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im Inhalte auf. Ich bin daher geneigt, den Sitz der mit dersummarischen Bezeichnung Digitalin belegten Körpergruppevornehmlich in die Epidermis zu verlegen.
Spaltöffnungen finden sich auf beiden Seiten, dochvornehmlich auf der Unterseite (Fig. 2. 3. 4). Sie sind kleinund liegen entweder im Niveau der Epidermis oder sind etwasüber dieselbe emporgehoben. Daher welkt das Blatt leicht(Angew. Anatomie S. 434). Aus der Lage der Spaltöffnungenkann man einen Schlufs auf den Standort ziehen. Je mehrsie über die Epidermis emporgehoben sind, um so schattigerstand die Pflanze. Die Zahl der Nebenzellen beträgt 3—4(meist 4). Die Haare bedecken die ganze Fläche des Blattes,sind aber namentlich auf der Blattunterseite und besonders aufden Nerven reichlich zu finden, wo sie auch ihre gröfste Längeerreichen. Die meisten Haare sind einfache Reihenhaare mitstumpfer Spitze (t, Fig. 1-6). Diese Ausbildung der Haar-spitze ist für Digitalis sehr charakteristisch und findet sichnicht bei den als Verwechslung vorkommenden ähnlich aus-sehenden Blättern (s. unten). Die Zahl der Haarzellen beträgt2—6. Meist sind die Haare gerade oder doch wenig um-gekrümmt, oft ist eine oder die andere Haarzelle obliteriert.Kuticularwarzen oder -leisten finden sich nicht, oder sind dochnur schwach angedeutet, was ebenfalls für die Diagnose wichtigist. Bisweilen ist die Endzelle köpfchenartig angeschwollen.Neben diesen Reihenhaaren finden sich dann noch vereinzeltkleine Köpfchenhaare (t,, Fig. 1, 2, 5, 6) mit ein- oder zwei-zeiligen Köpfchen.
Das Mesophyll besteht auf der Oberseite aus 1—3 ReihenPalissaden (p, Fig. 2), auf der Unterseite aus einem reich-durchlüfteten Kugel- oder Sternparenchym (mer, Fig. 2).Auch hier macht sich eine Differenz bemerkbar, je nachdemdie Pflanze einen sonnigen oder schattigen Standort besitzt.Je schattiger der Standort ist, umso lockerer wird das Palis-sadenparenehym und um so kürzer werden seine Zellen.
Der Hauptnerv besitzt ein halbmondförmig gekrümmtesGefäfsbündel (Fig. la). Gegen die Blattoberseite hin liegt derstrahlig angeordnete Gefäfsteil (gth, Fig. 1), gegen die Unter-seite der halbmondförmige Siebteil (sb, Fig. 1). Sowohl inder Rinne an der coneaven Seite des Gefäfsteiles wie aufsenam Siebteil findet sich je ein mechanischer Beleg collenchy-matisch verdickter Zellen (cd, Fig. 1), am Gefäfsteil zudemreichgetüpfeltes Holzparenchym. Die Gefäfse sind in demder Blattoberseite zugewendeten Abschnitte des Gefäfsteileszarte Spiralgefäfse, an der anderen getüpfelte Gefäfse. DieSiebröhren zeigen nahezu horizontal gestellte Siebplatten. Auchunter der Epidermis, sowohl der Ober- wie der Unterseiteder stark nach unten ausladenden, im übrigen aus grofsenParenchymzellen bestehenden Mittenrippe finden sich ein- biszweireihige Collenchymstreifen (col,, Fig. 1).
Die Mittelrippe läuft direkt in den Blattstiel aus, dessenBündel im Querschnitt noch ausgesprochener die halbmond-förmige Krümmung zeigt (Fig. 1 a), die schon in der Mittelrippehervortrat.
Die Blattzähne, deren Nervatur hier wie bei den übri-gen Blättern an durch Kochen mit Chlorallösung aufgehelltenBlättern studiert wurde, sind sehr charakteristisch und mögen,da sie bei keiner der Verfälschungen ganz gleich wiederkehren,also ebenso wie die Haare zur Erkennung der letzteren gutverwendbar sind, hier näher beschrieben werden (Fig. 7).Sie sind zunächst dadurch ausgezeichnet, dafs sie ungleichgrofs sind. Sehr grofse, weit hervortretende, gewölbte Kerb-zähne wechseln oft mit sehr kleinen ab. Sie tragen ein knor-peliges, zapfenartiges helles Spitzchen, das besonders bei älterenBlättern gut ausgebildet ist, oft braun bis schwarz bei diesenwird und auf der Blattoberseite eine grofse Wasserspalteträgt (Fig. 7, X). Gegen dieses Spitzchen tritt oft in horizontalerRichtung oder schief von unten her der Hauptzahnnerv heranund verbreitert sich vor demselben pinselförmig (Fig. 7). Andie Spitze der Hauptzahnnerven setzen sich beiderseits zweiRandnerven an, die in wellig verlaufenden Bögen mit denSeitennerven der Hauptzahnnerven bald je ein Dreieck, baldje ein Viereck bilden.
Bei Digitalis grandiflora L. bilden die Blattzähnerelativ kleine, vorgestülpte Kegel, in die schräg von untenher ein pinselförmig verbreitertes Nervenende eintritt (Fig. 8).Auch hier liegt an der Zahnspitze eine Wasserspalte. Haaresind in geringerer Menge und meist nur auf Blattrand undNerven zu finden. Sie sind aber länger (oft zehnzellig).
Bei Digitalis ambigua Murr, sind die Blattzähne eben-falls relativ klein (Fig. 9). Sehr kleine wechseln mit deutlicherhervortretenden dreieckigen ab. Unterhalb des Zahnspitzchensspreizen die Äste des Hauptzahnnerves mehrfach auseinander.Die Zahnspitze trägt 2—3 Wasserspalten. Die Behaarungist spärlich.
Bei Digitalis lutea L. spreizt der im Zahn sich pinsel-artig verbreiternde Nerv an seiner Spitze ebenfalls, doch istdie Behaarung noch viel spärlicher als bei D. ambigua.
Bei Salvia Sclarea L. finden sich Blattzähne (Fig. 9a),die denen von Digitalis purpurea ähnlich sind, doch tretenhier die Zahnnerven nicht so kräftig hervor wie bei Digitalispurpurea. Die breiten grossen Blattzähne lassen ferner dasknorpelige Spitzchen nicht so deutlich hervortreten. Vompinselförmig an der Zahnspitze sich verbreiternden Nerven-ende gehen bogige Randnerven ab und bilden mit den anden Hauptzahnnerv sich fast im rechten Winkel ansetzendenSeitennerven je ein Dreieck mit gewölbten Seiten (Fig. 9 a).Sehr leicht kenntlich ist Salvia Sclarea an den Haaren, diescharf zugespitzt sind, derbe Wände besitzen und mit Cuticular-wärzchen dicht besetzt sind, sowie den typischen Labiaten-drüsen, die natürlich Digitalis ganz fehlen. Ferner findensich kleine Drüsenhaare mit ein- und zweizeiligen Köpfchenund ein- bis zweizeilige Borsten.
Bei Verbascum nigrum zeigen die Blattzähne einenvon Digitalis ganz abweichenden Bau (Fig. 10). Sie sind sehrbreit und stumpf - abgerundet. Ein starker Nervenast trittnahezu horizontal in den Zahn ein. An seine Spitze setztsich beiderseits je ein bogenförmig zurücklaufender Randnerv