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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Narcotica.

so lange das in den Zellen, Fasern u. s. w. aufgespeicherte Materialausreicht — eine absolute Anämisirung der betreffenden Organe sie, aufReizung ihrer Nerven in Action zu verfallen.

Unter den „Narcoticis" sind mehrere chemische Gruppen ver-treten.

Aus der anorganischen Chemie treffen wir als Sedativa die Brom-salze, innerhalb deren Molekül das Atom Brom der Träger der beruhi-genden Wirkung ist. Auch einige Zinkpräparate gelten als Sedativa(s. diese bei den „Adstringentien"). Das Stickstoffoxydulgas ist je nachder Anwendung ein Narcoticum im ursprünglichen Sinne des Wortsoder ein allgemeines Anästheticum.

Aus der organischen Chemie sind zunächst Körper aus der Methan-reihe zu nennen; die Kohlenwasserstoffe, zumal aber die Hydrate undPolymeren der Aldehyde, viele Alkohole und Aether, sowie namentlichihre Chlor- und Bromderivate haben brauchbare Mittel geliefert, wäh-rend die Säuren meist ganz wirkungslos sind.

Manche dieser Stoffe, wie der Alkohol, haben eine so ausgesprochen„excitirende" Wirkung, dass wir sie unter den Excitantien abhandeln:übrigens wurde der Alkohol in alten Zeiten, als man noch nicht Chloro-form oder Aether zur Verfügung hatte, als Betäubungsmittel bei Opera-tionen vielfach benutzt.

Für die betäubenden Körper der Methanreihe (Alkohol, Chloroform,Aether u. s. w.) und einige andere Stoffe ist es sicher von Bedeutung,dass sie in den Fetten, Cholesterinfetten, Lecithin u. s. w. löslich sind,und so z. B. von den rothen Blutkörperchen ganz in Analogie zumSauerstoff expedirt und in den Ganglienzellen untergebracht werdenkönnen. Es fragt sich nur, ob der wesentliche Theil der Ganglien-zellenfunction an diese Fette, Lecithin u. s. w. gebunden ist oder andas „Protoplasma", Nuclemsubstanzen. Andererseits ist die Aufnahms-fähigkeit letzterer für Chloroform u. s. w. nicht genügend studirt undder Theilungscoefficient zwischen ihnen und Fetten für Chloroform u.s.w.gänzlich unbekannt. Wenn ferner auch zuzugeben ist, dass um so mehr(z. B.) Chloralhydrat an die Hirnfette gehen wird, je weniger dasWasser des Blutes und der Gewebe jenen Stoff gelöst festhält, so kanndoch allein vom Theilungscoefficienten des Chloralhydrats für Fett unddestillirtes Wasser seine Wirksamkeit nicht abgeleitet werden, wiedies versucht worden ist.

Von einigen Nitriten und Nitrokörpern der Methan- und anderernäherstehenden Gruppen (Amylnitrit und Nitroglycerin) wird zuerstausschliesslich des vasomotorischen Centrums Action geschwächt, sodass sie als Betäubungsmittel dieses Centrums benutzt werden, wäh-