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Das entwickelte Rhizom von Aspidiuru filix raas, dasbisweilen eine Länge von 30 cm und mehr erreicht (keineuropäischer Farn bildet ein gleich mächtiges Rhizom) liegtschräg, nicht horizontal im Boden (Fig. 1), wie man sichleicht auch noch an der Droge überzeugen kann, wenn mandas ganze Rhizom der Länge nach halbiert. Nur der hintersteälteste Teil des Ehizoms ist bisweilen horizontal oder gar,in umgekehrter Richtung aufwärts gekrümmt. Die an derOberseite des Rhizoms liegenden Blattstiele streben gerade auf-wärts, die seitlichen biegen sich in seichtem Bogen nach oben,die unteren krümmen sich stark um das Rhizom herum.Aus ihrer negativ geotropischen Vertikalstellung ist dieRichtung des Rhizoms im Boden auch bei der Droge nochzu erschliefsen. Alljährlich stirbt das Blatt und der obereTeil der Blattstiele ab und es bleiben nur die ange-schwollenen Wedelstielbasen zurück. Dieselben folgen alsdannnoch einige Jahre dem weiteren Wachstume des Rhizoms undsterben dann mit diesem ab. Sie sind stets wie echteReservebehälter mit Reservestoffen (Stärke, Öl) erfüllt. Be-sonders an der morphologischen Unterseite des Rhizoms findensich, zwischen den Wedelstielbasen hervortretend, zahlreicheschwarzbraune Wurzeln (Fig. 1). Besonders an der Spitze desRhizoms, aber auch, wennschon in geringerer Menge, an denweiter zurückliegenden Teilen finden sich reichlich brauneFaleae oder Spreuschuppen (Pa, Fig. 1), die die jüngstenmeristematischen Teile vollständig umhüllen und an denWedeln oft weite Strecken hinaufrücken. Von den älteren Teilensind sie meist abgefallen. Immerhin findet man sie bei derDroge, auch wenn dieselbe nur aus Wedelstielbasen besteht,noch reichlich, besonders an der eingekrümmten Innenseiteder letzteren. Wie weiter unten gezeigt wird, sind dieselbenvon diagnostischer Bedeutung.
Die Ansatzstelle der Wedelstiele ist schmal. Oberhalbderselben verdicken sich dieselben rasch bauchig und ver-schmälern sich dann allmählich wieder in den eigentlichenlangen und dünnen Wedelstiel. Die bauchig erweiterteBasis der Blattstiele ist der Hauptsitz der wirk-samen Bestandteile. Die Wedelstielbasen (Fhyllopodien)pflegen in der Droge mehr oder weniger hornartig gekrümmtzu sein. Sie sind aufsen glänzend, 2—5 cm lang und ca.1 cm breit, dunkelbraun bis schwarzbraun und zeigen zweider Grenze von Bauch- und Rückenseite entsprechende, nichtselten hellere Längsleisten (x, Fig. 7). Im Querschnitte sindsie rundlich, elliptisch oder oval, auf der Rückenseite deutlichstärker gekrümmt, als auf der mehr oder weniger flachenBauchseite (Fig. 7). Auf der Querschnittflächo erkennt manin dem. pistaziengrünen Grundgewebe die 5 — 10 Bündel, vondenen die beiden, die Bauchseite flankierenden bisweilengröfser sind, als die übrigen. Die Bauchseite ist sonst (ausden oben angeführten Gründen) bündelfrei.
Die Rhizome von Aspidium spinulosum und dessen Formdilatatum zeigen, was den Bau und die Form sowohl derRhizome wie der Blattstiele betrifft, eine so grofse Überein-stimmung mit Aspidium filix mas, dafs sie mikroskopisch nicht
zu unterscheiden sind. Allerdings sind die Rhizome und Wedel-stielbason bei Aspidium spinulosum in der Regel schwächerals die von Aspidium filix mas, aber kräftige Rhizome desersteren gleichen ganz schwächeren des echten Wurmfarn.Aspidium dilatatum bildet sogar bisweilen kräftigere Rhizomeals Aspidium filix mas. Auch die Rhizome von Aspidiumcristatum sind äufserlich nicht von Aspidium filix mas zuunterscheiden. Dafs auch die Zahl der Bündel keinen Unter-schied bildet, habe ich oben bereits dargethan. Diese Rhizomesind nur durch die Faleae von filix mas zu unterscheiden(vergl. weiter unten).
Leichter möglich ist die Unterscheidung bei den übrigen.So sind die Wedelstielbasen von Athyrium filix feminaschwarzbraun, nur auf der Rückenseite bauchig, auf derBauchseite ganz flach, so dafs der Querschnitt fast ein gleich-seitiges Dreieck bildet (Fig. 8). Die Randzone ist viel breiterund in dem Grundgewebe liegen zwei grofse, im Querschnitthanteiförmige Gefäfsbündel.
Auch bei Aspidium montanum, welches überhauptmeist nur sehr zarte Rhizome und Wedelstiele bildet, ist dieUnterscheidung leicht, denn abgesehen von einer sehr breitenRandzone sind die beiden Randleisten der Wedelstielbasenkräftig herausmodelliert (Fig. 9) und es sind nur zwei hantei-förmige Bündel mit einem auf der Innenseite liegendenbraunen Fleck vorhanden.
Etwas schwieriger gestaltet sich die Sache bei Aspidiumlobatum, wo zwar auch deutlich eine Bauch- und eineRückensoite sichtbar ist (Fig. 10), aber eine sehr stark aus-gebildete Randschicht und 4—6 derbe Stränge vorhanden sind.
Bei Aspidium rigid um kann man auf dem Quer-schnitt durch die Wedelstielbasen kaum eine Bauch- undeine Rückenseite unterscheiden, der Querschnitt ist beinaherund (Fig. 11). Die Zahl der Bündel beträgt 4—6, 3 pflegengröfser wie die übrigen zu sein.
Auch im Bau des Rhizoms zeigen Aspidiumspinulosum,dilatatum und cristatum grofse Übereinstimmung mitAspidium filix mas. Besonders konnte ich in der Zahl derBündel, die das Bündelrohr bilden, keinen Unterschied finden.
Wohl aber bilden die Faleae, welche besonders diejüngeren Teile bedecken, aber selbst den abgelösten älterenBlattstielbasen nie ganz fehlen, ein gutes Unterscheidungs-mittel aller genannten Farnrhizome. Die Paleae sindHaarorgane, sie entstehen also aus Epidermiszellen. BeiAspidium filix mas entstellen sie in der Weise, dafs sichzunächst eine Epidermiszelle ausstülpt und diese zur Haar-mutterzelle wird. Durch lebhafte Theilung in zwei Richtungenwird sie zu einer meist einschichtig bleibenden Zellfläche(Fig. 13, 14 u. 15), die sowohl an ihrem Rande wie auf ihrerFläche wieder sekundäre Haarbildungen (Zähne, Öldrüsen)entwickelt (Fig. 14 u. 16). Auch die ursprüngliche Epidermis-zelle teilt sich sehr frühzeitig in der Richtung der Flächeder Schuppe, so dafs die fertige Palea nicht nur durch eineZelle, sondern durch eine Zellreihe mit dem Blattstiel inVerbindung steht (Fig. 14). Die entwickelte zimmtbraune