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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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an, der mit den Seitennerven des Hauptzalinnerves Drei- oderVierecke bildet. Aufserhalb dieser derben Eandnerven ver-läuft noch ein zarterer Randnerv. Das Blatt besitzt ferner dietypischen Verbascum-Sternhaare (Mg. 10).

Bei Yerbascum phlomoides L. sind Blattzähne kaumangedeutet (Fig. 11). Ein derber Randnerv streicht in Wellen-linie am Rande entlang. An denselben setzen sich Bögeneines zarteren Randnerven an. die mit jenem anastomosieren.Die Zähne sind in der Nervatur kaum angedeutet. Stern-haare sind reichlich vorhanden. Um die Zahnnervatur zuerkennen, ist es hier wie bei den übrigen Verbascum-Artennötig, die Haare mit einem Skalpell abzuschaben.

Bei Verbascum Lychnitis L. wechseln grofse, breiteZähne mit kleinen. Beide sind stumpf abgerundet und zeigenan der Spitze oft eine wellige Vertiefung (Fig. 12). Eineigentlicher Hauptzahnnerv tritt selten deutlich hervor. Dergegen die Zahnspitze gerichtete Nervenast krümmt sich ander Spitze um und läuft in 2 bogige Randnerven aus, diemit den Seitenästen der Zahnnerven Vierecke mit gewölbtenSeiten bilden. Die Behaarung ist der von V. phlomoides ähn-lich, aber schwächer.

Bei Verbascum Thapsus L. treten die breiten undflachen Zähne wenig hervor (Fig. 13), von einer Zahnnervaturkann daher nicht eigentlich gesprochen werden. Die sekun-dären Randnerven bilden auch hier Bögen.

Bei Verbascum thapsiforme Schrader liegen dieZähne sehr entfernt von einander (Fig. 14), treten aber präg-nanter hervor. Sie sind übrigens nur klein, trotzdem aberleicht aufzufinden, da der an sie herantretende Nervenast sichpinselförmig zerteilt und sich an sein Ende die Seitennervenin spitzem Winkel ansetzen. Die Behaarung ist sehr stark.

Bei Conyza squarrosa L. sind ebenfalls nur kleineund entfernt stehende Zähne vorhanden (Fig. 15). Auch hierhat der Zahnnerv ein pinselartig zerteiltes Ende, die Seiten-nerven gehen aber im Bogen von seiner Spitze ab. Auch dieHaare weichen von denen der Digitalis ab. Sie laufen meistin eine gebogene Spitze aus. Oft fehlt das Endglied. Diekurzen Fusszellen verschleimen bisweilen. Da und dort findensich typische Compositendrüsen.

Die Blätter von Symphytum officinale L. sindganzrandig.

Bei Teucrium Scorodonia L. finden sich Blattzähne,die etwas an die von Digitalis purpurea erinnern, aber indem Nervenverlauf einige Unterschiede zeigen (Fig. 16). Siesind breit gewölbt, stumpf abgerundet, kräftig hervortretend,durch tiefe Einschnitte von einander geschieden. Das Spitz-chen tritt nicht immer deutlich hervor, manchmal ist es nurangedeutet. Die sich an die pinselförmig verbreiterte Spitze

des Hauptzahnnerven mit spitzem Winkel ansetzenden kräf-tigen Seitennerven sind selten gebogen, meist verlaufen sieziemlich geradlinig. Aufserhalb dieses Randnerven läuft nochein zweiter etwas zarterer, aber doch noch ziemlich kräftigerRandnerv. An der Zahnspitze liegen auf der Blattoberseitemeist 3 (bis 5) Wasserspalten, und auch auf der Blattunter-seite findet sich bisweilen eine Wasserspalte. Die einfachenHaare sind spitzer als bei Digitalis und derbwandiger. DieCuticularwarzen treten deutlicher hervor. Daneben lindensich typische Labiatendrüsen und spitze, einzellige Borsten.

Bei Piper angustifolium Ruiz et Pavon, derenBlätter (Fol. Matico) äufserlich viel Ähnlichkeit mit den Fol.Digitalis zeigen, findet sich ein schwach gekerbter Rand.Längs desselben verläuft in flachen Bögen ein Randnerv, derdurch rechtwinklig zum Rande gestellte Quernerven mit demnächstinneren Parallelnerven in Verbindung tritt (Fig. 17),mit diesem Vierecke bildend. Die Behaarung ist besondersam Blattrande und auf der Blattunterseite deutlich, spärlichauf der Blattoberseite und dort vorwiegend auf die Nervenbeschränkt. Die ziemlich langen, bis 10-zelligen Haare be-sitzen eine streifige Cuticula und eine scharfe Spitze. DasHypoderm und die Ölzellen, die beide der Digitalis fehlen,bilden ein weiteres Unterscheidungsmerkmal.

Auch Malvaceenblätter kommen der Digitalis bei-gemischt vor. Besonders im Pulver finden sich bisweilenFragmente derselben, die an den charakteristischen Stern-haaren kenntlich sind.

Das Pulver.

Das Pulver der Digitalisblätter kommt oft verfälscht inden Handel, besonders finden sich darin Sternhaare vonMalvaceenblättern und typische, stark verdickte Sciereidenunbekannter Provenienz, bisweilen auch Oxalatkristalle. Dader Digitalis sowohl die Sternhaare wie Sciereiden oderKristalle fehlen, liegt also sicher eine Verfälschung mit einerfremden Droge vor, denn auch in der Blütenstandsachse vonDigitalis purpurea fand ich keine Sclerelden, und die Samen-schale führt nur Zellen mit eigenartiger Netzleistenverdickung,keine typischen Sciereiden.

Im Pulver der Digitalisblätter sind die Haare mitstumpfer Spitze das einzige sichere Erkennungsmittel. Leidersind dieselben oft zertrümmert und nicht immer in beträcht-licher Zahl vorhanden. Verwendung von erstjährigen Blätternoder Beseitigung der Mittelrippe drücken ihre Zahl herab.Die Fragmente des Mesophylls und der Grefäfsbündel bietennichts charakteristisches. Fetzen der beiden Epidermen tretenda und dort hervor.

Tschirch und Oesterle, Anatomischer Atlas.

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