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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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teil innen liegt (sb und gth in Fig. 7 u. 8), liegt bei ihnender Siebteil innen und der Gefäfsteil aufsen. Während dienormalen Längsbündel kollateral sind, sind die anormalenkonzentrisch. Es kommt dies daher, dafs sie unter dem Vege-tationspunkt in der Weise angelegt werden, dafs zunächst einSiebteilstrang aus dem Prokambium entstellt, dieser sich miteinem Kambiumstreifen umgiebt und der letztere nun ganz innormaler Weise nach Innen hin Siebteilelemente, nach AufsenGefäfsteilelemente bildet. Da auch die Gefäfsteil und Siebteildurchschneidenden Mark- bezw. Eindenstrahlen normal angelegtwerden, so entsteht ein Gebilde, das querdurchschnitten einenStern bilden mufs. Da nun nur die Mark- bezw. Eindenstrahlendie Farbstoffe führen, so erscheinen die Bündel querdurch-schnitten als braune Maserstrahlenkreise (stk, Fig. 4,

5 u. 6, Mas). Solche Querschnitte durch anormale, mit selbst-ständigem Dickenwachstum begabte Bündel findetman in sehr verschiedenen Schichten. Die anormalen Längs-bündel werden auf einem Querschnitte durch das Bhizom imQuerschnitte, also als Maserstrahlenkreise erscheinen (Fig. 3,

6 u. 7, III Mas), die äufseren anormalen Querbündel wirdman in Querschnittsansicht bei einem tangentialen Flächen-schnitte durch die Partie I oder II der Fig. 3 oder 7 erhalten(Fig. 5, stk) und die inneren anormalen Querbündel werdenals Maserstrahlenkreise im inneren Teile eines medianenLängsschnittes durch das Bhizom erscheinen (stk in Fig. 4).Maserstrahlenkreise müssen daher bei der Drogesichtbar sein auf der Aufsenseite, auf der centra-len Partie der Innenseite und auf dem Querschnitte.Dies ist in der That der Fall (vergl. Fig. 3, 4 u. 5). Anderer-seits wird man die anormalen Längsbündel in Längsansichterhalten auf dem Längsschnitte durch das Bhizom (Fig. 8 undFig. 4, III, Mas), die äufseren und die inneren anormalenQuerbündel dagegen auf dem Querschnitte durch das Bhizom(qs und % Fig. 7).

So klar die Verhältnisse bei einem jungen Bhizom liegen,so sehr komplizieren sie sich und werden unübersichtlich,wenn das Bhizom älter wird. Ohne junge Stadien herbei-zuziehen, läfst sich der Bau der Droge absolut nicht erklären.Diese Komplikation tritt besonders dadurch ein, dafs die anor-malen, konzentrischen Bündel sogenannte offene sind. Ihr Kam-bium bleibt dauernd thätig und selbst in alten Bhizomen sinddie Zellen desselben noch teilungsfähig. In der That ver-größern sich die mitten im Gewebe liegenden Bün-del fortdauernd und schieben das Grundparenchym beiSeite. Sie sind daher von einem Kranze obliterierter Zellenumgeben. Da nun diese Vergröfserung oft sehr erheblich ist,die Bündelstränge ohnedies nahe bei einander liegen, und dieinneren Querbündel wegen der Kürze der Internodien dichtübereinander streichen, so ist die Folge davon, dafs bei älterenBhizomen eine solche Fülle von Maserstrahlenkreisen auf Quer-schnitt und Innenseite durcheinander auftritt, dafs man dieZugehörigkeit derselben und ihre Beziehungen zu einandernicht mehr feststellen kann.

Je jünger ein Ehizomstück ist, um so klarer treten dieVerhältnisse noch hervor. Am undeutlichsten sind sie bei

ganz alten Bhizomen (Fig. 3), deutlicher schon sind sie beider Mehrzahl der Drogenstücke (Fig. 6), die eine Dicke vonetwa 2 cm besitzen, am deutlichsten an einjährigen Rhizomen(Fig. 7 u. 8), und zwar stimmen Rheum officinale, Bh. pal-matum und Bh. Emodi im Bau des Rhizoms ganz überein. Auchdie übrigen Bheumarten, die Bhabarber liefern, zeigen keinegrofsen Abweichungen. Da die europäischen Bhabarber, soweitsie nicht aus Wurzeln bestehen, relativ junge Bhizome dar-stellen, kann man bei ihnen oft den Bautypus noch relativam besten verfolgen (Fig. 15). Denn im grofsen und ganzengleicht ihr Bau dem des chinesischen Bhabarber. Auch beiihnen ist besonders das System der anormalen Längsbündelgut entwickelt und man sieht daher auf dem Querschnitte aminneren Bande der radialgestreiften Zone (I Estr, Fig. 15)regelmäfsig gut entwickelte Maserstrahlenkreise (Fig. 15, III,Mas). Der wesentliche Unterschied, der (wohl hauptsächlichvon Bheum Bhaponticum gesammelten) europäischen Bhizomevon den chinesischen scheint mir in einem sehr grofsen Markezu liegen, ferner in undeutlich entwickelter marmorierter Zoneund wenigen Querbündeln (qs, Fig. 15).

Der anatomische Bau des Rhizoms des chinesischenRhabarber ist folgender: Das Periderm ist stets abgeschält.An den mir vorliegenden frischen Exemplaren von Rheumofficinale konnte ich feststellen, dafs es aus mehrreihigem,rotbraun gefärbtem Kork, dem zarten Phellogon und einerschmalen Phellodermschicht besteht. Auch die primäre Rindeist bei der Droge abgeschält. Sie besteht aus zarten, tangen-tialgestreckten Parenchymzellen. In das Gewebe sind Grup-pen gelber Zellen eingebettet. Dann folgt die von rotbraunenRindenstrahlen in radialer Richtung durchzogene sekundäreRinde, von der bei der Droge im besten Falle nur die innerenSchichten erhalten sind. Diese aber sind höchst charakte-ristisch dadurch, dafs in ihnen mächtige Schleimhöhlenliegen (Sohl, Fig. 3, 7 u. 12). Dieselben finden sich nicht weitaufserhalb des Kambiums und entstehen dadurch, dafs einegröfsere Anzahl von nahe bei einander liegenden Schleim-zellen durch Zerreifsen der Querbrücken zusammenfliefsen undauf diese Weise eine Höhle entsteht. Die ursprünglichenSchleimzellen scheinen Zellen mit Schleimmembranen zu sein.In der Mehrzahl der Fälle, wo dem Rhabarberstücke nochetwas Rinde anhaftet, findet man diese Schleimhöhlen auchnoch in der Droge (Fig. 3, Schi). Da sie in dem Siebteileder anormalen Bündel, den Masern, fehlen, so findet man sienie an Stücken, die bis zum Kambium oder darüber hinausgeschält sind. Sie bilden dieharzglänzende Schicht amKambium" der Autoren. Legt man ein frisches, querdurch-schnittenes Bhizom in Wasser, so quellen an der Stelle, wo dieSchleimhöhlen liegen, ringsum gewaltige Schleimmassen hervor.

Der Sieb teil der sekundären Binde, nach dem obenAusgeführten der Siebteil der normalen Längsbündel, bestehtaus zum Teil obliterierten Siebsträngen (sb, Fig. 10), die ein-gebettet sind in Phloemparenchym. Das letztere führt reich-lich Stärkekörner und Oxalatdrusen. Die Farbstoffe jedoch(die Oxymethylanthrachinone: Emodin und Chrysophansäureund die brannen Glycoside z. B. das Ohrysophan) sind hier