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oder gestreckten, einfachen oder zusammengesetzten Körnernbegleitet.
Aufser der Stärke enthalten die Zellen noch Zucker unddas Coffeinkolatannat in Lösung und bei den roten Sameneinen roten Zellsaft. Besonders die Bandschichten führenhier viel roten Zellsaft, die mittleren Partion weniger. Stetsfinden sich neben roten farblose Zellen. Es scheint fast, alsob gewisse Zellen reicher an Coffeintannat sind als andere,denn man findet, wenn man einen Schnitt durch frischeKotyledonen (ich verdanke Th. Christy & Co. frische Kola-nüsse) in Osmiumsäure legt, dafs regellos verteilte Zellendes Grundgewebes sich tiefer färben als die übrigen.
Sehr leicht läfst sich das Coffein in dem Kotyledonar-gewebe mikrochemisch nachweisen. Legt man einen Schnittin konc. Salzsäure und erhitzt diese, so färbt sich der Schnittsofort rotbraun. Fügt man nun zu dem Schnitte einen Tropfen3proz. Goldchloridlösung, schiebt den Schnitt bei Seite undläfst den Tropfen eintrocknen, so schiefsen vom Eande her diecharakteristischen, zu baumartigen Gebilden vereinigten Coffein-Golclchloridnadeln an (Fig. 44). Der Versuch gelingt auchohne Erwärmen. Erhitzt man einen Schnitt mit einemTropfen Kalilauge und läfst nach Beiseiteschieben des Schnittesden Tropfen eintrocknen, so kristallisieren feine isolierteNädelchen von Coffein aus (Fig. 45).
Der Coffeinkolatannat, eine Verbindung des Coffeins mit demKolatannin (C 6 H 3 (CH 3 ) (OH) 3 — CO.O - C 6 H 3 (CH 3 ) (OCH s )(OH) 2 ist eine sehr leicht durch in der Kolanufs enthalteneFermente bei Luftzutritt in Gegenwart von Wasser zersetzlicheVerbindung. Durchschneidet man eine frische Kolanufs, sofärbt sich der anfangs farblose (oder rötliche) Querschnittschon nach wenigen Minuten rotbraun, ganz ähnlich, wieich dies bei frischer Chinarinde beschrieben habe. Es geschiehtdies unter Spaltung des Coffeinkolatannates und Bildung vonKolarot. Diese Spaltung erfolgt auch beim Trocknen derKolanüsse, wobei sich dieselben kaffeebraun färben. Sie kannverhindert werden durch Einlegen in Glycerin oder Erhitzenauf 65 ° oder Einlegen in siedenden Alkohol. Durchschneidetman eine frische Kolanufs unter Glycerin oder bringt frischhergestellte Schnitzel von frischer Kola direkt in siedendenAlkohol, so färbt sich die Schnittfläche nicht rotbraun, sondernbleibt farblos (oder rötlich), auch wenn man sie nachträglichaus dem Medium herausnimmt und an der Luft liegen läfst.Bringt man eine frische Kolanufs in Wasser von 65 ° undläfst sie darin eine halbe Stunde, so kann man sie dannnach dem Herausnehmen durchschneiden, ohne dafs dieSchnittfläche sich rotbraun färbt. Alles dies deutet darauf,dafs bei der Eötung ein Ferment im Spiele ist.
In kaltem Alkohol lassen sich die Kotyledonen nichtunverändert konservieren, sie werden bald rotbraun; auchFormol wirkt nicht viel besser.
Beim Absterben der Zellen gelegentlich des Trocknensder Früchte dringt das Kolatannin in die Membranen derZellen und diese färben sich durch Kolarot gelbrot. Soerscheinen denn die Membranen aller Kotyledonarzellen bei
der Droge gefärbt und geben mit Eisenchlorid Gerbstoff-reaktion. Der krautige, stark adstringierende und etwasbittere und unangenehme Geschmack des frischen Samenkernsmacht beim Trocknen einem angenehmen, cacaoartigen,aromatisch-bitterlichen Geschmacke Platz. In feuchtes Gutta-perchapapier gewickelt, hielten sich die Samen in verschlossenerBlechkapsel wochenlang frisch. Ich habe von Th. Christymir gütigst gesandte frische Samen ohne Schwierigkeit sogarzum Keimen gebracht. Die daraus erzogenen Pflanzen ent-wickeln sich langsam aber normal.
Auch Theobromin - Kolatannat ist in der Kola enthalten.
Eingebettet in das Stärke und Coffeinkolatannat führendeGrundgewebe der Kotyledonen finden sich nicht eben sehrzahlreiche Gefäfsbündel; auf der konvexen Aufsenseite etwa12 in seichtem Bogen angeordnete gröfsere, auf der mehroder weniger flachen Innenseite eine Anzahl zarterer (Fig. 22).Die gröfseren derselben (Fig. 42) zeigen einen eigenartigenBau. Die Gefäfse sind nämlich bei ihnen radialstrahligangeordnet. Von einem centralen Punkte strahlen bis zehnEeihen Gefäfse aus, der Siebteil liegt peripher und ist oftstark obliteriert (sb, Fig. 42).
Die Zahl der Kotyledonen beträgt bei derHandelskola und bei der Cola acuminata (Hort,bog.) in der Eegel zwei. Ich habe bei Durchmusterung einesgrofsen Materiales so gut wie ausnahmslos diese Zahl kon-statiert. Es kommen aber auch drei vor. Oftmals ist einer derKotyledonen gröfser als der andere. Fast ausnahmslos istdie innere Begrenzungsfläche, mit der die Kotyledonen aufeinander liegen, gekrümmt (Fig. 16, 18, 19, 20, 21, 22). Ander Begrenzungslinie der beiden Kotyledonen läuft entwederdicht an derselben streichend (x, Fig. 20), oder etwas davonentfernt (x x , Fig. 20) ein 1 mm breiter, brauner Streifen, dersich gegen die Basis des Samens, wo die Eadicula liegt, auf2 mm verbreitert und gegen die Samenspitze hin verschmälert.Derselbe giebt den frischen Samen ein höchst charakteristischesAussehn (Fig. 20), ist aber an den trockenen fast gar nichtmehr zu sehen. Er hebt sich wenigstens nur undeutlichvon der übrigen Kotyledonaroberfläche ab (Fig. 16 u. 19), dabeim Trocknen das Ganze braun wird. Der braune Streifenbesteht aus stark gebräunten Zellen, die durch eine Kork-schicht gegen das übrige Gewebe abgegrenzt sind. Die Gröfseder Samen wechselt aufserordentlich (Fig. 16, 18, 19). Ichbesitze solche von 45 mm Länge neben solchen, die nur20 mm messen. Zum Teil mag dies daher kommen, dafsSamen verschiedenen Eeifegrades in der Droge sich finden,dann aber auch, dafs die Gröfse der Samen selbst wechselt,vielleicht auch bei vera und acuminata verschieden ist. DieForm der Keimlinge wechselt auch aufserordentlich. Diebeiden häufigsten Formentypen sind die ovale (Fig. 19) unddie breite (Fig. 16). Zwischen ihnen finden sich aber allemöglichen Zwischenformen.
Betrachtet man den Keimling von unten (Fig. 20), sosieht man, dafs rechtwinklig zu der Spaltfläche der Kotyledonennoch ein zweiter Spalt an der Basis des Keimlings sich findet