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Antipyretica.
erscheinungen auf: Stupor und Cyanose, letztere in Folge von Met-hämoglobinämie, zuweilen mit Leberschwellungen und Icterus; nachlängerem Gebrauch zeigt sich Anämie, — ähnlich wie nach Anilin;wie dieses ist es als „Nervinum" gegen Epilepsie u. s. w. angewendetworden und empfohlen, namentlich aber hat es sich analog dem Anti-pyrin als Anodynon bei Neuralgien u. s. w. bewährt. Es geht in denHarn mit Schwefelsäure und wohl auch Glykuronsäure gepaart, zumTheil als Acetylparaamidophenol, zum grössten Theile wie Anilin inForm einer mit Paraamidophenol gepaarten Aetherschwefelsäure über,— verliert also zum grossen Theil die Acetylgruppe.
Da bei dem Uebergange in, das Paraamidophenol vorübergehend,ebenso wie im Keagenzglase, aller Wahrscheinlichkeit nach Phenyl-hydroxylamin C,;H 5 NHOH (event. acetylirtes) entsteht, so ist dieseswohl für die Blutgiftigkeit des Acetanilid und der anderen Anilide ver-antwortlich zu machen.
Dosen: Am besten in Pulverform, pro dosi zu 0,25—0,5. Bei Kindern im erstenLebensjahre vorsichtig mit 0,01 beginnen. Notabene: Acetanilid hat etwas cumu-lirende Nerven- und namentlich Blutwirkung. Ad 0,5! ad 1,5 pro die! (Ph. Helv.:pro die 1 g.)
Das Formanilid scheint weniger bedenklich und als Antipyreticum undAnodynon mindestens ebenso nützlich zu sein, — muss indess erst noch weiter ge-prüft werden.
,CH 3
„Exalginum" C 6 H 5 . N<
C 2 H 3 0,
ein Acetanilid, in welchem das letzte H der
NSrGruppe durch CH3 ersetzt ist, ist nicht antipyretisch, aber brauchbares Ner-vinum. In Deutschland wenig in Gebrauch.
,,Phenocollum" unterscheidet sich chemisch vom Acetanilid dadurch, dass esstatt des Radicals der Essigsäure das der Amidoessigsäure trägt; es hat die Wir-kungen jenes, ohne die Blutkörperchenwirkung, ist aber nicht frei von herz-schwächender Einwirkung.
Phenacetinnm, Fhe.nac.etin, CjHsO.C^.NH.C^O. Es ist dies die (para-)Aethoxyverbindung des Acetanilids, in Wasser beinahe unlöslich, geschmacklos;wirkt im Wesentlichen wie Antifebrin, bedingt aber seltener Intoxicationen: ist inetwas grösseren Dosen als Acetanilid zu geben; hat sich als Nervinum und gegenGelenkrheumatismus seit seiner Einführung bewährt. Es verliert beim Durchgangedurch den Organismus die Acetylgruppe und geht theils als Phenetidin (Aethyl-äther des Hydroxyanilins [Amidophenols]), theils als mit Schwefelsäure und Gly-kuronsäure gepaartes Paraamidophenol in den Harn über. Ad 1,0! Ad 3,0 pro die!
„Methacetin", welches sich vom vorigen nur dadurch unterscheidet, dass esstatt der Aethoxy- die Methoxygruppe (CH3O-) trägt, ist wenig in Gebrauch ge-kommen.
Lactopheninum: ein Phenacetin, in welchem statt des Essigsäureradicalsdas der Milchsäure enthalten ist. Als Antipyreticum, Hypnoticum u. s. w. em-pfohlen. Zu 1,0. Gelegentlich Intoxicationen verursachend.
Citrophen und Apolysin, beide aus p-Phenetidin (s. oben) und Citronen-säure, ersteres mit 3, letzteres mit 1 Molek. Citronensäure dargestellt. Empfohlen.und zur Prüfung vorgelegt; wie das vorige.
Neurodin und Thermodin. Ersteres: Acetylparaoxyphenylurethan, letz-teres: Paraäthoxyphenylurethan (vergl. Urethan und Euphorin 8. 54) haben sich