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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Frucht starke Tangentialstreckung, die Tüpfelung clor Wand istauch liier deutlich (Fig. 15, s), tritt aber auf Flächenschnittennoch viel deutlicher hervor (Fig. 16, 5). Die Querzellen liegenin Keinen, ihre Länge differiert etwas, von 85200 mik., meistbeträgt sie 120150 mik., die Dicke der Doppelwand 7 bis8 mik, an den Enden weniger, die lichte "Weite des Lumens1119, meist 15 mik. Die Form der Querzellen ist einerechteckige, nur am Scheitel der Frucht sind sie unregel-mäfsig gestaltet, ihre Wand quillt in Kali kaum. An denEnden sind sie oft, nicht immer, etwas emporgebogen, dieInnenwand ist ein wenig dicker als die Aufsenwand. DieQuerzellenschicht ist wegen ihres eigentümlichen Baues aufFlächenschnitten die am meisten ins Auge fallende. Bei dertrockenen Frucht liegen oft luftführende Intercellularlinienzwischen den Längswänden benachbarter Querzellen.

Zwischen diese Querzellenschicht und die Parenchym-schicht ist da und dort noch eine Zwischenschicht ein-geschoben, die inselartig der Querzellenschicht aufliegt undaus sehr unregelmäfsigen, an den Seiten wänden stark ge-tüpfelten Zellen besteht, die ziemlich grofse, meist rundlicheIntercellularen zwischen sieh lassen (Fig. 16, 4). Auf Quer-schnitten ist dieselbe kaum, wohl aber auf Flächenschnittenoft sehr deutlich zu sehen.

Unter der Querzellenschicht folgen dann die stark in derOrgansachse gestreckten, gekrümmten oder geschlängelten, sehreigenartigen Schlauchzellen (Fig. 15 u. 16, 6). Dieselbenentwickeln sich aus der inneren Epidermis der Fruchtknoten-wand (vergl. Hordeum) und sind hier sehr viel deutlicher alsbei der Gerste, doch nur selten so gut entwickelt, dafs siegrofse diagnostische Bedeutung besitzen. Ihre Wand ist dünn,freilich dicker als bei der Gerste. Sie schneiden die Quer-zellenschicht rechtwinklig (Fig. 16).

In die Falte auf der Bauchseite der Frucht (fa, Fig. 14) dringtdie Fruchtschale ein beträchtliches Stück ein, am wenigstentief Epidermis und Mittelschicht (Fig. 14, l u. 2), am tiefstendie innersten Schichten (Fig. 14, 5), die sich am Grunde derFalte nach Umkrümmung nach aufsen beiderseits an denPigmentstrang ansetzen; die Parenchymchicht (Fig. 14, 8) pflegtzerrissen zu sein, so dafs beiderseits vor der, den Pigment-strang mit der Mittelschicht verbindenden Gewebsplatte zweiLücken liegen. Ein Gefäfsbündel (wie bei Hordeum, s. d.) istvor der Falte bei Triticum nicht zu sehen.

Die aus dem inneren Integumente (das äufsere geht zuGrunde, vergl. Hordeum) hervorgehende Samenschale(braune Haut") besteht aus zwei Eeihen stark obliterierterParenchymzellen, die nährschichtartig zusammengefallen sind(Fig. 15, 7 u. s), und die, wie der Flächenschnitt (Fig. 16, 7 u. 8)lehrt, nicht gleichsinnig gestreckt sind, sondern sich etwarechtwinklig schneiden. Besonders die innere Reihe enthältoft braune, spindelförmige oder rundliche Inhaltskörper (Chro-matophoren), so dafs, da auch die Membran den braunen Farben-

ton abgestorbener Membranen annimmt, die Samenschale aufdem Querschnitte als einebraune Haut" erscheint.

In der Falte, die je nach der Höhe, wo der Schnitt ge-führt wird, eine etwas verschiedene Gestalt hat, liegt, derFruchtschale eng angefügt und in eine Mulde derselben ein-gebettet, der braune, runde Pigmentstrang (x, Fig. 14),dessen Entstehung wohl hier die gleiche ist wie bei Hordeum(s. d) und der aus gelbbraunen Zellen besteht. Yon ihm gehtein Strang dickwandiger, gestreckter, heller Zellen nach innen,wo er entweder der Kleberschicht direkt aufsitzt oder wasmeist geschieht von dieser abgerissen ist, so dafs eine Lückeentsteht. Dieser Strang ist zum Nucellargewebe zu rechnen.Dann folgt der Nucellarrest (das Perisperm, diehelleHaut", Fig. 15 u. 16, 9, Nuc). Derselbe besteht aus einer Reihesehr eigentümlich verdickter Zellen. Während nämlich dieSeitenwände ganz dünn bleiben, verdickt sich Aufsen- undInnenwand so stark, dafs nur ein ganz schmales Lumen übrigbleibt (Fig. 15, Nuc). Diese hellen dicken Wände zeigen oftoino deutliche Schichtung. Von der Fläche betrachtet (Fig. 16, 9)zeigen die Zellen natürlich keinerlei Verdickung. Tangentialsind sie verhältnismäfsig wenig gestreckt (Fig. 15, 9).

Soweit reicht Fruchtschale, Samenschale und Nucellarrest,das ganze übrige die Hauptmasse der Frucht wird vondem Endosperm gebildet.

Dasselbe wird zu äufserst begrenzt von einer einreihigenAleuronschicht (Kleberschicht"), deren dicke Wände sowohlauf Querschnitten wie auf Flächenschnitten (neben der Querzellen-schicht) stark ins Auge fallen (Fig. 15 u. 16, 10). Die Doppel-wände sind auf dem Flächenschnitte am im Wasser liegendenPräparate gemessen ca. 8 mik. dick. DieseKleberzellen" enthal-ten zwar keinenKleber", wohl aber Aleuronkörner, eingebettetin ein Netzwerk von Ölplasma. Die Aleuronkörner sind rundlichoder mannigfach verzogen und verbogen (Fig. 16 a, al) undfärben sich mit Jod nicht. Sie sind sehr klein (1 bis 3 mik).Sie sind deutlich, wenn man einen Schnitt durch trockenesMaterial in Alkohol oder Osmiumsäurelösung betrachtet, aberauch beim Einlegen in Wasser oder Jodlösung bleiben siezunächst in ihrer Form erhalten. Schwefelsäure und Kalilösen sie auf, und es bleibt alsdann ein feines Netzwerk übrig(Fig. 16, e), das sich mit Jod gelb und mit Osmiumsäure braunfärbt. Legt man den Schnitt statt in Wasser in Olivenöl(Fig. 16 b), so sieht man nur dieses Netzwerk und die Aleuron-körner erscheinen als Hohlräume. In dem Netzwerke erblicktman alsdann rundliche oder verzogene Knoten, namentlich anden Maschenecken. Es scheinen dies Öltröpfchen zu sein.Läfst man auf den im Wasser liegenden Schnitt Schwefel-säure einwirken, so sieht man nach einiger Zeit aus demNetzwerke sehr kleine Tröpfchen austreten, die nichts anderesals fettes Öl sind.

Die Membran der Aleuronzellen quillt stark in Wasser,Chlorzinkjod, Schwefelsäure und Kali und färbt sich mit Chlor-