Druckschrift 
Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
Entstehung
Seite
182
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

182

ein anatropes Ovulum. Es ist, ähnlich wie bei Hordeum, miteinem behaarten Gipfelpolster versehen und trägt zwei federigeNarben (Na, Fig. 2).

Die Grluma (Fig. 3 [Fig. 1, gl, gl,,]) ist ungleichseitig(Fig. 4), die kräftig hervortretende Mittelrippe liegt also excen-trisch. Auf der einen, der kürzeren Seite, laufen 2 3, aufder längeren 57 besonders an der Blattspitze reichlich ana-stomosierende Bündel im Gewebe. An den dünnen häutigenRändern ist das Gewebe einschichtig, an der Mittelrippe ziem-lich dick. Beiderseits an den Nervenbündeln finden sich stetsStreifen reichdurchlüfteten Chlorophyll-Parenchyms, über denenSpaltöffnungen liegen. An den übrigen Stellen findet manunter der derben, in der Flächenansicht welligen Epidermismechanisches Gewebe. Die innere Epidermis trägt geradeund besonders an der Mittelrippe stachelige Haare (Fig. 4).

Die Palea inferior (Fig. 1 u. 7, pi und Fig. 5) ist er-heblich dünner als die Gluma, an der dünnsten Stelle z. B.nur 75 mik dick. Gegen den Rand hin verdickt sich dasDeckblatt etwas (X, Fig. 7), umsäumt ist es aber von einemsehr dünnen, einschichtigen Rande (Fig. 7, pi). Ausser demin die kurze hakenförmige Granne auslaufenden Mittelrippen-bündel finden sich auf jeder Seite desselben je vier kleinereBündel. Die Epidermis der Oberseite (Innenseite) besteht ausgestreckten Zellen, die mit zu dünnwandigen, in eine feineSpitze auslaufenden Haaren ausgestülpten, kurzen Zellen ab-wechseln (Fig. 22). Die Spaltöffnungen im Typus der Gra-mineen (Fig. 22 a) liegen in Vertikalreihen. Die Epidermis derUnterseite (Aufsenseite) besteht aus derben Langzellen mitstark wellig verbogenen Seitenwandungen und Kurzzellen, dieentweder einzellig und dann meist in ein sehr kurzes kegeligesTrichom, seltener in längere, derbe Haare ausgestülpt sind oderdie bekannte Teilung in zwei Kurzzellen zeigen, von denen dieeine zu obliterieren pflegt (vergl. Hordeum). Unter der Epidermisliegt im gröfsten Teile des Blattes eine meist dreireihige Schichtziemlich dicker, nach innen zu dünner werdender langer Bast-fasern, im dickeren Teile des Blattes (X, Fig. 7) reichen die-selben von Epidermis zu Epidermis. Dann folgt ein sehrzartwandiges, reich durchlüftetes Assimilationsparenchym. DieGranne trägt kurze derbe Haare (wie bei Hordeum, s. d.).

Die Palea superior (ps in Fig. 1, 2, 6, 7) ist nochviel dünner als die Palea inferior, an den Rändern einschich-tig, in der Mitte 23 schichtig. An den beiden Nervenspringt das Gewebe kielartig nach aufsen vor (Fig. 7). Nurdort liegt rings um die Bündel zartwandiges Assimilations-parenchym, nur über diesem finden sich Spaltöffnungen(Fig. 20, st). Die Epidermis der Oberseite (Innenseite) unddie der Unterseite (Aufsenseite) gleichen im grofsen und ganzenden entsprechenden Bildungen bei der Palea inferior, nur sinddie welligen Epidermiszellen der Unterseite, die Langzellen,dünnwandiger und die Kurzzellen in längere Haare ausge-stülpt als dort (Fig. 20). Das mechanische Gewebe besteht

aus Bastzellen. Der Rand ist mit sehr kurzen Haaren besetzt(Fig. 21b).

Die Lodiculae haben die typische Form (Fig. 8, vergl.auch Hordeum).

Die Frucht ist länglich-eiförmig (Fig. 9 u. 10), im Quer-schnitte stumpf-dreikantig, etwas verschieden je nach dem Orte,wo man den Querschnitt macht (Fig. 1214). Auf der Bauch-seite läuft eine Furche, an der Spitze sitzt clorBart" (£, Fig. 9u. 10), das stark behaarte Gipfelpolster (s. Hordeum). Die Ent-wicklungsgeschichte der Frucht gleicht im allgemeinen dervon Hordeum (s. dieses).

Bei der reifen Frucht ist die Fruchtschale mit der Samen-schale verwachsen. Die Epidermis der Fruchtschale be-stellt aus in der Längsachse der Frucht gestreckten Zellen(Fig. 16, l), deren Aufsen wände stark verdickt (Fig. 15, l), derenSeitenwände getüpfelt sind (Fig. 16, i). Gegen die Spitze derFrucht hin und ganz besonders an der Spitze selbst führt dieEpidermis der Fruchtschale zahlreiche Haare, die den sog.Bart" des Weizens bilden (t, Fig. 9 u. 10). Diese Haaresind ungewöhnlich dickwandig, an dem Ende ziemlich plötz-lich zu einer feinen Spitze zugeschärft (Fig. 18, X) und werdenziemlich lang bis über 700 mik (meist ca. 500 mik.). IhrDurchmesser beträgt in der Mitte im Maximum 1530 mik(meist 1518,5 mik)., an der Basis sogar bis 35 mik undmehr, bei den kleineren dagegen in der Mitte nur 910 mik.Sie sind stets einzellig. Sehr bemerkenswert ist die aufser-ordentliche Dicke der Wand, die 3,59,5 mik. beträgt, bei ver-hältnismäfsig engem Lumen (nur 1,5 3,5 mik.). Diese Haarebilden ein gutes Unterscheidungsmittel zwischen Weizen,Roggen und Gerste. Bei der Gerste ist das Lumen am wei-testen und die Wand am dünnsten, beim Weizen ist die Dickeder Wand am gröfsten und das Lumen am engsten, derRoggen hält die Mitte. Wichtig ist hierbei besonders dasVerhältnis der Wanddicke zum Durchmesser des Lumens.Zwischen dem Barte findet man auch die Reste der beidenNarben.

Die unter der Epidermis der Fruchtschale folgende Schicht,die sog. Mittelschicht (Fig. 15 u. 16,2), besteht aus dickwan-digen gestreckten Zellen, die denen der Epidermis ziemlich ähn-lich, auch zum Teil an den Seitenwänden getüpfelt sind. Es sindvon denselben entweder eine oder zwei Reihen vorhanden. DieWanddicke nimmt nach innen hin ab, die Weite des Lumenszu. Die Wand färbt sich mit Chlorzinkjod gelb und giebt erstnach Behandeln mit Kalilauge die Cellulosereaction. Dann folgtein dünnwandiges Parenchym (Fig. 15 u. 16, 3), welchesentweder aus eng aneinander liegenden Zellen besteht oderlückig ist. In dieser Schicht reifst die Fruchtschale leichtentzwei.

Nun folgt die Querzellenschicht (Fig. 15 u. 16,5).Die Zellen derselben zeigen, da sie rechtwinklig zur Längs-achse dos Organs gestreckt sind, auf Querschnitten durch die