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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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richteten Seite eigentümliche zapfenförmige Ausstülpungen derWand, sogen, centripetale "Wandverdickungen (y, Fig. 24 u. 25),die bisweilen durch den Intercellularspalt hindurch bis zurInnenwand der Parenchymzellreihe reichen. Zwischen derBastzellzone und der Parenchymzellreihe findet sich in demIntercellularspalte ein eigentümliches braunschwarzes, in Al-kohol, Wasser, Chloral unlösliches Sekret (sc,Mg. 24,25, 26, 27),das oft den ganzen Intercellularraum erfüllt und von der Flächebetrachtet (Fig. 26) merkwürdige, dendritisch verzweigteBildungen darstellt, die der Flächenansicht desFruchtknotens ein höchst charakteristisches Aus-sehn geben. Aber auch auf Quer- und Radialschnitten(Fig. 24, 25, 27) tritt dies braune Sekret deutlich hervor. Ichhabe nur wenige Blüten gefunden, denen es fehlte. Es be-vorzugt in seiner Lage die Stellen über den Gefäfsbündeln.Gegen die Reife hin wird es stark vermehrt, so dass die reifeFracht (Achaene) braunschwarz erscheint.

Auf die Bastzellschicht folgt dünnwandiges, die zehn(fünf grofse und fünf kleine), den Bastzellen angelagertenBündel führendes lückiges Parenchym und dann sehr reichdurchlüftetes, grofse Intercellularen führendes Gewebe. Dieinnere Epidermis pflegt obliteriert zu sein. An sie setzensich die Stränge der Tela conduetrix an (/, Fig. 25).

Der Bau der Fruchtknotenwand ist überhauptbei den Compositen vorzüglich diagnostisch zu ver-werten. Während alle anderen Teile der Blüte bei denCompositen viel übereinstimmendes haben, ist die Frucht-knotenwand meist sehr verschieden gebaut. Man vergleichenur z. B. Arnica mit Matricaria und Chrysanthemum.

In dem sehr langen und schlanken Fruchtknoten sitzt,der Basis angeheftet, aber nicht die ganze Höhlung ausfüllendein sehr langes und. schlankes anatropes Ovulum (ov, Fig. 4).

Dort, wo der Griffel der Fruchtknotenspitze aufsitzt unddie Corolle inseriert ist, entspringt nun auch der Kranz vonPappusborsten (Pap, Fig. 24), der, zur Blütezeit anliegend(Fig. 2, 3, 4), zur Zeit der Fruchtreife schirmartig absteht undso als Flugapparat für die Früchte dient. Der Pappus ist dermetamorphosierte Kelch der Blüte. Er macht einen quantitativrecht beträchtlichen Teil der Droge aus, ihm verdankt sie diegraue Farbe. Die Pappusborsten sind etwa so lang als derenge Teil der Corollenröhre (Fig. 4) und sehiei aufwärts ge-

richtet. Jede Pappusborste ist eigentlich nur ein Bündel vonHaaren, die in ihren basalen Teilen miteinander verwachsensind, mit ihren Spitzen aber frei herausragen (Pap, Fig. 24).Durchschneidet man eine Pappusborste quer (Fig. 6), so findetman daher nur ein Konglomerat von rundlichen Zellen mitkreisförmigem Querschnitte.

Die Hüllkelchblätter des Hochblattinvolucrums (hb,Fig. 1) besitzen eine haar- und spaltöffnungsfreie innere (obere)Epidermis (Epi, Fig. 28), deren Zellen, von der Fläche be-trachtet, gestreckt erscheinen (Fig. 30) und wellige Verbie-gungen zeigen und eine Spaltöffnungen (st, Fig. 28) und Haare(t, Fig. 28) tragende äufsere (untere) Epidermis, deren Zellenkurz und wellig verbogen sind (Fig. 29). Die Haare derHüllkelchblätter sind zweierlei Art. Einige gleichen denHaaren der Corolle (Fig. 15 u. 19), andere sind langgestielteKöpfchenhaare mit vielzelligem Köpfchen (Fig. 29, tu. 31).

Wir finden also bei den Arnicablütenkörbennicht weniger als sechs Haarformen: Zwillingshaaream Fruchtknoten (t Fig. 24), Reihenhaare (Fig. 19) an derCorolle, den Hüllkelchblättern und dem Blütenboden, Öldrüsen(Fig. 15, oed) an der Corolle und dem Fruchtknoten, Köpfchen-haare (t, Fig. 29) an den Hüllkelchblättern und der Aufsen-seite des Receptaculums, Pappushaare (Pap, Fig. 24) undNarbenpapillen. Das Mesophyll der Hüllkelchblätter ist reichdurchlüftet (mes, Fig. 28) und führt die Nervenbündel.

Der Blütenboden (hll>, Fig. 1) besteht hauptsächlichaus einem reich durchlüfteten Sternparenchym. An der Aufsen-seite trägt er reichlich sehr lange Reihenhaare und lang-gestielte Köpfchenhaare. Die blütentragende flache Oberseitedes Blütenbodens zeigt zahlreiche Gruben und in diesen Grubensitzen die Blüten, ziemlich fest eingefügt. Von dem unterder Blüteninsertionsstelle horizontal streichenden Bündelstammetreten je ein starker Ast in je eine Blüte ein. Die zwischenden Gruben liegenden Partien sind mit geraden steifen, wenig-zelligen, oft stark verdickten, borstigen Reihenhaaren dichtbesetzt.

In dem Blütenboden iindet man nicht selten die 3 mmlangen, last schwarzen, kegelförmigen Larven von Trypetaarnieivora Loow, einer Bohrfliege. Daher schreiben einigePharmakopoen (z. B. die Pharm, germanica und helvetica) vor,dafs nur die Blüten, nicht die Blütenböden zu verwenden sind.

Tschirch und Oesterle, Anatomischer Atlas.

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