328
(e, Fig. 5) trennt die schmalen äußeren Siebteile (sb, Fig. 5,sba, Fig. 2 b und 2 c) von dem derben Holzkörper (gth, Fig. 5).Außerhalb der durch breite Rindenstrahlen (rst, Fig. 5) ge-schiedenen Siebteile liegt ein lockerer Ring von Bastzellen (B,Fig. 5). Diese Ba stzellen sind sehr lang und dadurch ausgezeichnet,dafs sie centripetale Wandverdickungen zeigen, die bisweilenzum Verschlusse des Lumens führen (Fig. 5 a). Sie besitzenzugescharrte Enden und linksschiefe Tüpfel. Der Holzkörperbesteht seiner Hauptmasse nach aus Libriformzellen (//; Fig. 5),zwischen denen sich einige Gefäfse und Gefäfsgruppen {gf, Fig. 5)befinden.
Mehrreihige Markstrahlen durchziehen den Holzkörperin radialer Richtung (mit,, Fig. 5). Innerhalb des Holzkörpersliegt, wie bei vielen (vielleicht allen) Solanaceen, ein Ringinnerer Siebbündel {sbi, Fig. 2 b und 2 c), so dafs also dieBündel bicollateral sind. Auch diese Siebbündel führen, wiedie äufseren am Rande, hier also gegen das Mark hin, Bast-zollen. Zu innerst liegt das mit Stärke vollgepfropfte Mark-parenchyn (m, Fig. 2 b und 2 c).
Die Wurzeln sind sehr verschieden von dem Rhizomgebaut. Der primäre Bau der Wurzel ist diarch (Fig. 3a).Wurzeln, die noch diesen Bau zeigen, sind in clor Drogeselten, kommen aber darin vor. Sie besitzen nur einen Durch-messer von circa 0,2 mm, sind also haarfein. Sehr frühzeitig,wenn die Wurzel einen Durchmesser von circa 0,4 mm be-sitzt, bildet sich um die zweistrahlige Gefäfsplatte ein derberLibriformcylinder aus. Im Centrum der Wurzel liegt also einderber Strang festen Gewebes (Fig. 3 b). Hat die Wurzel einenDurchmesser von 2 mm erreicht, so ist der primäre radialeBau sehr vollständig in den sekundären collateralen über-gegangen und die Wurzel beginnt die primäre Rinde samtden Wurzelhaaren abzuwerfen. Die Endodermis übernimmtnun die Rolle des äusseren Schutzes (Fig. 3 c). Aber nochWurzeln von circa 4 mm Dicke lassen hie und da Besteder primären Rinde erkennen. Schon bevor die primäreRinde abgeworfen wird, tritt im centralen Strange Sprengungein und eine circa 2 mm dicke Wurzel zeigt innerhalb desperipherischen Bündelringes zerstreute Gefäfsgruppen undeinen zersprengten Centralstrang (Fig. 3 c). Bei Wurzeln voncirca 9 mm Dicke, die in der Droge oft vorkommen (Fig. 3 d)liegt innerhalb des Kambiumringes und diesem angelagertein Kranz radial gestreckter Gefäfsteile und innerhalb des-selben isolierte Gefäl'steilgruppen. Der Centralcylinder istganz zersprengt und kaum noch als solcher zu erkennen,wenigstens stets undeutlich. Dies Bild bleibt dann erhalten
und auch die dicksten Wurzeln, z. B. die Hauptwurzeln derFflanze, zeigen den gleichen Bau (Fig. 4).
Bedeckt sind die Wurzelstücke, wie sie die Droge ent-hält, mit einer Korkschicht (K, Fig. 6), die der Endodermisbezw. dem Ferikambium entstammt. Dieselbe stirbt aufsen abund erneuert sich von innen her.
Die sekundäre Rinde besteht zu äufserst aus einemzarten Barenchym, welches mit Stärkekörnern (stä, Fig. 6)vollgepfropft ist. Diese Stärkekörner (Fig. 9), die auch im innerenTeile der Wurzel reichlich sich finden, sind 3—15—20 mikgroi's, rundlich oder halbkugelig, einfach oder zu mehrerenzusammengesetzt. Sie bedingen das Stäuben der trockenenWurzel beim Durchbrechen und die Blaufärbung der Quer-bruchstelle durch Jodlösung. Eingestreut in das Stärkeparen-chym findet man dann noch Zellen mit Kalkoxalatsand (krz),dessen Kristallenen (Fig. 14) schon oben beschrieben wurden.Der Siebteil {sb, Fig. 6) ist schmal, läfst aber schön die Sieb-röhren mit den geneigten Siebplatten erkennen. Das Kambium(e, Fig. 6) läuft als Kreislinie ringsum und ist mehrreihig.An dasselbe legt sich von Innen her ein Kranz grofserHolzbündel, die vorwiegend aus Gefäfsen (gf, Fig. 6) nebenHolzparenchym bestehen. Derartige Holzbündel finden sichdann auch zerstreut im inneren Teile der Wurzel (Fig. 7).Bei älteren Wurzeln, z. B. der Hauptwurzel, werden die Gefäfsedieser Holzbündel von Libriformfasern (If, Fig. 8) begleitet,die bei dünneren Wurzeln nur an dem zersprengten Central-strange zu finden sind. Die Gefäfse sind getüpfelt oder leisten-förmig verdickt (gf, Fig. 8), übrigens oft hin und her gebogen.Kristallsandzellen liegen auch im centralen Teile der Wurzel,einzeln oder zu woniggliederigen Gruppen vereinigt.
Durch Kochen mit verdünntem Kali lassen sieh dieparenehymatischen Elemente der Wurzel leicht isolieren.
Die Frühlingswurzel enthält Zucker und wenig oder °-arkeine Stärke. Sie ist auch alkaloidarm. Man sammelt daherdie Wurzel im Juli und August von der blühenden resp.fruchtenden Pflanze. Diese zeigt die oben beschriebenenMerkmale, besonders den grofsen Stärkereichtum.
Das Pulver.
Das Pulver der Belladonnawurzel bietet, besonders wennes aus goschälter Wurzel dargestellt wurde, aufser den Kristall-sandzellen wenig Charakteristisches. Das Stärkemehl präva-liert stark. Demgegenüber treten die anderen Elemente, wie dieGefäfse, sehr in den Hintergrund. Reichliche Beimengungvon Libriform- oder Bastzellen (Fig. 5 a) deutet auf — übrigensunzulässige — gröfsere Mengen von Rhizom.