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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Bündelstämme streichen am inneren Rande je eines Frucht-faches in der Mittelsäule des Früchtchens zum Griffel auf(X, Fig. 9 u. 25). Diese versorgen die Ovula und tretenim Griffel und der Narbe (Fig. 21 23) als acht Doppel-bündel hervor. Sie treten an der Basis des Griffels, d. h.an der Spitze des Früchtchens mit den äufseren Bündeln inVerbindung (Fig. 24). Acht äufsero Bündel, den basalen achtBündelstämmen entspringend, streichen am äufseren Bandeder Fruchtfächer (y , Fig. 9 u. 25) und entsenden sowohl intangentialer wie in radialer Richtung zahlreiche gekrümmteÄste. Diese bilden das reichverzweigte Bündelsystem derFruchtschale (frw, Fig. 31). Die Gefäfse der Bündel sindSpiralgefäfse.

Die Samen sind häufig nicht entwickelt oder nach kurzerEntwickelung abortiert. Man findet jedenfalls auch unter denreifen Früchten zahlreiche, die samenlos sind. Es ist dieseine bei Kulturpflanzen nicht eben seltene Erscheinung.

Die Entwickelung der Ovula zu den Samen gehtauf folgende Art vor sich. Die anatropen Ovula besitzenzwei Integumento, von denen das äufsere höchstens sechs(an der Spitze mehr wie sechs), das innere vier Zellschichten(an der Spitze bisweilen mehr wie vier) dick ist (Fig. 35 u. 49).Die Epidermis des äufseren Integumentes (ia) entwickelt sichin einer sehr eigenartigen Weise zu einer Sclereiden-Schleim-epidermis. Die Aufsenwand ist frühzeitig verdickt (1. Fig. 50)und bald zeigen die Zellen auch eine ausgesprochene palis-sadenartige Radialstreckung (1. Fig. 51). Die Aufsenwanddifferenziert sich schon in diesem Stadium, indem die ganzeäufsere Schicht den Charakter einer Schleimmembran an-nimmt (Fig. 51), die innerste Schicht aber mit der Seiten-und Innenwand zusammen eine, das Lumen umkleidende,harte, sclcrenchymatische Schicht bildet (Fig. 52 u. 53). Da-durch erhält man das eigenartige Bild einer Sclereidenschichtmit schleimiger Auflagerung. Diese letztere zeigt auch sonstkaum noch den Charakter einer zu besonderen Zellen gehö-renden Membran, sondern mehr den einer homogenen, überdie ganze Epidermis gebreiteten Schleimauflagerung (X, Fig. 52bis 54). In sie hinein wachsen nämlich wie in eine gleich-mäfsige Schleimmasse die oberen Enden der inneren Schichtender Epidermiszellen (Fig. 53 u. 54, l). Dieselben bilden baldkurze Kegel oder feine Spitzen, bald gegabelte Zapfen odergar hakenförmig gekrümmte oder hin- und hergebogene Enden.Es sieht aus, als wüchsen diese Partien in die Schleimmassehinein, wie Pilzfäden in Gelatine. Im Querschnitt betrachtet,zeigen die Epidermalsclereiden palissadenartige Streckung, vonder Fläche im Tangentialschnitt betrachtet erscheinen sie alsgestreckte und mehr oder weniger stark gekrümmte, dick-wandige Zellen, mit stumpf kegeligen Enden aneinander ge-fügt. Ihre Wand ist stark getüpfelt. Infolge dieser Thatsacheund der starken Krümmung ist das Bild, das man beimradialen Längsschnitt von ihnen erhält (Fig. 54, l) ein sehreigenartiges. Es sieht aus, als hätte man eine breite, reichmit gekreuzten Spaltentüpfeln versehene Wand vor sich, dienach aufsen in gerade oder gekrümmte Zapfen ausläuft. Diedie Zapfen bildende Innenwand der Epidermalsclereiden zeigt

nicht überall gleichmäfsige Verdickung. Besonders die Zapfenzeigen neben verdickten Partien dünne.

Das übrige Gewebe des äufseren Integumentes ist undbleibt parenchymatisch, doch obliterieren die Zellen sowohlder Mittelschicht (Fig. 4953, 2), wie der inneren Epidermis(Fig. 4953, 3), die im Jugendzustande reichlich zum Auf-bau der Sclereidenepidermis verwendete Stärke führen, baldnachdem sie dieselbe abgegeben haben, ein wenig, verhaltensich also wie eine typische Nährschicht. Die Obliteration istbei Citrus übrigens gering. Die innere Epidermis bleibt amlängsten erhalten und ist auch noch beim reifen Samen zufinden (Fig. 53, 3).

Das innere Integument (Fig. 35, ii), welches niemalsStärke führt, schon im Ovulum schmäler als das äufsere(Fig. 49), geht frühzeitig nahezu vollständig zu Grunde,besonders die äufsere Epidermis desselben und die mittlerenPartien (Fig. 4952, 4), die innere Epidermis jedoch bleibtlange erhalten und ist auch im reifen Samen noch alsbrauneHaut" wahrzunehmen (Fig. 4954, 5).

An das innere Integument legt sich der Nucellus an(Nuc, Fig. 4954, e), der ebenso wie ein ihm oft innen auf-gelagerter Endospermrest, auch im reifen Samen noch inForm einiger, meist zum Teil obliterierter, zum Teil verdickterund gelbe Ei weifsmassen führender Zellschichten wahrzunehmenist und beim Ablösen der Samenschale dieser innen anhängt.

Das Innere des reifen Samens besteht aus meh-reren Keimlingen (Polyembryonie), im Maximum sechsbis acht, von denen aber höchstens drei keimfähig sind, dieanderen sind als kleine Läppchen zwischen die grofsen ein-geschoben. Durchschneidet man die Samen daher längs, soläfst sich das Verhältnis leicht feststellen (Fig. 57) und auchein Querschnitt bietet ein ähnliches Bild (Fig. 50). Nur istdasselbe natürlich sehr mannigfaltig und variiert von Samezu Same. Bald sind die kleinen neben die grofsen geschaltet,bald schieben sie sich in dieselbe ein, bald umgeben gröfseredie kleineren. Längs- und Querschnitte orientieren daher nurunvollkommen über den Sachverhalt. Man thut daher ambesten, wenn man die Samen aufbricht und die einzelnenKeimlinge mit der Hand herauspräpariert. Sie besitzen diein Fig. 58 dargestellte Form und auch ein Längsschnitt (Fig. 55)belehrt darüber, dafs an einer kurzen, kegeligen Radicula (Rad)zwei grofse Kotyledonen (Cot) sitzen, die eine kleine Plumula(pZ)zwischen sich nehmen. Bei den gröfsten Keimlingen sinddie Kotyledonen dick und fleischig, bei den kleinsten zart,blattartig dünn.

Die Keimlinge von Citrus entstehen nun keineswegs alleim Embryosack (Ems, Fig. 47), wie dies die Regel ist, son-dern nur einer derselben ist das Produkt der Eizelle (Eix,Fig. 47), die anderen sind sogen.Nucellarembryonen" (Nc,Fig. 47), die aus der Randschicht des Nucellargewebes derNucellusspitze ohne einen eigentlichen Geschlechtsakt her-vorgehen. Der Embryosackkeimling eilt aber den Nucellar-embryonen voran und ist der bestausgebildete. Im jüngstenStadium erhält man daher ein der Fig. 47 entsprechendesBild, späterhin sieht man die einzelnen Embryonen von der