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Kuticula bedeckt (Epa, Fig. 20 u. Fig. 544 der Angew. Ana-tomie). Von der Fläche betrachtet sind sie über dem Mittel-nerven etwas gestreckt und zeigen getüpfelte Wände. Seitlichvom Mittelnerven sind sie isodiametrisch, und ihre Wand istbisweilen etwas wellig verbogen (Fig. 23). Hier liegen nunin zwei breiten, beiderseits vom Mittelnerven und zwischendiesem und den Flügeln longitudinal verlaufenden Streifenauf der Aufsenseite des Blattes die Spaltöffnungen (st, Fig. 21,23, 17) und die Öldrüsen (oerf, Fig. 17—20), die Spaltöffnungenmeist dem Mittelnerv genähert (Fig. 17). Die Öldrüsen, derenFlächenansicht das bekannte Bild der zwei nebeneinander lie-genden, von der blasig abgehobenen Kuticula umschlossenenZellen darbietet (Fig. 17, oed), deren Seitenansicht aus Fig. 18bis 20 (oed) erhellt, führen unter der Kuticula das San toninhaltige Ölsekret (vergl. oben). Sie sind an dieser Stelle derHüllkelchblätter aufserordentlich zahlreich und finden sichsogar schon an den jüngsten Hüllkelchblättern reichlich(Fig. 18). Diese Öldrüsen der Hüllkelchblätter dürften dennauch das Wertvollste der Droge sein. Das bei den innersten,jüngsten Hüllkelchblättern meristematische Mesophyll differen-ziert sich nun bei den älteren in eigenartiger Weise. Bei denmittleren Hüllkelchblättern findet man, der Epidermis derBlattaufsenseite anliegend, einen breiten Beleg mechanischerElemente, der in der Mitte des Blattes über dem Nervenmehrschichtig, gegen die Seiten sich in einschichtige, oftunterbrochene Reihen auflöst und wohl auch von der Epider-mis zurücktritt (B, Fig. 19). Die im Körbchen etwas weiternach aufsen liegenden Hüllkelchblätter, die bereits in beschei-denem Mafse der Assimilation dienen, zeigen ein starkes Zu-rücktreten der mechanischen Elemente. Unter der Epidermisder Aufsenseite findet sich eine Reihe Chlorophyllkörner füh-render, isodiametrischer Zellen und der mechanische Belegbeschränkt sich auf die Umgebung des Nervenbündels. Beiden noch weiter aufsen liegenden Hüllkelchblättern tritt dasassimilierende Gewebe in noch erfolgreichere Konkurrenz mitdem mechanischen. Die subepidermalen Chlorophyllzellen zeigenradiale Streckung, also Palissadenform (p, Fig. 20). Oftmalsbemerkt man sogar mehrere Reihen von chlorophyllreichenPalissaden (Fig. 544 der Angew. Anatomie) und der mecha-nische Beleg ist auf einige wenige Zellen an der Aufsenseiteder Bündel reduziert. Es unterliegt also keinem Zweifel: dieäufseren Hüllkelchblätter dienen der Assimilation, die von denspärlichen und kleinen Laubblättern offenbar nicht ausreichendbesorgt werden kann, die mittleren mechanischen Zwecken,sind also der eigentliche Hüllkelch. Vorwiegend in dender Assimilation dienenden äufseren Hüllkelchblättern istdenn auch für bessere Ableitung gesorgt. Der Blattnerv, derbei den übrigen Blättern einfach und unverzweigt bleibt(Fig. 18, 19 und Fig. 503 der Angew. Anatomie), entsendetbei ihnen beiderseits Äste, deren Endigungen sich im Assimi-lationsgewebe verteilen (Ne, Fig. 17). Dieser Nerv besteht auseinigen wenigen zarten Leisten- und Spiraltracheen und einigenzarten Siebelementen. Die mechanischen Zellen sind kurz(Fig. 22). Sie tragen nicht den Charakter von typischen Bast-zellen, sind bisweilen sogar an den Enden nicht zugeschärft,
sondern abgestutzt. Das Parenchym der Hüllkelchblätter führtOxalatdrusen.
Auf der Aufsen- resp. Unterseite der Hüllkelchblätterfinden sich bisweilen, nicht immer, Haare. Ich habe die-selben sowohl bei der Droge, wie bei dem Fer rein'sehenMaterial, wie bei dem von Knapp gesammelten des Flückiger-Herbar's und einem „Artemisia Cina aus Dorpat durch Will-komm 1872" bezeichneten Muster meiner Sammlung gefunden.Besonders die äufseren, der Assimilation dienenden Hüllkelch-blätter scheinen reich an diesen Haaren zu sein (t, Fig. 17),während die inneren meist haarfrei sind (Fig. 503 der Angew.Anatomie). Diese Haare folgen dem Artemisia-Typus, sindalso T-Haare, d. h. auf einer Stielzelle sitzt ein Balken auf.Während nun aber bei unseren Artemisien der Stiel lang undder T-Balken nicht sehr viel länger als der Stiel ist (Fig. 286der Angew. Anatomie) ist hier der Stiel sehr kurz und diebeiden Strahlen sind aufserordentlich lang, vielfach hin- undhergebogen und durch einander geschlungen, so dafs man nursehr schwer die Details erkennen, ein Haar bis zur Ansatz-stelle verfolgen kann (Fig. 17). Einige der Haare sind übrigensauch als einfache Fadenhaare entwickelt.
Bisweilen, wenn schon sehr selten, fand ich den inneren,von den Hüllkelchblättern umschlossenen Raum noch voneinem weiten Gewebsringe umgeben, der gegen Innen (i,Fig. 14)durch eine derbwandige Epidermis, gegen Aufsen (a, Fig. 14)durch eine obliterierte Schicht abgeschlossen war. Derselbehatte in dem oben erwähnten Falle den in Fig. 14 abgebil-deten, in einem anderen Falle den in Fig. 13 dargestelltenBau, war aber nur in zwei Fällen zu beobachten. Ob es sichhier um einen nur bisweilen entwickelten inneren Hüllkelch-becher oder einen Hypanthial-Ringwall handelt, konnte ichnicht entscheiden. Sein grofser Umfang schliefst die Zugehörig-keit zu den Blütenorganen aus.
Bisweilen sind Reste der Blätter und Blütenstandsachsender Droge beigemengt. Die Blätter sind oben beschrieben.Wo Reste derselben vorhanden sind, sind es meist solche deroberen einfach linealen und nicht der gefiederten unterenBlätter (Fig. 27). Durchschneidet man ein solches linealesBlatt quer, so findet man, dafs es aus drei Teilen besteht,einem rundlichen centralen Teile, der das Hauptnervenbündelführt und zwei sich seitlich daran ansetzenden, durch tiefeBuchten resp. Rinnen davon getrennten, gleichfalls im Quer-schnitt rundlichen Seitenteilen, die kleinere, mit dem Haupt-nerven durch Queräste in Verbindung stehende Bündelchenführen. Öldrüsen liegen reichlich in den Rinnen.
Die Blütenstandsachsen sind von einer derben, Spalt-öffnungen führenden Epidermis bedeckt (st, Ep, Fig. 26). Unterderselben folgt eine breite Parenchymschicht und dann einaus vier Teilen bestehendes Bündel. Zwei breite Bündel-streifen liegen einander gegenüber und zwei schmale eben-falls. Zwischen diesen vier Streifen finden sich vier Durch-lafsstellen. Das Ganze ist von einem Bastzellbelege ringsumgeben, der aber diesen Durchlafsstellen meist fehlt, überder Mitte der Bündel jedoch mehrschichtig ist (Fig. 26). Zuinnerst liegt ein schmaler Markkörper.