im einzelnen Falle nachbacteriologischen Gesichtspunkten zu geschehen hat. Indessen habensich, zwar nicht für die mechanisch wirkenden (Kälte und Hitze etc.),wohl aber für die chemischen Desinfectionsmittel einige allgemeineGesichtspunkte ergeben, die auch für die Arzneimittellehre von allge-meinerer Bedeutung sind. Den Ausgangspunkt dieserVerhältnisse bildetdie jetzt zur allgemeinen Geltung gelangte physikalische Lösungs-theorie, nach der mit zunehmender Verdünnung Salze, Säuren undBasen in ihre Ionen dissociirt werden. — Für eine Reihe von Desinfi-