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Der anatomische Bau der reifen Samenschale ist beiCola acuminata (Hort, bog.) folgender. Zu äufserst liegt eineeinreihige Epidermis (Ep, Fig. 35 u. 36, i). Dann folgt einreich durchlüftetes Parenehym (Fig. 35 u. 3G, 2) und dann dieGefäfsbündel führende Schicht (Fig. 35 u. 30,3). Die Epidermisbesteht aus etwas radial gestreckten Zellen, die, von derFläche betrachtet, geringe Streckungen zeigen (Fig. 36, l),das durchlüftete Parenehym läfst grofse Interzellularen er-kennen (Fig. 36,2), die Gefäfsbündel führen Hing-, Spiral-und Leitergefäfse (gf, Fig. 36). Nach Innen zu wird dieSamenschale abgeschlossen durch eine eigenartige Schicht(Fig. 35 u. 37, 4 u. £>), von der man im Zweifel sein kann,wozu sie gehört. Dafs die äufseren Partien 1—3 derSamenschale aus dem äufseren Integumente hervorgehen, istklar. Ob aber diese innere Schicht aus der inneren Epidermisdes äufseren Integumentes oder aus dem inneren Integumentehervorgeht, konnte nur die Entwicklungsgeschichte lehren.
Wie oben erwähnt, besitzt das Ovulum zwei Integumente(Fig. 8 u. 10). Das innere ist von vornherein schmal undschliefst nur selten über dem Nucellus zusammen. Dasäufsere ist breit und dick. Leider fehlten mir ganz jungeStadien des Samens. Untersucht man aber einen unreifenSamen, dessen Durchmesser 3—5 mm beträgt, so findet manvon dem zweiten Integumente nichts mehr. Es mufs alsofrühzeitig zu Grunde gehen. Jedenfalls beteiligt es sieh nichtam Aufbaue der Samenschale. Bei einem Samen von 3 mmDurchmesser grenzt die junge, aus dem äufseren Integumentehervorgegangene Samenschale (ss, Fig. 35 a) unmittelbaran das mächtig entwickelte Nucell arge webe (Nuc, Fig. 35 a).Zwischen beiden liegt nichts. Auch noch Samen von 10 mmDurchmesser zeigen an der inneren Grenze der Samenschalenur eine normale Epidermis. Erst an dem reifen oder nahezureifen Samen findet man hier eine sehr merkwürdige Bildung.Löst man bei diesem das die Samenschale innen auskleidendeNucellargewebe (Perisperm) ab — es läfst sich als eine zu-sammenhängende Haut leicht abziehen —, so sieht man aufder Innenseite der Samenschale dunklere Flecke und wennman dieselben auf Quer- und Flächenschnitten betrachtet, sofindet man, dafs sie aus zwei verschiedenen Zellformen be-stehen : kleinen, kurzen, verdickten und getüpfelten, sclereiden-artigen Zellen (Fig. 35 u. 37,4) und grofsen, oft schlauch-artigen, gestreckten oder verbogenen Zellen mit relativdünner Wand (Fig. 35 u. 37, s). Die letzteren schliefsenniemals zu zusammenhängenden Verbänden zusammen (Fig. 37),sondern bilden ein Geflecht durch einander geschlungener Säcke,das nesterartig sich zwischen Samenschale und Nucellargewebeeinschiebt und oft gebräunten Inhalt führt. Die kurzen,sclereidenartigen Zellen bilden bisweilen zusammenhängendeGruppen (Fig. 37), oft liegen aber auch sie isoliert. So weitich aus meinem nicht ganz zureichenden Materiale ermittelnkonnte, gehen beide Gebilde aus der inneren Epidermis desäufseren Integumentes hervor. Sie bilden jedenfalls einsehr charakteristisches Element der Samenschale des reifenSamens. Die Samenschale enthält also aufser diesen eigen-
artigen „Flecken" verdickter Zellen keinerlei mechanischeElemente. Sie ist daher im frischen Zustande weich undbiegsam, im trockenen brüchig.
Innen ist nun die Samenschale ausgekleidet von einerkontinuirlich herumlaufenden, ziemlich dicken hellen Haut.Diese ist der Eest des Nucellargewebes, also als Perispermanzusprechen Sie besteht (Fig. 35, Nuc) aus sehr zartenZellen, die beim jungen Samen (Fig. 35 a, Nuc) reichlichStärke führen und noch oft einen Zellkern erkennen lassen.Zwischen dieselben sind bisweilen Schleimzellen eingestreut(Seh, Fig. 35 a). Bei ganz jungen Samen ist die Schicht oftvon grofser Mächtigkeit und erfüllt das ganze Innere desSamens bis auf eine kleine centrale Höhlung, in der derEmbryosack liegt. Bei diesen ganz jungen Samen liegt dasPerisperm der Samenschale ziemlich fest an. Wohl aberbildet der Embryosack hier ein leicht herauszulösendes,sackartiges Gebilde. Beim reifen Samen ist der Perispermrestrelativ schmal (Fig. 35) und die inneren Schichten sind starkzusammengefallen, obliteriert. Die Randschicht des Perispermsbesteht aus etwas derberen Zellen (Fig. 35 u. 38, g), die meisteinen bräunlichen Inhalt führen. Die darauf folgende Schicht,die auch beim reifen Samen noch manchmal Stärkereste auf-weist, besteht aus zarten, oft reihenartig angeordneten Zellen(Fig. 35 u. 38,7).
Der Keimling entwickelt sich ziemlich spät. Bei seinerEntwickelung braucht er das Embryosackgewebe vollständigauf, so dafs er unmittelbar an das Perisperm angrenzt.
Der (bei Cola vera und acuminata [Hort. bog.J)aus zwei derben fleischigen Kotyledonen, einerzarten Plumula und einem kegelförmigen Würz ei-chen bestehende Keimling bildet die grofse Kolades Handels, die frisch entweder eine gelblichweifse oderlebhaft kirschrote, trocken eine kaffeebraune Farbe besitzt.In ein und derselben Frucht finden sich weifse und rote Sa-men. Letztere scheinen die reiferen zu sein. Die grofsensind fast immer rot.
Die beiden Kotyledonen, die bei der Droge entwedernoch zusammenhängen oder aus einander gefallen sind, sindsehr einfach gebaut. Sie sind beiderseits von einer zusammen-hängenden Epidermis bedeckt, die an der Aufsenseite derKotyledonen aus derben, radial gestreckten Zellen besteht(Ep, Fig. 39), die, von der Fläche betrachtet (Fig. 40, Ep),ziemlich kleinzellig erscheinen und bei starker Vergröfserung(Fig. 41) eine deutliche Tüpfelung der Seitenwände erkennenlassen. Die Epidermis der Innenseite der Cotyledonen, d. h.der Seite, mit der dieselben auf einander liegen, bestehtaus mehr quadratischen, zarteren Zellen. Die Zellen desGrundgewebes sind rundlich und parenehymatisch (Fig. 39,40, 42) und dicht mit Stärkekörnern erfüllt.
Die Stärkekörner (Fig. 43) sind gestreckt eiförmig,rundlich oder keulenförmig, bisweilen mit einem Spalt ver-sehen, oft deutlich geschichtet. Der Kern liegt am breiterenEnde. Die grofsen messen 18—28 mik im Längsdurchmesser,die kleineren 5 —10 mik. Sie werden von kleineren rundlichen