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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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auf die Eindenstrahlen bescliränkt. Betrachtet man diesen Teilim tangentialen Längsschnitt, so erhält man das in Fig. 13dargestellte Bild. Die Eindenstrahlen (rst) bestehen aus rund-lichen Zellen und sind 530 und mehr Zellen hoch. ImQuerschnitt beträgt ihre Breite 1 4 Zellen (Fig. 10). Zwischenden braunen Eindenstrahlen, die als dunkle Strichelchen auf derAufsenseite der Droge (Fig. 5, ml; u. 5 a) hervortreten, liegt dasweifse, die hellen Felder der Droge (Fig. 5, X) bildende Rinden-gewebe: die obliterierten Siebstränge (sb, Fig. 13) eingebettetin Stärke und Oxalat (kr) führendes Phloemparenchym (php).Nur in der Nähe des Kambiums findet man auch bei derDroge noch intakte Siebröhren (Fig. 14 b).

Das Kambium ist mehrreihig (c, Fig. 10). Auch Mark-strahlkambium ist deutlich. Der Gefäfsteil, nach dem ObenAusgeführten der Gefäfsteil der normalen Längsbündel, ist inradialer Richtung von rotbraunen, im Tangentialschnitt 5 bis30 und mehr Zellen hohen Markstrahlen durchzogen. In demweifsen Gewebe zwischen diesen liegen isoliert und ziemlich"weit von einander entfernt Gefäfse, einzeln oder zu wenig-gliedrigen Gruppen vereinigt (gf, Fig. 10), die von Holzparen-chym begleitet werden, das ganz den Charakter gewöhnlichenParenchyms trägt. Tracheiden fehlen. Auf dem tangentialenLängsschnitte sieht man, dafs die Gefäfse in einiger Entfer-nung von obliterierten Strängen begleitet werden. GrofseOxalatzellen sind im Gewebe zerstreut (kr, Fig. 10). Die-selben führen eine ungewöhnlich grofse Druse, diemeist aus derben Kristallen (Fig. 10 u. 14, kr), seltener auskleinen nadelartigen Individuen besteht (X, Fig. 10) und 40bis 85 mik im Durchmesser mifst. Sie bewirken, dafs dieDroge beim Kauen knirscht. Die Gefäfse sind in überwiegen-der Zahl derbe Netzleistengefäfse (Fig. 14), seltener eigent-liche Leitergefäfse. Ihr Durchmesser beträgt C5175 mik,der der engen 2530 mik. Ihr Verlauf ist ein geschlängelter.Sie anastomosieren und umziehen die dunklen Markstrahlenin flachen Bögen (Fig. 5 a). Die grofsen weifsen Felder (Fig. 5 a)führen die Hauptanastomosen. In jedem dieser Felder liegenmehrere feinere Verzweigungen. Die das ganze parenehyma-tische Gewebe des Rhizoms erfüllende, das Aussehn der so-genanntenweifsen Grundmasse" bedingende Stärke (st, Fig. 14)besteht aus rundlichen Körnern mit Spalt, die bald einzelnliegen, bald zu mehreren (24) zusammengesetzt sind. IhrDurchmesser beträgt meist 1117 mik, doch kommen auchkleinere daneben vor von 36 mik Grofse. Einige Zellendes Grundgewebes führen auch Schleim.

Die anormalen offenen Bündel des inneren Teilesdes Rhizoms die, wie oben ausgeführt, die Maserstrahlenkreise(stk, Fig. 4 u. 6) bilden, bestehen aus denselben Elementen,sind aber abweichend gebaut, der Siebteil liegt bei ihneninnen, der Gefäfsteil aufsen (Fig. 11), das Kambium durch-schneidet in Kreisform die Maser in der Mitte. Die braunengeraden oder gewundenen, um einen Punkt gestellten Maser-linien sind die Rinden- bez. Markstrahlen (rst und mk, Fig. 11).Sie laufen von einem Punkte, der primären Bündelanlage,aus strahlig nach allen Seiten (Fig. 4, 6, 11) und enthaltendie Oxymethylanthrachinone und die Glycoside. Im Siebteil

Tschirch und Oesterle, Anatomischer Atlas.

der Maserbündel findet man zahlreiche Keratenchymbündel,obliterierte Siebstränge (sb, Fig. 11), begleitet von wenigPhloemparenchym und grofsen Oxalatzellen. Das kreisförmigeKambium (c, Fig. 11) ist schmal, der Gefäfsteil analog dem Ge-fäfsteil der normalen Längsbündel aus wenigen Gefäfsen undviel Holzparenchym gebildet. Letzteres führt gleichfalls Stärke,Schleim und Oxalat. Der Siebtoil der Masern gleicht also ganzdem Siebteil der normalen Längsbündel, der Gefäfsteil ganz demGefäfsteil der letzteren.

DerartigeMasern", d. h. also Querschnittsansichtenoffener anormaler Bündel findet man auf der Aufsenseite derDroge (Fig. 5), auf der mittleren Partie der Innenseite (Fig. 4)und in der mittleren Partie des Querschnittes (Fig. 3). Dengröfsten Durchmesser haben die Maserstrahlenkreise der innerenLängsbündel (auf dem Drogenquerschnitt [Mas, Fig. 3] deutlich),da sich dieselben am bequemsten vergröfsorn können, amkleinsten sind die Masern der äufseren Querbündel (auf derAufsenseite [Fig. 5] sichtbar), da dieselben zwischen das andereGewebe eng eingekeilt sind. Die Mitte zwischen beiden haltendie inneren Querbündel (stk, Fig. 4). Da die Masern sichfortdauernd vergröfsern, so findet man die gröfsten Masernin alten Rhizomen und in dorn unteren, also ältesten Teileder Rhizome, die kleinsten Masern in jungen Rhizomen. Dadie europäischen Rhabarber von jungen Rhizomen stammen,sind ihre Masern stets sehr klein (Fig. 15).

Das Mark ist sehr grofs und besteht aus einem lockeren,Stärke und Oxalat führenden Parenchym, in das einige Schleim-und Farbstoffzellen eingebettet sind. Die Oxymethylanthrachi-none sind also auf die Markstrahlen beschränkt. Dadurch ent-steht das marmorierte Aussehn. Der Farbstoff des Rhabarber,der in den Eindenstrahlen, den Markstrahlen und einzelnenZellen des Markes enthalten ist, aber auch den Stärkezellennicht ganz fehlt, ist ein Gemisch mehrerer. Er löst sich mitgelbroter Farbe in Alkali, mit gelber in Chloral. Läfst manGhloralpräparate längere Zeit in Glycerin liegen, so kristallisierteiner der Farbstoffe (wie es scheint das Emodin) in sehr langenNadeln in den Zellen aus (Fig. 14 a).

Anfangs enthalten die Ehizome wenig Oxalat und auchwenig Farbstoff. Gegen die Zeit der Blütenbildung, also imdritten bis fünften Jahre, nimmt Stärke, Farbstoff und Oxalatzu, später sinkt der Gehalt an diesen drei Körpern wieder.Die besten Ehizome erhält man also von Pflanzen, die nochnicht Blütenstände gebildet haben, aber unmittelbar davor stehen.

Wurzeln fehlen der chinesischen Droge stets. Dochsind sie regelmäfsig in europäischen Ehabarbern, besondersdem Ead. Ehei gallic. und austriac. zu finden. Der Querschnitt(Fig. 9) zeigt radialstrahligen Bau in Binde und Holz bis zumCentrum. Braunrote Mark- und Eindenstrahlen durchziehendas mehlig-weisse Grundgewebe. Masern fehlen. Auch hierfinden sich die oben beim Ehizom beschriebenen Schleim-höhlen aufserhalb des Kambiums in der Einde.

Das Pulver.

Das Pulver (Fig. 14) ist sehr charakteristisch. Die Frag-mente der grofsen Netzleistengefäfse fallen zunächst auf. Dann

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