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sind, während alte, etwa fünfjährige Rhizomc weich undschwammig oder hart und holzig sind, dabei arm an Stärkeund Emodin und Chrysophansäure. Die gleichmäßige Er-füllung mit Stärke und den Oxymethylanthrachinonen isteigentlich nur im mittleren Lebensalter zu finden, vor derBlüteperiode, also etwa im dritten oder vierten Jahre.
Tür den Handel werden die Knollen bez. Ehizome desRhabarber sehr stark beschnitten. Zunächst werden sämtlicheWurzeln entfernt, dann die Spitzenknospen und sämtlicheSeitenknospen (Nebenknollen, Nebenwurzelstöcko Jen,,,), fernerder ganze terminale, also jüngste Teil der Centralknollen. DieDroge besteht also vorwiegend aus den basalen, also ältestenRhizomparticn. Alsdann wird auch die Korkschicht und eingrofser Teil der Kinde oft bis zum Kambium, ja bisweilendarüber hinaus entfernt (Fig. 3).
Die "Wurzeln der Rheumarten besitzen oft eine so grossoMächtigkeit und einen so erheblichen Durchmesser und Farb-stoffreichtum, dafs es begreiflich erscheint, dafs dieselbenebenfalls zu Heilzwecken benutzt werden. Ob dies in Asiengeschieht, ist nicht bekannt. In Europa wird es aber jeden-falls umfangreich geübt, denn das Material, welches mir vonRhiz. rhei gallici und austriaci vorliegt, besteht vor-wiegend aus Wurzclstücken und nicht aus Ehizom-absehnitten. Wo solche letztere darin angetroffen werdensind sie meist klein und kegelförmig und repräsentieren offen-bar den ganzen geschälten Centralknollen. Diese Sorten werdenvon Rheutn Ehaponticum abgeleitet. Bei Ehiz. rhei anglic.liegen die Sachen etwas anders. Von dieser Droge, derenStammpflanzen Rheum Ehaponticum und Rh. ofücinale sind,liegen mir sowohl flache Rhizomstückc, dem echten Rhabarberziemlich ähnlich, als auch rundliche Rhizomquerscheiben, alsauch dicke Win zclstücke, von den Rhaponticstückcn rechtverschieden, vor.
Sehr eigentümlich ist das Aussehn des chinesischenRhabarber auf dem Querschnitt, auf der Innen- undder Aufson seile. Wie bereits erwähnt, wird die Eindomeist bis in die Nähe des Kambiums abgeschält, bisweilengeht die Schälung sogar über dieses hinaus bis in den Holz-körper hinein. Man erhält daher auf dem Rhizomquerschnittein Bild, das Fig. 3 entspricht. Bei Fig. 3 schneidet dieSchälung rechts etwa mit dem Kambium ab (c), oben (c,) istnoch etwas Rinde (li) sichtbar. Auf das Kambiuni, das inWollenlinien ringsum läuft, folgt dann eine radialstrahligePartie (Estr), die sich übrigens auch nach Aufsen über dasKambium hinaus fortsetzt, soweit von der Rinde etwas übriggeblieben ist. Diese radialstrahlige Partie ist selten regel-mäfsig strahlig. Meist verlaufen die braunroten Strahlen, dienichts anderes als die den Holzkörper durchschneidendenMarktstrahlen sind, unregelmässig, in seichten Bögen, inWellenlinien, in Schleifenform (Rgir, Fig. 3 u. 6). Zwei dieserMarkstrahlen streichen bisweilen parallel von einander. Abernur selten zeigen mehr wie zwei annähernd parallelen Ver-lauf. Unterbrochen wird die radialstrahlige Partie von oftziemlich beträchtlichen, elliptischen Erweiterungen, um dieherum ausbiegend die Markstrahllinien streichen. Diese Er-
weiterungen, die bald ein marmoriertes Aussehn besitzen(bsp, Fig. 3), bald eine strahlige Maser führen (bsp n Fig. 3)sind entweder die Blattspuren, welche von den Blattinser-tionsstellen zu dem normalen Längsbündelstamme führen(ra, Fig. 8) oder die äufseren Querbündel (siehe w r eiter unten),die durch die Einde, das Kambium und den Holzkörper hin-durchlaufen und so die Knospen- oder Blattbündel mit deninneren Stammbündeln in Verbindung setzen. Bei dünnerenEhizomstücken sieht man diese äufseren Quorbündel wohlauch als besonders breite orangerote Streifen in radialer Rich-tung die strahlige Partie durchziehen (Fig. 3). Von Aufsonoder im tangentialen Flächenschnitt betrachtet zeigt die strah-lige Bhizompartie in Holz und Binde ziemlich das gleicheAussohn (Fig. 5). Man bemerkt relativ regelmäfsige hellerhombische Felder (x) und die Mark- bez. Rindenstrahlenals mehr oder weniger lange, gerade oder gekrümmte Strichel-chen (mk, Fig. 5). Dadurch bekommt die Außenseite der Drogeein sehr eigenartiges Aussehn (Fig. 5). Nun folgt eine kör-nige Schicht von marmoriertem Aussehn (mar,Fig. 3 u. 6), in der der Verlauf der Markstrahlen ganz un-deutlich wird. Diese Schicht ist bei mäfsig dicken Stücken,wie sie der Handel jetzt meist enthält, sehr deutlich (II, Fig. G)und sowohl gegen Innen wie gegen Aufsen scharf abgesetzt.Bei älteren Ehizomstücken (Fig. 3) ist sie weniger deutlich,da sie durch Heranwachsen der nächstfolgenden Zone zu-sammengedrückt wird. Sie besitzt ein körniges Aussehn:rotbraune Punkte liegen in einer weifsen Grundmasse. Deut-licher tritt sie, auch bei älteren und dickeren Stücken aufdem radialen Längsschnitte oder einem medianen Längsdurch-schnitte durch das Rhizom hervor, wie er in der Droge sohäufig ist, da die Rhizome, um sie bosser trocknen zu können,längs halbiert werden. Betrachtet man die Innenseite einessolchen Rhizomstückes (Fig. 4), so tritt die marmorierte Zone(mar) als eine deutlich differenzierte Schicht hervor.
Die dritte Zone des Querschnittes (III, Fig. 6) ist diemerkwürdigste. Sic wird gebildet von höchst eigentümlichen„Maserstrahlenkreisen", die, wenn man sie analysiert,sich als aus zahlreichen geraden oder gekrümmten braunroten,um einen Punkt strahlig angeordneten Linien bestehend, er-weisen (Mas, Fig. 6 u. Fig. 3). Bei jüngeren Rhizomstückensind diese Masern deutlicher, weil armstrahligor, und liegenlockerer (Fig. 6), bei älteren sind sie reichstrahliger und liegenoft sehr dicht gedrängt. Dadurch werden sie undeutlicher(Fig. 3). Wie man auf radialen Längsschnitten oder denschon oben erwähnten medianen Längsdurchschnitten durchdas Bhizom, also durch Betrachtung der Innenseite der Drogen-stücke (Fig. 4) leicht feststellen kann, gehören diese Maser-strahlenkreise unregelmäßig längsverlaufenden Bündeln an.Sie bilden auf dem radialen Längsschnitte eine gestricheltmarmorierte Zone (Mas, Fig. 4), die sich von der gekörntmarmorierten vorhergehenden auch bei dicken Stücken nochscharf abhebt.
Die vierte Zone (IV, Fig. 6) setzt sich an die dritte un-mittelbar an. Sie ist ziemlich breit und nimmt bei den dicke-ren Ehizomen die ganze Mitte, oft fast die Hälfte des Quer-