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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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(Fig. 19). Dazwischen liegen Köpfchenhaare mit mehrzelligemStiel und ein- oder mehrzelligem Köpfchen (t,, Kg. 3 6, 18. 19).Die Blattinnen-(Ober-)Seite führt besonders gegen dieSpitze der Blattzipfel hin und an diesen selbst sehr zahl-reiche, unregelmässig gekrümmte, hin- und hergebogene Woll-haare (t,,, Fig. 16 u. 22), die einzellig und der Epidermis mitbauchig erweiterter Basis eingefügt sind. Aufser diesen findensich nur noch einige der eben erwähnten Köpfchenhaare hier-selbst (t,, Fig. 16), die jedoch an der Blattbasis, dort, wo derKelch der Krone aufliegt, zu einer lückenlosen Schicht an-wachsen. Die Wände der Epidermiszellen sind auf beidenSeiten des Blattes wellig gebogen (Ep, Fig. 17 u. 21), Stomata(st, Fig. 17 u. 21), finden sich auf beiden Seiten, mehr aufder Aufsenseite. Das zarte Mesophyll führt Schleimzellen(Sehe, Fig. 16) und besonders in der unter der Epidermis derOberseite gelegenen Schicht Oxalatdrusen (Fig. 16).

Die Blumenblätter (Pe, Fig. 1 u. 2) sind ziemlich dünn.Sie messen nur wenige Zellschichten. Nur an den Nerven,die ein reich anastomosierendes Netz bilden, sind sie dicker(Fig. 13). Der Farbstoff ist im Zellsaft gelöst. Die Epidermis-zellen der Unterseite sind wellig verbogen (Fig. 15, ep), dieder Oberseite ziemlich gerade (ep, Fig. 14). Auf beiden Seitensind spärlich Köpfchenhaare mit mehrzelligem Stiel zu finden(t,, Fig. 14 u. 15), ähnlich den Mitscherlich'schen Körper-chen des Kakao. An der Basis der Corolle sind dieselbenreichlicher zu finden. Daselbst finden sich auch, dieEinbuchtung zwischen je zwei Corollenblättern ausfüllend,zwei Haarrandstreifen (t, Fig. 2), deren Haare einzellig undgerade sind (t, Fig. 14). Die Schleimzellen (Sehe, Fig. 13)zeigen, wenn man zu dem in Alkohol liegenden SchnitteGlycerin fliessen läfst, deutliche Schichtung. Sie sind bis-weilen durch Besorption der trennenden Wände zu Schleim-höhlen erweitert (Fig. 13, rechts). In der Längsrichtung sindsie gestreckt (Sehe, Fig. 15), die Nerven entspringen dreibasalen Bündelstämmen (Fig. 2), meist treten fünf mittlereNerven kräftiger hervor als die übrigen.

Die Filamente der Staubfäden sind im oberen Teilenormal, d. h. sie führen ein zartes Bündel in der Mitte undsind im Querschnitt rundlich. Ihr Gewebe enthält einzelneSchleimzellen, die aus gestreckten Zellen aufgebaute Epider-mis einzelne zarte Sternhaare. Auf halber Höhe sind sie zueiner geschlossenen Bohre verwachsen, die den Griffel rings

umgiebt. Diese "Röhre führt auf der Aufsenseite reichlicheinfache oder 2, 3 4strahlige kurze eigentümliche, sehrcharakteristische Sternhaare (Fig. 10 u. 11) und einige verein-zelte Beihenhaare (Fig. 12). Die nierenförmig über die Fila-mentspitze gelegten Antheren besitzen in der jungen Blütedie Form, wie sie in Fig. 3a dargestellt ist. Sie springenmit einem Längsrifs über dem Gipfel auf und bieten dann dasin Fig. 3 b u. 3 c dargestellte Bild. Der Querdurchschnitt der-selben ist an der Basis (Fig. 5) etwas anders als weiter oben(Fig. 6 u. 6 a). Die Antherenwand führt natürlich auch hiereine Faserschicht (2, Fig. 5 u. 6). Dieselbe ist mit einer ein-schichtigen Beihe zarter Zellen, deren Aufsenwände verdicktsind, bedeckt (1, Fig. 5, 6). Die Pollen körne r (Fig. 4)sind ziemlich grofs, besitzen eine grobstachelige Exine und(zwischen den Stacheln) zahlreiche runde Austrittsstellen, diein der Aufsicht als kleine Kreise (x, Fig. 4), im medianenDurchschnitt als helle Kanäle erscheinen (x, Fig. 4a); dieäufsere Schicht der dicken Exine ist als Stäbchenschicht aus-gebildet (y, Fig. 4 a). Sucht man die Pollenkörner auf, diesich an den Narbenpapülen gefangen haben, so findet man,dafs alle an der den Papillen zugekehrten Seite reichlicheMengen Pollenschläuche getrieben haben (Pols, Fig. 4 a), nichtan der gegenüberliegenden Seite.

Der Griffel ist im unteren Teile solide und führt da-selbst am Bande so viele kleine Bündel als Carpelle undNarbenschenkel vorhanden sind. Das leitende Gewebe liegtin der Mitte. Nach oben gabelt es sich in die einseitig be-haarten Narben Schenkel (Fig. 7). Diese besitzen einen sehrcharakteristischen Querschnitt. Auf der einen Seite liegendie zahlreichen Narbenpapülen (Pap, Fig. 8 u. 7), auf der an-dern sind sie kahl. In der Mitte streicht das Bündelchen(gfb, Fig. 8), zwischen diesem und den Narbenpapülen findetsich ein breiter Streifen mechanischer Zellen (B, Fig. 8).Dieser dient offenbar dem Krümmungsmechanismus der Nar-benschenkel (siehe oben).

Der niedergedrückt scheibenförmige, in der Mitte denGriffel tragende Fruchtknoten hat soviel Fächer als Narben-schenkel vorhanden sind, im Durchschnitt zehn. In jedemFache liegt ein anatropes, epitropes, aufsteigendes Ovulum(ov, Fig. 1) mit nach unten gerichteter Mikropyle, das zueinem gekrümmten, nierenförmigen, im Querschnitte keilför-migen Samen heranwächst.

Fol. malyae.

Malven-, Käsepappel- oder Rosspappelblätter, Feuilles de mauve, Mallow-leaves.

Unter dem Namen Malvenblätter sind gewöhnlich dieBlätter von Malva silvestris L. und Malva neglectaWallroth in Gebrauch (Pharm, germ. et helv.), sowie auchdie von der mehr nördlichen Malva rotundifolia L.

Die Blätter von Malva silvestris L., der höheren undkräftigeren Art, sind gröfser als die von Malva neglecta Wall-roth. Nur die unteren Blätter sind am Grunde herzförmig

ausgeschnitten. Je weiter man nach oben kommt, um soflacher wird dieser herzförmige Einschnitt, die obersten zeigenihn oft gar nicht. Am Bande sind die Blätter, je nach derHöhe der Insertion, bald drei-, bald fünf- oder siebenlappigmit mehr oder weniger tiefen Einschnitten. Der Band istgekerbt-gezähnt. Die Zähne des Bandes sind ungleich gross.Der Durchmesser der Blätter wechselt sehr, oft beträgt er