Antifermentativa. Antiseptica. Desinficientia.
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zu 0,4 als antipyretisch, ersteres zu 0,75 als antineuralgisoh u. s.w. gezeigt. Nichtin Gebrauch.
Eucalyptus globulus (Labill.). In Europa ist man zuerst im Jahre 1864 durchLabii.lardiere auf diese in Vandiemensland vorgefundene Myrtacee aufmerksamgemacht worden. Die Kultur dieses rasch bis zu 20 m Höhe wachsenden Baumeshat sich im südlichen Europa sehr entwickelt. Die Blüthen und namentlich dieBlätter enthalten ätherische Stoffe, besonders das Eucaly pto 1, welchem man einefebrifuge Wirkung zugeschrieben hat. Das Eucalyptol soll im ThierexperimenteHerabsetzung der Körpertemperatur, Verlangsamung der Herzaction und Ver-kleinerung der Milz hervorbringen. Ein Antipyreticum ist Eucalyptus nicht; obdas Eucalyptol, wie behauptet wird, die Malariakrankheiten heilen kann, ist auchnoch nicht sicher.
Wenn die Gegenden, in welchen dieser Baum wächst, als mehr oder wenigerfieberfrei befunden wurden, so muss dieser Einfluss wohl dadurch erklärt werden,dass diese Bäume einen sehr grossen Wasserverbrauch haben (auch schnell wachsen)und ihren Standort so entwässern und also auch in etwas sumpffrei machen.Vielleicht verscheucht das Aroma die Malaria-übertragenden Stechfliegen.
Am meisten gebraucht wurde die (in Deutschland nicht offic.) TincturaEucalypti (Ph. Helv.: 1 Thl. Folia auf 5 Thl. Spirit.), eine braungrüne Flüssig-keit von aromatischem Gerüche. Man gibt sie in Dosen von 2—3 kleinen Ess-löffeln täglich.
Ueber die anderen Präparate von Eucalyptus liegen keine genügenden Erfah-rungen vor. Das ätherische Oel wird vielfach als antiseptisches und desinficirendesMittel, sowie für stimulirende Inhalationen empfohlen.
III. Gruppe.
ANTIFERMENTATIVA. ANTISEPTICADESINFICIENTIA 1 ).
Die rationelle Antisepsis und Desinfection ist neu: unter den Augendes heutigen Geschlechts entstand sie. Ihre Entwicklung war erstmöglich, seitdem man die Infectionserreger und ihre Biologie kennengelernt. Noch vor wenigen Jahrzehnten begnügte man sich oft damit,einen üblen Geruch zu beseitigen, und vermeinte, hierdurch schon das„Miasma" vernichtet zu haben; die Frage, ob zu erfolgreicher Des-infection es nicht eines bestimmten Massenverhältnisses zwischen Des-inficiens und der zu bekämpfenden Schädlichkeit bedürfe, war nochnicht aufgeworfen. In allen diesen Dingen sehen wir jetzt klarer. Wirwissen, dass bei der Bekämpfung jener Vorgänge es sich meist um dieBekämpfung verschiedener Species niederer Organismen handelt: wir
') Fermentwidrige, fäulnisswidrige und Bacterien in ihrer Entwickelung hem-mende, desinficirende, d. i. Infectionsstoffe und Bacterien überhaupt vernichtende,tödtende Mittel.