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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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ANTIFERMENTATIVA. AtJTISEPTICA.

Desinpicientia.(

sind im Stande, den Grad des Erfolges in diesem Kampfe an diesenMikroorganismen zu beobachten und zu controlliren. Wir wissenzahlenm'ässig, dass es zu ibrer Bekämpfung einer richtigen Dosirungdes Desinficiens bedarf, und dass insbesondere die Concentration,in welcher das Mittel einwirkt, von entscheidender Bedeutung ist. Esist nunmehr ferner festgestellt, dass die verschiedenen Bacterienartendenselben Mitteln gegenüber eine sehr verschiedene Widerstandsfähig-keit besitzen, und dass die eine Substanz mehr auf die eine, eine andereSubstanz mehr auf eine andere Mikroorganismenart schädlich einwirkt.Das gleiche Mittel schädigt die gleiche Bacterienart sehr verschieden,je nach der Natur des benutzten (oder in Frage stehenden) Nähr-bodens (z. B. ob er reich an Eiweiss ist, welches z. B. das Desinficiensseinerseits in Beschlag zu nehmen vermag, oder nicht). Sodann hat sichein sehr grosser Unterschied ergeben, je nachdem neben den Bacteriennoch Keime, endogene Dauersporen resp. Arthrosporen, vorhanden sindoder nicht; letztere sind wesentlich widerstandskräftiger. Es hat sichgezeigt, dass ein stärkeres Gift, resp. von diesem eine stärkere Dosis(resp. Concentration) nöthig ist, um bereits entwickelte Bacterien zutödten, als um deren Entwickelung resp. Vermehrung zu ver-hindern. So kann es also vorkommen, dass ein Stoff oder eine Con-centration zwar auf einer Wunde die Entwickelung pathogener Bac-terien verhindern kann — also „antiseptisch" ist —, aber weder diedort befindlichen Bacterien, geschweige denn deren Keime (Sporen) zutödten vermag, — also nicht „desinficirt". Oft wird man sich mit derantiseptischen Wirkung begnügen dürfen und auf die Anwendungdesinficirender Substanzen (oder Concentrationen) aus bald zu be-sprechenden Gründen verzichten müssen. Schon die bis hierher ange-führten Verschiedenheiten der therapeutischen Aufgaben und der Wider-standsfähigkeit der zu bekämpfenden Schädlichkeit u. s. w. lassenerkennen, dass wir je nach der Sachlage sehr mannichfacher antisepti-scher Maassregeln und Arzneien bedürfen, und dass an eine Beschrän-kung etwa auf ein einziges Universalmittel nicht zu denken ist. FolgendeGesichtspunkte und Erfahrungen werden diese Erkenntniss befestigen:Verschieden ist in den verschiedenen Fällen die Oertlichkeit, anwelcher zu desinficiren ist (ob am Patienten oder Tödten, ob auf Wun-den, — grossen, kleinen, Peritoneum, — oder im Magendarmcanal, oban Metallgegenständen, Wäsche, Betten u. s. w.); verschieden ist auchim einzelnen Falle die Gunst der Lebensbedingungen für einebestimmte Bacterienspecies und daher auch deren Widerstandsfähig-keit; verschieden sind in dieser Beziehung die Lebenserfordernisseder einzelnen Species und oft daher am selben Orte eine sonst weniger