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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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An der Röhre der Randblüten, die im allgemeinen den gleichenBau besitzt wie die Fahne, sind die Haare in viel grössererZahl vorhanden, besonders die einreihigen Trichome sind sehrzahlreich und stehen dicht gedrängt. Zwischen ihnen bemerktman nur wenige Oldrüsenhaare.

Der Bau des Fruchtknotens, des Pappus und des Griffelsgleicht dem der entsprechenden Teile der Scheibenblüten undwird bei diesen beschrieben werden.

Die Scheibenblüten besitzen eine Corolle, derenDicke ziemlich erheblich differiert. Durchschneidet man sieim oberen Teile bei y (Fig. 4), so bietet sie das in Fig. 9 dar-gestellte Bild. Ihr Bau ist hier sehr einfach. Oft bestehtdas Kronenblatt hier nur aus den beiden Epidermen (Fig. 16),zwischen die sich nur höchstens eine Zollschicht einschiebt-Nur bei den Nerven (gfb, Fig. 16) ist das Blatt etwas dicker.Die Epidermis der Innenseite besteht aus im Querschnittehohen Zellen (Epi, Fig. 16), die von der Fläche betrachtet(Fig. 21) gestreckt und schwach wellig erscheinen. Die Epi-dermis der Aufsenseite, im Querschnitte (Epa, Fig. 16) derEpidermis der Innenseite ähnlich, zeigt, von der Fläche be-trachtet (Fig. 22), starke wellige Konturen, da und dort findensich Stomata (st, Fig. 22) und Haare, sowohl typische ein-reihige, wie auch Öldrüsen (oed, Fig. 22). Weiter unten, inder Nähe der Anheftung der Stamina (bei ß, Fig. 4) ist dieCorolle schon, etwas dicker (Fig. 10) und an der Aufsenseitestark behaart. Zwischen den beiden Epidermen ( Epi und Epa,Fig. 17) liegen mehrere Reihen zarter Mesophyllzellen. Nochweiter unten (bei a, Fig. 4), wo nur der Griffel (grf, Fig. 11)durch den Schnitt getroffen wird, ist die Corolle sehr dick(Fig. 11). Deutlich tritt hier die Verwachsung aus fünf Blätternhervor. Die innere Epidermis (Epi, Fig. 18) trägt auch hierkeine Haare, wohl aber finden sich auf der Epidermis derAufsenseite (Epa, Fig. 18) Haare beiderlei Art reichlich (t undoed, Fig. 18 u. 23 und Fig. 19). Das Mesophyll ist ein klein-zelliges Parenohym rundlicher Zellen (mes), das von den fünfBündeln {gfb) durchzogen wird. Die Epidermiszellen derAufsenseite sind stark gestreckt (Fig. 23). An der Spitzeläuft die Corolle in fünf etwas zurückgeschlagene Zipfelaus. Dieselben sind dreieckig und tragen auf der zurück-geschlagenen Ober- (also Innen-) Seite (Pap, Fig. 4) einegrofse Zahl ziemlich ansehnlicher, dicht nebeneinander lie-gender keuliger Papillen (Pap, Fig. 20). Für gewöhnlich istdort jede Epidermiszelle in eine solche lange Papille aus-gezogen. Diese Papillen fehlen der Unter- (Aufsen-) Seite undsind reichlich auch nur an der Spitze der Zipfel zu finden.Fünf Nervenbündel (gfb in Fig. 9 u. 10 und Fig. 16) durch-ziehen die Corolle in ihrem oberen Teile (von ß an aufwärts).Dieselben laufen zwischen den Zipfeln und anastomosierenmit kegelförmigen Anastomosen in den Zipfeln (Fig. 20). Unter-halb der Insertionsstelle der Filamente bemerkt man im Meso-phyll der Corolle zehn Bündel in fünf Phalangen. Je zweiBündel liegen dicht hintereinander (gfb u. gfb,, Fig. 11 u. 18).Die der Innenseite der Corollenröhre genäherten Bündel (gfb,,Fig. 11 u. 18) dieses Zwillingspaares treten in die Filamenteaus, die der Aufsenseite genäherten (gfb, Fig. 11 u. 18) in

die obere Corolle. Die die gelbe Farbe bedingenden gelbenChromatophoren liegen vorwiegend in den Epidermiszellen derCorolle, fehlen aber besonders im oberen Teile der Corolleauch den inneren Schichten nicht.

Die etwa in halber Höhe der Corollenröhre, dort wo sichdieselbe erweitert, inserierten Stamina (Fig. 4) besitzen einFilament, das im Querschnitte oval ist (Fig. 9 u. 10), ausdünnem Parenohym besteht und von einem centralen Bündeldurchzogen wird (Fig. 8, gfb). Im oberen, inneren Teile sinddie Epidermiszellen in ähnlicher Weise, wie dies bei denFlor, chamomillae (Tafel 2) beschrieben wurde, ausgebildet.Auch der Bau der Anthore ist dem der Kamillenantheren(Tafel 2, Fig. 17 u. 18) ähnlich. Das Gleiche gilt von denPolionkörnern (Fig. 12), die auch hier eine grobstacheligoExine und drei Austrittsstellen für den Pollenschlauch be-sitzen.

Der Griffel wird an seiner Basis von einem wulstigenDiscus umgeben (Dis, Fig. 4), der aus kleinzelligem Paren-ohym besteht (Dis, Fig. 24). Im übrigen besteht er aus ge-wöhnlichem dünnwandigem Parenohym. In der Mitte liegtdas leitende Gewebe, die Tela conduetrix (l, Fig. 7). Beider-seits davon laufen zwei zarte Bündel {gfb, Fig. 7). Die Epi-dermis führt gelbe Chromatophoren. Nach oben hin läuft derGriffel in zwei grofse, zurückgerollte Narben aus (Fig. 2, 3, 4, 5),die besonders an der Spitze dicht besetzt sind mit zahlreichen,spiefsigen Narbenpapillen (Pap, Fig. 5), zwischen denen manregelmäfsig einige eingefangene Pollenkörner (Pol, Fig. 5) findet.Zwischen der Papillenzone und der Gabelungsstolle ist dieNarbe auf der Innenseite fein warzig (x, Fig. 5). Dort liegtein dichtes Epithel schmaler, palissadenartig gestreckter Epi-dermiszellen, die an der Spitze oft in kurze papülöse Vor-stülpungen auslaufen.

Verfolgt man das leitende Gewebe des Griffels nachunten, so sieht man, dafs sich dasselbe beim Eintritt in dieFruchtknotenhölile in zwei Arme gabelt, die an gegenüber-liegenden Stellen der Fruchtknotenwand und zwar an derinneren Grenze derselben als zwei zarte Leisten herablaufen(l u. / Fig. 25 u. 27). Diese Leisten zeigen ganz den gleichenBau wie die Tela conduetrix oben: es sind Gruppen kollen-chymatisch verdickter Zellen mit hellen Wänden.

Der Bau der Fruchtknötenwand ist interessant. DieEpidermis (Ep, Fig. 25) trägt zweierlei Haare. Zunächst Öl-drüsen (oed, Fig. 24) in grofser Zahl und dann eigenartigeZwillingshaare, die den übrigen Blütenteilenfehlen (t, Fig. 24). Es sind dies zweizeilige Haare, die obenin eine zweispiefsige Spitze auslaufen. Die trennende Wandist reich getüpfelt (tpf, Fig. 24). Diese Haare sind am Frucht-knoten schräg aufwärts gerichtet (E'ig. 24) und heften die Fruchtam Boden fest. Unter der Epidermis folgt dann eine Zellreiheinhaltsreichen Parenchyms (X, Fig. 24 u. 25). Dann stöfst manauf einen Intercellularspalt und dann auf eine Bastzellzone,die 24 Zellen breit ist (B Fig. 24 u. 25) und bisweilenUnterbrechungen zeigt. Die Zellen dieser Zone sind nichtsehr stark verdickte Bastzellen mit spitzen Enden (Fig. 24).Die äufserste Reihe zeigt an der gegen die Epidermis ge-