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Nucellarwand abgelöst (Fig. 48). Das Parenchym der Keim-linge ist von Prokambiumsträngen durchzogen, in denen schoneinige Spiralgefäfse ausgebildet sind. Bei den Kotyledonenist das Gefäfsbündelsystem (Fig. 5G) der Innenseite ge-nähert.
In den Zellen der Kotyledonen findet sich fettes öl undAleuron. Die Körner des letzteren sind in Ölplasma ein-gebettet, von ziemlich mannigfaltiger Gestalt, meist rundlich-oval, 2—10, meist 5 mik grofs und führen zahlreiche rund-liche Globoide.
Cort. fruct. aurautii.
Cort. aurantiorum, Cort. aurautii fructus, Flavedo fruct. aurant., Pomeranzenschalen, Bigaradeschalen,Orangenschalen, Ecoree d'Orange amere, Bitterorange Peel.
Die Pomeranzenschalen sind die von der reifen Fruchtvon Citrus vulgaris Eisso abgelösten Schalen. Die Schälungerfolgt entweder in der "Weise, dafs man Quadranten ablöstoder die Frucht ähnlich einem Apfel schält, indem man dasMesser in Spirallinie herumführt. Bei der ersten Schäl-methode hängt der äufseren Schale noch die innere, weicheweifse Schicht an, bei der anderen fehlt die letztere und die„Pomeranzenschale" besteht nur aus der äufseren Schicht derFruchtschale (Flavedo aurantiorum). Der Ort, wo die Ablösungder Fruchtschale bei dem gewöhnlichen, zuerst erwähntenSchälverfahren erfolgt, ist die lockere Schicht aufserhalb derFruchtfächer, dort, wo die inneren Fruchtwandbündel {y, Fig. 25)verlaufen. Man findet die letzteren daher auf der Innenseiteder Pomeranzenschalen als fädiges Netzwerk.
Bau und Entwickelung der Samen und der Fruchtfleisch-papillen ist oben geschildert worden. Auch die Fruchtschalewurde bereits von der Fruchtknotenwand bis zur halbreifenFrucht (Fruct. aurantii immaturi) verfolgt. Die weitere Ent-wickelung, die die Fruchtschale bis zur völligen Reife derFrucht durchmacht, führt nur zu geringen Veränderungen.Dieselben betreffen fast nur die inneren Fruchtwandpartien.Hier wird das Gewebe dadurch, dafs grofse Intercellularenzwischen den Zellen entstehen, sehr lückig und schliefslichentsteht ein tangential gestrecktes, in "Wasser stark quellendestypisches Sternparenchym (Fig. 41). Dort, wo die Arme des-selben aufeinander stofsen, ist die "Wand siebartig porös. Diesletztere ist bei der reifen Frucht fast ganz hesperidinfrei(es färbt sich mit Kali kaum gelb) und ganz frei von äthe-rischem Öl, also wertlos. Es wird daher meist abgeschält.Der Rest — die äufsere Fruchtschale — trägt den Namen„Flavedo aurantiorum".
Hesperidin in nicht unbeträchtlicher Monge findet sichdagegen in dem derben Gewebe der äufseren Fruchtwand-schichten (Fig. 40), die aus derb wandigen, verschieden starkverdickten Zellen bestehen, die oft kollenchymatische Eckenbesitzen. Doch ist der Hesperidengehalt bedeutend geringerals bei der unreifen Frucht. Es wird also ein Teil beimReifungsprozesse verbraucht. Auch monokline Oxalatkristallefindet man hier (kr, Fig. 10) und durch Eisenchlorid nach-weisbaren Gerbstoff, der im Gegensatz zum Hesperidin reich-licher in der reifen Frucht auftritt als in der unreifen. Dies
Tschirch und Oesterle, Anatomischer Atlas.
äufsere Gewebe wird von zahlreichen, Spiralgefäfse führendenBündelsträngen durchzogen (gfb, Fig. 40) und enthält auchdie gegen die Fruchtreife hin sich stark vergrößernden Öl-behälter (scb, Fig. 40), die oft einen Durchmesser von 1 bis2 mm erreichen, so dafs sie schon mit blofsem Auge als grofseovale Höhlen zu erkennen sind (scb, Fig. 34). Man findetin ihnen das ätherische Öl in grofsen Tropfen und oft auchnoch als centralen Ring die tröpfchenreiche resinogene Schicht(rsg, Fig. 40). Zwischen ihr und dem Randgewebe liegtdann die in Desorganisation begriffene Mittelschicht, in derman neben erhaltenen Zellen — in der äufseren Partie —auch zahlreiche Zellreste, z. B. nackte Plasmamassen — inden inneren Partien — findet.
Die aus polyedrischen Zellen bestehende Epidermis derFruchtschale führt Spaltöffnungen (st, Fig. 42). Die Epidermis-zellen führen zur Zeit der Fruchtreife gelbe Chromatophorenin Körnerform, bei den grünschaligen Varietäten (Curacao-schalen) und bei nicht ganz reifen Früchten grüne Chlorophyll-körner. Die über den Ölbehältern liegenden Epidermiszellensind oft arm an Chromatophoren. Auch in dem subepider-malen Fruchtschalenparenchym finden sich reichlich Chro-matophoren (Fig. 43).
Die anfänglich noch relativ derben Seitenwände derFruchtfächer werden beim Heranreifen der Frucht stark zu-sammengeprefst und bilden zum Teil die von der Apfelsineher jedermann bekannten, papierdünnen, die Abschnitte ein-hüllenden Häute. "Während nämlich das mittlere Gewebe derSeitenwände der Fruchtfächer und das centrale Gewebe derMittelsäule und die Innenschicht der äufseren Fruchtwandlückig und markig werden, strecken sich etwa drei, rings umjedes Fach laufende Schichten interstitienloser Zellen starktangential, parallel zur Oberfläche der Fächer, verdicken ihreZellen sclerenchymatisch und bilden schliefslich — zur Frucht-reife — eine zwar sehr dünne, aber feste, aus gestreckten,stark verdickten Fasern mit schrägen Tüpfeln bestehende derbeHaut (y, Fig. 32 u. 33). Die "Wände der Zellen derselbensind verholzt. Da diese derbe Haut an sehr lückiges Ge-webe grenzt, lassen sich die acht Fruchtabschnitte leicht ausder Schale und voneinander lösen, wie dies von den Apfel-sinen her allgemein bekannt ist.
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