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Bei den Blüten der Droge ist der Fruchtknoten nochkaum entwickelt, wohl aber erkennt man bereits, wenigstensan den am meisten vorgeschrittenen, die fünf Petala und beieinem Durchschnitt die fünf Antheren (anth, Pig. 11), welchedie Staubfadenröhre bilden. (Vergl. andere Compositenblüten,wie z. B. Matricaria, Arnica und andere). Die Corolle bleibtzart. "Wird sie an der Stelle oberhalb der Ansatzstelle derFilamente durchschnitten (Fig. 12), so zeigt sie höchstens fünfZellschichten. Sie ist aufsen reichlich mit den für die Com-positen typischen Öldrüsen (oed, Fig. 12) besetzt, die aus zweinebeneinander stehenden Beihen von zarten Zellen bestehenund oben die zwei sezernierenden Zellen tragen (Fig. 16).Die Kuticula ist abgehoben. Zwischen ihr und den sezer-nierenden Zellen liegt das Sekret, das eine ölige Masse bildet,in der bisweilen feine Kristallenen von Santonin sich finden.Diese Öldrüsen finden sich auch in gröfster Zahl an derAufsenseite der Hüllkelchblätter (oed, Fig. 18, 19, 20). Inihnen entsteht nicht nur das Cineol führende ätherische Öl,sondern auch das Santonin, welches man auch im Innern derKörbchen bisweilen (freilich selten) in lockeren Kristallenaufserhalb des Gewebes findet. (Andere dort auftretendeKristallfragmente sind Quarzsand, noch andere vielleichtCinaebenkampfer.) Läfst man daher zu trocken zertrümmertenKörbchen alkoholische Natronlauge fliessen, so färben sichdie eben erwähnten freiliegenden Kristalle, wo vorhanden, rot(unter gleichzeitiger Bildung von Santoninnatriumnadeln) undder Inhalt des Öldrüsensekretraumes, soweit er aus, Santoninbesteht, tief rot. Das Öl bleibt zunächst ungefärbt. DieseBeaktion tritt am intensivsten an den Drüsen der älterenHüllkelchblätter, weniger stark an denen der jüngeren Hüll-kelchblätter und denen der Blüten ein, wo man oft infolgePlatzens der Öldrüsen und Verschmieren ihres Inhaltes eineallgemeine superfizielle Botfärbung beobachtet. Es scheint,dafs das Santonin nur in den Öldrüsen entsteht.
Dort, wo die Antheren liegen, ist die Corolle (Pe, Fig. 11)nur zweischichtig, aber auch mit Öldrüsen besetzt (oed, Fig. 11).Die Filamente (Fil, Fig. 12) führen ein zartes centrales Bündelund gleichen bei den entwickelten Blüten den Filamenten an-derer Compositenblüten, so z. B. bezüglich der Ausbildung derEpidermis. Die fünf Antheren besitzen ein nach oben hinkegelförmig verlängertes, von Kristalldrusen (kr) durchsetztesConnectiv (con, Fig. 15) und sind dicht erfüllt mit rundlichen,dreibuchtigen Pollenkörnern (Pol, Fig. 11 u. IIa). Der imQuerschnitt rundliche Griffel gabelt sich nach oben hin inzwei Narben (grf, Fig. 11), die mit kleinen Papillen dichtbesetzt sind und nach oben hin in langzellige Haarpinselendigen. Der Fruchtknoten (fk, Fig. 10a) besitzt an seinerBasis einen Kranz derber Zellen. Hier liegt die Ablösungs-stelle der Frucht. Er ist von fünf Bündelchen durchzogen.So liegen die Verhältnisse bei entwickelten oder nahezu ent-wickelten Blüten, die, wie schon erwähnt, in der Drogeselten sind.
Die in den unentwickelten Blütenkörbchen der Drogevorwiegend vorkommenden Blüten sind noch ganz meristema-tisch und die Gewebshöeker, welche die Anlagen der einzelnen
Blütenorgane bilden, bestehen nur aus plasmaerfüllten Paren-chymzellen. Querschnitte durch nicht mehr ganz junge Blüten-knospen (Fig. IIb) lassen immerhin schon die fünf Staubgefäfs-anlagen deutlich als fünf Primordien erkennen, die zwischendie Anlage der Corolle und des Griffels eingeschoben sind.In ihnen bilden sich dann später die Pollenmutterzellen. Amfrühzeitigsten entstehen die Gewebshöeker der Corollenblätter.In dem Stadium, das in Fig. 8 dargestellt ist, sind die (späteranatropen) Ovula (ov) bereits angelegt, die Integumente abererst als Bingwall angedeutet.
Die Hauptmasse der Droge wird demnach von den Hüll-kelchblättern gebildet, die in spiraliger Anordnung um die dieBlüten tragende Sprofsspitze orientiert sind (Fig. 1, 2 u. 2 a)Ihr Bau wird durch die Fig. 18 —20 und Fig. 544 der Angew.Anatomie illustriert, ihr Umrifs durch Fig. 17 und die Fig. 503der Angew. Anatomie. Die flache Seite liegt innen, die ge-wölbte nach aufsen, wie ein Durchschnitt durch ein Körbchen(Fig. 2 a) zeigt. Die inneren Hüllkelchblätter sind zarter alsdie äufseren. Sie enthalten oft noch keinerlei mechanischeElemente (Fig. 18). Die mittleren und die äufseren führendergleichen (B, Fig. 19 u. 20) und sind zum Teil sogar reichdamit ausgestattet. Ebenso ist die Verdickung der Epidermis-aufsenwand bei den äufseren Hüllkelchblättern erheblich mäch-tiger wie bei den inneren. Der Bau der Hüllkelchblätterist also verschieden je nach der Partie des Körbchens, ausder man das Blatt entnimmt. Die innersten, noch mehr oderweniger meristematischen Blätter mögen hier übergangenwerden. Sie bieten wenig Charakteristisches. Der Beschrei-bung lege ich die äufseren Hüllkelchblätter zu Grunde. Die-selben bestehen aus einer mehrschichtigen mittleren Partie, dieden Nerven führt und zwei beiderseits an diese sich ansetzen-den breiten Flügeln, die entweder ein- oder höchstens zwei-schichtig sind (x, Fig. 18—20). Die Flügel sind sehr charak-teristisch. Die Zellen ihrer inneren Epidermis sind mit einersehr stark verdickten äufseren Wand versehen, die nur gegenden Flügelrand hin etwas an Dicke abnimmt. Die nach aufsengerichtete Epidermisaufsenwand ist relativ dünn. Betrachtetman diese Flügel von der Fläche, so sieht man, dafs sie ausgestreckten derben Zellen bestehen, die in fächerartig angeord-neten Beihen liegen (Fig. 17, X). Sie besitzen entweder glatteoder fein getüpfelte "Wände (Fig. 24 u. 25). Sehr selten sindSpaltöffnungen (st, Fig. 25) und stets nur an den der mittlerenPartie benachbarten Stellen der äufseren Seite zu treffen. Diemittlere Partie des Blattes besitzt auf der Innenseite eineEpidermis, die im allgemeinen mit der der Flügelinnenseiteübereinstimmt. Die Aufsenseite der Epidermiszellen ist alsoauch hier stark verdickt. Die Epidermiszellen der Aufsenseiteaber weichen von denen der Flügel (soweit solche daselbstüberhaupt vorhanden sind) stark ab. Sie sind nur bei deninnersten, halbmeristematischen Hüllkelchblättern zartwandig(Epa, Fig. 18), bei den mittleren schon zeigen sie an derAufsenseite Verdickung (Fig. 19) und bei den äufsersten Hüll-kelchblättern ist die Aufsenwand der Epidermiszellen nicht nurstark verdickt, sondern auch mit einer derben, weUig ver-laufenden, an der Begrenzungslinie der Zellen eingefalteten