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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Einleitung. 3

auch erfahren, welche sonstigen therapeutischen und welche physiologi-schen oder toxischen Wirkungen die betreffende Substanz auf denKörper ausüben kann. In einzelnen Fällen wird er sich überzeugenkönnen, dass die physiologischen und toxischen Wirkungen, welche nurgraduell verschieden sind, mit der therapeutischen zusammenfallen, inanderen Fällen wird er diesen Zusammenhang wegen Unzulänglichkeitunseres Wissens noch vermissen.

Es entsprechen, bis zu einer gewissen Grenze, in sich die Indica-tionen durchaus dem, was über die physiologischen Wirkungen zu er-mitteln wäre, und wenn die physiologischen Wirkungen der Mittelvollkommen erforscht und namentlich die Indicationen allenthalbenklar formulirbar wären, so würde die Eintheilung nach Indicationenzusammenfallen mit der Eintheilung nach physiologischen Wirkungen.Diese letzteren hätte der Physiologe ermittelt, und sie würden dem Kli-niker ohne Weiteres die Möglichkeit liefern, die gestellten Indicationenzu erfüllen. Die Erstrebung dieses Zieles ist das Gegenstück zu demGedanken, die klinische Pathologie zu einer klinischen Physiologie aus-zubilden. Vorläufig ist aber die Eintheilung unseres Lehrstoffes nachden physiologischen Wirkungen für den Lernenden unbequem; gerade-zu verwirrend aber wäre die nur für Fachpharmakologen brauchbareEintheilung nach toxikologisch-pharmakologischen Gesichtspunkten,d. h. nach Wirkungen, von deren Existenz der Leser erst durch dasStudium des Buches Kenntniss erhalten soll.

Während wir bisher nur die Wirkungen der Mittel für die Anord-nung des Lehrstoffs ins Auge fassten, die Substanz des Mittels selbstaber unberücksichtigt Hessen, haben einige Autoren die Arzneimittelnach ihrer chemischen, physikalischen, naturhistorischen Bedeutungund Abstammung zusammengestellt, andere sie in einfach alphabeti-scher Reihenfolge abgehandelt. Ein solches Verfahren ist für gewisseZwecke ganz passend; für unser Lehrbuch aber halten wir am thera-peutischen Eintheilungsprincip fest; hierbei sind freilich manche kleineWiederholungen und Zurückverweisungen Unvermeidlich, da sehr vieleMittel mehreren therapeutischen Indicationen genügen — (von wider-sprechenden Auffassungen der Autoren ganz zu schweigen, die dieUnterbringung einer Substanz hier wie bei jedem biologischen Ein-theilungsprincip oft willkürlich werden erscheinen lassen).

II. Die Verwerthung der Arzneimittel und die verschiedenen Arten der

Arzneiwirkungen.

Manche Substanzen wirken nur physikalisch: das Heftpflaster,weil es klebt; Penghawar Yambi, weil es wegen seiner filzigen Be-