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ständig und schliefslicli liegt der Kristall in einer von der Innen-wand gebildeten Zellwandtaschc (Fig. 7), die bisweilen sogar mitder äufseren Wand der Kristallzelle verwächst (Fig. 6). Stetsverdickt sich die Innenwand der Kristallzellen stark (Fig. Gu. 7), so dafs das Kristall in ein dickes Zelhvandpolster ein-gebettet erscheint. (Angew. Anatomie S. 110, Fig. 114.) Letz-teres besteht, wie die mikrochemischen Koalitionen lehren,aus Cellulose. Die Kristalle gehören zum tetragonalen System.Aufser an dieser Stelle besitzt aber das ausgewachsene Blattnoch an zahlreichen anderen Stellen Kristalle (Angew. Ana-tomie S. 321, Fig. 370), so an der Blattunterseite, im Meren-chym und besonders in der Nähe der Gefäfsbündel. Allediese oft sehr zahlreichen und meist vortrefflich ausgebildetenKristalle sitzen in Taschen und diese scheinen alle auf diegleiche Weise zu entstehen wie die oben beschriebenen. DieOxalatzellen der subepidermalen Partie der Blattunterseite sinderheblich kleiner als die der Oberseite. Sie besitzen auch hieretwa die Länge der benachbarten Zellen (Fig. 1). Entsprechendder Gröfso der Zellen wird das Membranpolster der Kristall-zellen des Morcnchyms nie sehr dick. Zuerst entstehen diesubepidermalen Kristalle der Oberseite, dann die subepider-malen Kristalle der Unterseite, dann die der Blattmitte undder Bündelscheiden.
Zum zweiten sind dem Blattgewebe Sekretbehältereingelagert. Dieselben besitzen fast kugelige Gestalt und sindschizo-ly sigene Ölbehälter. Da ihr Bau und ihre Ent-wickelungsgeschichte, wie wir uns überzeugten, beiden Laubblättern die gleiche ist wie bei denBlumenblättern, dem Fruchtknoten und der Frucht-schale, so sei dieselbe an dieser Stelle ge schildert.
Zunächst macht sich die Lage eines künftigen Sekret-behälters in den jüngsten Entwickelungsstadien dadurch be-merklich, dafs sich eine Gruppe von vier Zellen von derUmgebung durch anderen Inhalt, anderes Lichtbrechungsver-mögen, dünne Wand und besondere Gröfse abhebt. Der fein-granuliert erscheinende, chromatophorenfreie Inhalt führt einengrofsen Zellkern. Die kleinen Körnchen, die man im Inhaltebemerkt, verhalten sich gegen Reagentien (Jod, Alkohol, Salz-säure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Kali, Millons Reagens,Chlorzink, Kupferoxydammon) indifferent, speichern keine Farb-stoffe (Eosin, Methylgrün, Anilinviolet, Hämatoxylin, Pikro-carmin, Fuchsin), sind daher infolge ihres negativen Verhaltenszunächst chemisch nicht zu definieren. Da sie später ver-schwinden , können sie wohl zu den resinogenen Substanzengerechnet werden. Jedenfalls bilden die vier grofsen Zellen,in denen sich diese Körnchen finden, die offenbar aus einerMutterzelle hervorgehen, das „Kanalgewebe", aus dem derBehälter entsteht. Denn schon frühzeitig tritt in ihnen Zell-teilung auf und es entsteht durch dieselbe ein rundlicherKomplex zarter Zellen (Fig. 26), der frei von Chlorophyll undStärke bleibt und sich so von dem umgebenden Gewebescharf abhebt. Nunmehr entsteht an dem mittleren Begren-zungspunkte der mittelsten Zellen ein kleiner Intercellular-raum (Fig. 27). Die Zellen weichen dort auseinander, es ent-steht ein schizogener Raum. Derselbe erweitert sich allmählich
und erreicht im mittleren Entwickelungsstadium eine ziemlicheGröfse (Fig. 28). Die gegen den Intercellularraum hin lie-genden Membranpartien wölben sich gegen den Raum hinkappenartig vor und bilden in den Kappen zunächst eineSchlei mm ombran, die dann zur resinogenen Schicht wird(Fig. 28). In ihr, die stets eine körnige Beschaffenheitzeigt, entstellt das ätherische Öl. In mittleren Entwickelungs-stadien findet man die Reste der resinogenen Schicht ohneSchwierigkeit im Innern des Behälters (Fig. 1, scb). Nach-dem die resinogeno Schicht gebildet ist, beginnen die Zellendes Kanalgewebes , deren Zahl nunmehr durch Teilung min-destens auf sechs bis acht gestiegen ist, zu Grunde zu gehen, ihreWände verschleimen und werden resorbiert, so dass eine unterder resinogenen Schicht liegende Schleimplasmamasse entsteht(X, Fig. 29), die schliesslich mit der resinogenen Schichtverschmilzt (Fig. 30). Aber noch lange bleibt dieselbe quell-bar und scharf abgegrenzt gegen den Intercellularraum undnoch lange sind Reste der Membranen der zu Grunde gegangenenZollen in ihr sichtbar (Fig. 30). Schliefslicli bleibt aber nichtsoder so gut wie nichts von den zu Grunde gegangenen Zellenübrig und nur ein grofser Öltropfen liegt im Innern des Be-hälters : die resinogene Schicht und die Schleimschicht werdenaufgebraucht. Die Behälter sind also typisch schizo-lysigen.(Angew. Anatomie S. 517.) Übrigens beteiligen sich an demzu Grunde gehen nur die Zellen des Kanalgewebes, d. h. nurdie Zellen, welche aus den ursprünglichen vier Centralzellen(Fig. 26) durch Teilung hervorgegangen sind. Das diese um-gebende Gewebe vergröfsert sich zwar auch durch Teilungseiner Zellen entsprechend der Vergröfserung des Kanals underzeugt eine mehr oder weniger deutlich sich abliebende,die Behälter umgebende Randschicht, die Zellen gehen abernicht zu Grunde (Fig. 15). So kommt es, dafs die rundlichenÖlbehälter der Blätter, Blüten und Früchte, wenn diese völligausgebildet sind, nicht mit einem Sezernierungsepithel aus-gekleidet sind, sondern Zellmembranreste und Fetzen als Begren-zung gegen Innen erkennen lassen oder mit einer körnigenSchicht ausgekleidet sind, in der oft Membranreste sichtbar sind.Dies hat ja bekanntlich dazu geführt, die Behälter für reinlysigenzu erklären, was sie, wie aus Obigem hervorgeht, nicht sind.In den Blättern liegen sie besonders auf der Oberseite imPalissadengewebe und reichen bis ins Merenchym hinein.Aufsen stofsen sie an die Epidermis, die über ihnen mulden-förmig vertieft ist.
Die Nerven treten zwar deutlich, aber nicht sehr scharfhervor. Nur der Mittelnerv wölbt sich kräftig nach untenvor. Das Bündel des Mittelnerven besteht eigentlich aus zwei,durch eine Lücke (X, Fig.'l) getrennten Biindelstreifen (Fig. 1),einem gröfseren gegen die Blattunterseite gerichteten Bündel-bogen und einem kleineren, gegen die Blattoberseite gerich-teten Streifen. Beide zeigen im Holzteil radialstrahligenBau. Die den Siebteilen der Bündel nach aufsen hin auf-gelagerten Bastzellstränge sind bei Blättern (wie sie in Fig. 1dargestellt), bei denen die Oxalatzellen der Oberseite nochnicht völlig ausgebildet sind, auch noch nicht völlig entwickelt,doch sieht man die Bastzellanlagen bereits deutlich (B, Fig. 1).