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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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welches reichlich von grofsen Schleimzellen durchsetzt ist. DerEand und die Epidermis der Unterseite tragen zahlreiche Stern-haare (t, Fig. 6), einige liegen auch auf der Oberseite. DerartigeSternhaare finden sich bei beiden Colaarten auch auf dem Frucht-knoten (Fig. 7, 8), an den Filamenten und spärlich auch anden Antheren, besonders reichlich aber an den der Corolleentsprechenden Wülsten zwischen den Sepalis und demStaminalkreise (x, Fig. 6). Schleimzellen, bisweilen auchSchleimhöhlen, finden sich aufser in dem Kelch auch in denFilamenten und im Blütenstiel.

Die fünf Fruchtknotenabteilungen werden von jeeinem Carpell gebildet (cp, Fig. 7 u. 8), welches an derBauch- oder Innenseite zusammenschliefst, ohne daselbst mitden Bändern fest zu verwachsen (Fig. 8, x). An der Baueh-naht sitzen zwei Boihen von Ovulis, fünf bis sieben in jederReihe über einander (ov, Fig. 6), so dafs also 1014 Samen-anlagen auf jedes Carpell entfallen. So war es wenigstensbei Cola acuminata.

Das Carpell besteht aus zartem Farenchym, in welchem,der Mittelrippe entsprechend, ein grofses Bündel (gfb, Fig. 8)liegt. In den Seiten finden sich dann kleinere Bündel oderProkambiumstränge. Die Epidermis trägt Sternhaare in ver-schiedenen Stadien ihrer Entwickelung (ta, tb, tc, td, te, tfFig. 8), die, wenn voll entwickelt, oft bis achtstrahlig werden.Die Ovu la sind anatrop und besitzen zwei Integumente (Fig. 8tl 10). Das innere Integument (ii, Fig. 8, 10) bleibt stetsstark zurück und schliefst nur selten über dem Nucelluszusammen. Es ist drei bis vier Zellenreihen dick. Das äufsereIntegument (ia, Fig. 8 u. 10) ist, wie dies die Begel bei denanatropen Ovulis bildet, mit dem Funiculus so vollständigverwachsen, dafs eine Trennungslinie nur an der Spitze desOvulums zu erkennen ist. An der entgegengesetzten Seitedes Ovulums dagegen tritt das äufsere Integument kräftighervor, greift über das innere Integument und den Nucellusherüber und bildet einen schmalen Mikropylarkanal (Fig. 10).Es besteht aus fünf bis sechs Zellreihen.

Jedes Carpell läuft an der Spitze in eine lange, schmale,an der Basis nach unten gekrümmte fingerförmige Narbeaus (Na, Fig. G), die sich aufsen an das Carpell anlegt (Fig. 2bis 4). Die Ausbildung der Narbe bildet nun einen wesent-lichen Unterschied zwischen Cola acuminata und vera. Bei derletzteren ist sie nämlich nicht fingerförmig, sondern breit schild-förmig (Fig. 5), allerdings auch am Carpell aufsen herablaufend.

Die Entwickelung des Fruchtknotens zur Frucht gelltnun in der Weise vor sich, dafs die Carpelhvand zur Frucht-wand, die Ovula zu Samen werden. Doch abortiert stetseine gröfsere Anzahl der letzteren (abov, Fig. 12), so dafs diereife Frucht in jeder Balgkapsel nie 1014 Samen enthält)sondern eine viel geringere Zahl, bisweilen nur zwei. Diefünf Carpelle gelangen auch nur selten alle zur Entwickelung(Fig. 11, die beiden vorderen sind abgeschnitten). So war esbei Cola acuminata (Hort. bog.).

Oft abortieren eines oder mehrere der Carpelle, so dafsnur zwei bis vier, bisweilen sogar nur eine Balgkapsel reif

wird. Die anfangs aufwärts gerichteten Carpelle logen sich aus-einanderspreizend horizontal nach aufsen um und bildendie Balgkapseln schliefslich einen um einen Punkt gestelltensternförmigen Kranz (Fig. 11). Die der Narbe entsprechendeSpitze der Carpelle erscheint schon bei den jungen Früchtenhakenförmig nach unten gekrümmt (X, Fig. 11) und auchdie reife Frucht zeigt eine terminale, umgekrümmte Spitze(X, Fig. 15). Zu dieser hin läuft auf der einen Seite eineRinne, auf der anderen eine Leiste.

Die reifen Balgkapseln (Balgfrüchte) sind sehr verschiedengrofs. Ich fand bei Cola acuminata (Hort, bog.) solche von67 cm Länge. Sie sind tief braun, gestreckt länglich, aufsenbuckelig. Die Fruchtschalo ist ziemlich dick (circa 37 mm)

Die Anatomie der Fruchtschale von Cola acuminataist einfach. Sie ist von einer einreihigen Epidermis bedeckt(Ep, Fig. 31). Dann folgt ein ziemlich derb wandiges, dichtes,bisweilen Oxalat führendes Parenchym (Fig. 31), in dem dieGefäfsbündel (gfb, Fig. 32) ziemlich unregelmäßig streichen undin welchem, regellos verteilt, sich zahlreiche grofso Schleim-zollen finden (Seh, Fig. 33). Dieselben sind rundlich oder ovalund oft so grofs, dafs sie auf dem frischen Querschnitt als kleine,lichte Tröpfchen erscheinen. Sie sind aber auch bisweilenschlauchartig gestreckt. Stets zeigen sie deutlich entwickelteSchleimmembranen, und zwar gewöhnlich lokale Schleim-membranverdickungen, die oft als lange Zapfen in das Lumenhineinragen und sich beim Präparieren gesondert herauslösenlassen. Sie zeigen deutliche Schichtung und gegen die primäreMembran hin Körnelung. Die inneren Partien der Frucht-wand sind reicher durchlüftet (Fig. 34). Das ganze Gewebeenthält Gerbstoff. Die Sternhaare, welche den Fruchtknotendicht bedecken (Fig. 8), fallen frühzeitig ab, so dafs die reifeFrucht unbehaart erscheint.

Mit der Samenschale ist die Fruchtwand oft aufweiteStrecken hin verwachsen, so dafs sich die Samen samt Schalemeist nur schwierig und nur unter Verletzung der Fruchtwandaus dem Fruchtfache herauslösen lassen. In den mir zurVerfügung stehenden Früchten von Cola acuminata (Hort, bog.)waren zwei bis sechs Samen vorhanden.

Die Samen sind von einer dicken, oft 12 mm starkenfrisch weifsen, getrocknet braunen Samenschale bedeckt.Einen Arillus habe ich nicht beobachtet. Offenbar hat mandas weiche Perisporm dafür gehalten. Auchweifses, dieSamen umhüllendes Fruchtfleisch" habe ich nicht beobachtet.Wahrscheinlich ist die Samenschale dafür angesehen worden.Die Form der Samen wechselt sehr und wird vielfach durchden verfügbaren Raum bestimmt. Denn da die Samen engauf einander liegen, so platten sie sich gegen einander ab.Im allgemeinen ist die Form eine rundliche gegen dieFruchtschale hin, eine abgeplattete gegen den benachbartenSamen hin. In jeder Frucht sind gröfsere und kleinere Samenvorhanden, reife rote und unreife gelblich weifse. So schwerder Same sich samt Schale aus der Frucht herauslösen läfst, soleicht lösen sich die Samenkerne aus der Samenschale heraus.Schon beim Durchschneiden der Frucht fallen sie oft heraus.