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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Bei älteren Blättern findet man beiderseits vom Hauptnerven-bündel kräftige Bastzellstreifen als mechanische Belege derBündel und auch die sekundären Nerven, sowie einige dernächsthöheren zeigen dergleichen, nur natürlich schwächereBelege. Das Nervenbündel ist von der stärkeführendenParenchymscheide umgeben (pseh, Fig. 1). Besonders starksind die Bastzellen in dem Mittelnerven des basalenFlü-gels" (s. oben) entwickelt. Der Bau der Flügel gleicht dem

des übrigen Blattes, doch pflegen nur zwei Palissadenreihenentwickelt und das Mesophyll sehr kristallreich zu sein.

Das Hesperidin ist im Zellsafte der parenchymatischenElemente des Blattes gelöst. Es scheint besonders die Epi-dermis zu bevorzugen. Legt man frische Blätter oder inWasser aufgeweichte in Alkohol, so kristallisiert es in mehroder weniger deutlichen Sphaoriten aus.

Flor, aurantii.

Flor, naphae, Orangeblüten, Bigaradetolätter, Fleurs d'Oranger, Orange flowers.

Die Orangeblüten des Drogenhandels pflegen die nochnicht geöffneten Blütenknospen von Citrus vul-garis Eis so zu sein (Fig. 8). Violleicht sind die Blüten-knospen ölreicher als die geöffneten Bluten. Die Blütenstehen entweder einzeln in den Blattachseln oder bildenkleine Trauben. Sie sind gestielt, von gewimperten Deck-blättern behüllt und besitzen einen kleinen, undeutlich fünf-zähnigen, napfartigen Kelch von 5 6 mm Durchmesser(Se, Fig. 8, 9 u. 10). Die fünf gewölbten, fleischigen, aufsenkahlen Blumenblätter sind in der Knospe oben zusammen-geneigt (Fig. 8 u. 9), frisch weifs, getrocknet gelbbräunlichund durch die Ölbehälter der Aufsenseite braunfleckig. Jederovale braune Fleck der Aufsenseite entspricht einem Ölbehälter.Die zahlreichen (2025) Stamina sind meist in vier- bisfünffache Bündel vereinigt (Fig. 10, 11, 13): Polyadelphia.Der dicke Griffel (grf, Fig. 9 u. 13) endigt oben in einekeulenförmige Narbe (Na, Fig. 9) und sitzt einem meistacht (812-)teiligen Fruchtknoten auf. Dieser Frucht-knoten sitzt wiederum auf einem runden Diskus (Dis, Fig. 9u. 13).

Die Kelchblätter sind ziemlich derb (Se, Fig. 9 u. 13)und dick (Fig. 17 a). Auf der Innen-(Ober-)seite sowohl, wieauf der Aufsen-(Dnter-)seite sitzen der Epidermis Haare auf(t, Fig. 17 a, 18, 19, 20), doch sind dieselben auf der Innen-seite zahlreicher und dünnwandiger (Fig. 19). Die Haarehaben eine relativ dicke Aufsenwand und entweder keineoder zahlreiche dünne Querscheidewände (Fig. 20), besondersdie Spitze der Kelchblätter ist reich behaart. Die Epidermis-zellen der Innenseite (Fig. 19) zeigen eigenartige Streckungenund gruppieren sich in charakteristischer Weise um die Haar-basen. Die Epidermiszellen der Aufsenseite sind wenigergestreckt. Auf der Aufsenseite findet man reichlich Spaltöff-nungen (st, Fig. 18). . Die Partien dos Mesophylls, welcheunter der inneren Epidermis liegen, sind gestreckt unddie Zellen zeigen kollenchymatische Verdickungen (Fig. 17 a).Kristallzellen (kr, Fig. 17a) finden sich besonders auf derAufsenseite der Blätter, Sekretbehälter nicht eben sehr zahl-reich im Mesophyll (seb, Fig. 17 a).

Die fünf (46) Korollenblätter sind ziemlich dick,in der Mitte wohl 40, gegen die Blattspitze hin noch 20 Zell-reihen und mehr stark, verschmälern sich aber gegen denRand hin rasch und sind an letzterem nur wenige Reihendick. Ihr parenehymatisches Mesophyll ist reich durchlüftet(nies, Fig. 15) und wird von einer Reihe der Innenseite ge-näherter zarter Nerven (gfb, Fig. 15) durchzogen. ZahlreicheSekretbehälter typischen Baues (seb, Fig. 15) sind in das Ge-webe eingestreut. Die Epidermis der Aufsen-(Unter-)seite(Epa, Fig. 15) besteht aus, von der Fläche betrachtet, polyedrischenoder gestreckten Zellen (Fig. 17), deren Kuticula da und dortLängsfalten zeigt; die Epidermiszellen der Innen-(Ober-)seitesind fast alle papillös ausgestülpt (Pap, Fig. 15 u. 16), dieKuticula, auch der Papillen, ist längsfaltig. Spaltöffnungen (st,Fig. 15) scheinen nur auf der Innenseite in geringer Zahlvorzukommen.

Die Stamina (Fig. 913) sind bei der Knospe etwaso lang als der Griffel und bleiben auch nach dem Auf-blühen, welches durch Zurückschlagen der Corollenblätter er-folgt, gleich lang. Ihre pfriemlichen Filamentarteile sind be-sonders in den basalen Partien zu bandartigen Streifen ver-wachsen, doch bleibt auch in den unteren Teilen das einzelneFilament noch gut erkennbar. In der Mitte jeder der Fila-mente verläuft ein kleines Gefäfsbündelchen. Im oberen Teilesind die Filamente frei. Die Steubfadenbündel oder -Bändersind verschiedenzählig. Bald werden sie aus nur zwei, baldaus drei und mehr Staubfäden gebildet. Die grofsen gelbenAntheren sind dithecisch. Die runden Pollenkörner habenfünf Meriiionalfalten, in deren Mitte die Poren liegen.

Der Griffel endigt in eine kopfige Narbe (B'ig. 9,13, 14),die etwas gelappt erscheint und deren Mitte trichterartig ver-tieft ist (X , Fig. 21). Sowohl die trichterartige Vertiefungwie der ganze Narbenkopf sind dicht mit Narbenpapillen be-setzt (Np, Fig. 14, 21, 22), die dem Stiele fehlen. Dieselbenbesitzen Schleimmembranen und die Membranschleime sindes, die die Narbe zur Empfängniszeit schleimig machen. Machtman, von der Spitze beginnend, succedane Querschnitte (Fig. 21bis 25) durch den Narbenkopf, den Griffel und den Frucht-