Tafel 79.
Rhiz. Mcis.
Wurmfarnwurzel, Johanniswurzel, Racine de Fougere male, Male Fern Boot.
Das Wurmfarnrhizom des Handels besteht entweder ausdem ganzen oder längsdurchsolmittenen Rhizome von Aspi-dium filix mas Swartz (Polystichum filix Mas Roth),das ringsum von den angeschwollenen derben Wedelstielbasenbedeckt, aber von den "Wurzeln befreit ist, oder aus den ab-gelösten Wedelstielbasen, oder dem herausgelösten Rhizom-kern. Meist prävalieren jetzt die Wedelstielbasen in der Handels-ware. Eine Schälung soll nicht vorgenommen werden.
Die Droge ist also ein Stengelorgan mit ansitzendenBlattorganen resp. deren Resten. Wir werden also an ihmdie Gesetze der Blattstellung bethätigt finden. Die Achse derKeimpflanze zeigt die Blätter in 1 / 3 Divergenz. Die hiernoch einzähligen Blattspuren, d. h. die in die Achse ein-tretenden Blattbündel sind im jungen Rhizom sympodial zueinem in der Achse verlaufenden Strange vereinigt. Aber sehrbald (etwa unterhalb des sechsten Blattes) verdickt sich dasRhizom stark und die Y 3 -Stellung der Blätter geht in eine%-Stellung über. Hier bilden nun die Rhizombündel nichtmehr einen achsialen Strang, sondern ein netzförmiges Bündel-rohr (Fig. 3 und 4). Jeder Blattwedel empfängt ein Bündelaus dem unteren Winkel der rhombischen Netzmasche (Fig. 3, 2und 4 x), der die Blattbasis aufsitzt. So ist die Sacheim ersten Jahre. Im zweiten Jahre wird das Rhizom kräf-tiger, die Blattstellung geht in ä /i3 über, welche Divergenzauch bei der erwachsenen Pflanze erhalten bleibt oder in 8 / 21übergeht. Nunmehr erhält jedes Blatt nicht nur von derBasis der Netzmasche, sondern auch von den Seiten Bündel,und zwar 5—7. Die Zahl der das Bündelrohr bildendenBündel beträgt im erwachsenen Rhizom bei 5 /i3~Stellung 8(Fig. 5), bei 8 / 21 -Stellung (Fig. 6) 10 —12. Da die Bündeldieses Bündelrohres nicht genau vertikal verlaufen, sondernNetzmaschen bilden (Fig. 4), so trifft sie der mediane Längs-schnitt durch das Rhizom (Fig. 1) nur immer an den Stellen,wo Blattwedel entspringen (X, Fig. 1). Und cla zwar von derMaschenbasis und den Maschenseiten, nicht aber von derMaschenspitze Bündel in die Blattwedel eintreten, so bildenauf dem Querschnitte durch die Blattwedelbasis (Fig. 2 und 7)
die Bündel einen nach oben hin offenen Halbkreis. Wie schonaus Obigem hervorgeht, wird die Zahl der Bündel, die indie Blattwedel eintreten, eine schwankende sein, selbst wennwir nur die Basis ins Auge fassen (weiter oben vermindertsich die Zahl stets); denn wir werden im einfachsten Falle5—7, im äufsersten Falle 8—10 finden. Eine genaue Zählungergab bei 111 Blattstielbasen, dafs 22%: 9, 30% = 8 und31 %'• 7 Bündel zeigten, der Rest (17%) zeigte 5—G oder10 Bündel. Die meisten besitzen also 7 — 9 Bündel. Ichführe dies deshalb an, weil man geglaubt hat, auf die Zahlder Bündel in den Blattstielbasen eine Unterscheidung dereinzelnen Aspidiumrhizome, besonders der morphologisch undanatomisch nahe verwandten: filix mas, cristatum und spinu-losum (die übrigen sind ja auch auf andere Weise zu unter-scheiden) zu gründen. DaCs dies nicht möglich ist, geht ausfolgender Übersicht hervor:
Aspidium spinulosum
Aspidium dilatatum
(Fig. 12.)
Untersucht: 197 Ex.
58% hatten 7
31% » 6die übrigen 5 und
8.
86 Ex.
34% hatten 8
58% „ 7
die übrigen 6 und 9.
Aspidium cristat
um
Aspidium filix mas
Untersucht: 48 Ex.
48% hatten 6
44 o/ 0 „ 5
die übrigen 7 und
8.
111 Ex.
22% hatten 9
30% „ 8
31 % » 7
die übrigen 5, G und 10
Nur gegenüber Aspidium montanum Aschers. (Fig. 9) undAthyrium filix femina (Fig. 8) ist Zahl und Anordnung derBündel in den Blattbasen diagnostisch brauchbar. Denn beidehaben nur zwei grofse laterale, schräggestellte Bündel (Fig. 8und 9). Auch Pteris aquilina kann durch sein bekanntlichsehr charakteristisch gebautes Bündelsystem leicht erkanntwerden.