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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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zinkjod blau. In einem Stadium dieser Quellung sieht mandie Membran zarte Kanälchen durchsetzen (Fig. 16 a, x), diedarauf deuten, dafs die Zellen in offener Kommunikation mit-einander stehen.

Das ganze übrige Endosperm ist zartwandig und mitStärke erfüllt, die in Plasma eingebettet ist. Dies Plasmaist alsKleber" anzusprechen, denn es besitzt die Eigenschaft,mit "Wasser in feinen Fäden sich ausziehen zu lassen, ist zäheund duktil. Schiebt man das Präparat im Wasser hin undher, so kann man diese Kleberfäden sich leicht sichtbarinachen. Sie verbinden alsdann oft die Stärkekörner als zartehelle fädige Gebilde.

Die Stärkekörner (Fig. 19) sind in zwei Formen vor-handen, als Grofskörner und als Kleinkörner, Mittelformenfehlen fast ganz. Die Grofskörner sind 1545, meist 28 bis33 mik breit und von dick-linsenförmiger Gestalt. Von derFläche gesehen erscheinen sie fast rund, mit etwas unregel-mäfsigem Umrifs (Form eines Kartoffelknollen), der Regel nachohne deutliche Schichtung und deutlichen Kern oder Spalt;von der Seite gesehen sind sie länglich-elliptisch, fast spindel-förmig oder halbkugelig, mit dunkler, oft breiter Längsspalte(vergl. auch Fig. 59 der Angewandten Anatomie). Die Ober-fläche zeigt bisweilen die Abdrücke der benachbarten Klein-körner (Angew. Anatomie, Fig. 57). Die Kleinkörner messen2 8, meist 67 mik, sind rundlich oder polyedrisch oderin ein Spitzchen auslaufend und dann meist spindelförmig.Die Teilkörner der zu 220 zusammengesetzten Körner sindpolyedrisch oder halbkugelig, nicht tiaraförmig. Die zusammen-gesetzten Körner findet man selten unzertrümmert. Als Neben-form finden sich wenige, zwischen beiden, sonst ziemlichscharf geschiedenen, Formen liegende, rundliche Körner mitt-lerer Gröfse.

Der Keimling liegt der Basis der Rückenseite seitlichan, wie bei Iiordemn (vergl. dieses). Das Scutellum (Schild-chen, Fig. 10 u. 11, seut) hebt sich schon äufserlich deutlich ab(Fig. 10). Es ist wenig breiter als der Embryo, an dem derKotyledon, (die Keimscheide oder Coleoptile, cot, Fig. 11), dervon den jungen Blattanlagen umgebene Vegetationspunkt (vgt)und die Radicula (rad) deutlich hervortreten. Durchschneidetman die Frucht am oberen Teile des Scutellums (bei 13, Fig. 10),so sieht man die Knospenlage der Blätter und kann kon-statieren, dafs der Kotyledon die Knospe rings tutenförmigumhüllt (Fig. 13); durchschneidet man sie ganz unten amScutellum, so sieht man die Radicula in schiefem Längs-schnitte (Fig. 12), etwas höher auch die beiden seitliehenNebenwürzelchen, von denen das eine links, das andere rechtsneben der Radicula liegt. Sie sind also bei einem medianenSchnitte (Fig. 11) nicht sichtbar. Bei medianen Längsschnittenist sowohl die Wurzelhaube der Radicula (eal, Fig. 11), wiedie Coleorhiza (eol, Fig. 11) deutlich zu sehen. Letztere setztsich unvermittelt in das Scutellai-gewebe fort.

Das Scutellum grenzt mit seiner Palissadenschicht,dem Saugepithel (p, Fig. 17), an die Quellschicht desEndosperms (Qu, Fig. 17). Sowohl die Zellen des Scutellumswie des Keimlings im engeren Sinne sind reich an Plasmaund fettem Öle, aber stärkefrei. Erst bei der Keimung tretenin den Zellen, zunächst in denen des Scutellums, kleine Körn-chen transitorischer Stärke auf. Jede Zelle enthält einensehr deutlichen Kern (Fig. 17).

Der Bau der Frucht, der Samenschale und des Samen-kernes der Früchte von Triticum polonicum, turgidumund durum stimmt in allen wesentlichen Punkten mit dem

von Tr. vulgare überein.

Die Früchte der Abteilung Spelta (Tr. Spelta, dieoecumund pionococcum), die bei der Reife nicht aus den sie festumschliefsenden Paleis fallen, weichen jedoch in ihrem Baueinsofern von Tr. vulgare ab, als sowohl die Epidermis derFruchtschale (Fig. 23, l), als namentlich die Mittelschicht(Fig. 23, 2) sehr viel dünnwandiger, letztere sogar in nichtsvon Schicht 3 unterschieden, also als Parenchym entwickeltist, die Samenschale (Fig. 23,8) dicker bleibt bisweilenkaum obliteriert (alsdann sind zwei Reihen brauner Zellensichtbar) und der Nucellarrest (Fig. 23, 9) die Epidermisdes Eikernes aus stark tangential gestreckten Zellen besteht.Die Schleimmembran dieser letzteren Zellen zeigt deutlicheSchichtung. Die Grofskörner der Stärke sind bei den Speltenetwas kleiner (20 25 mik), im Baue gleich.

Die Mahlprodukte des Weizens.

Der Weizen wird stets ohne die Spelzen, aus denen dieFrucht leicht herausfällt, vermählen. Die gröberen Mahl-produkte sind: die Graupen, die Grütze, das Schrot,die feineren der Gries, das Griesmehl, der Dunst undder Himmeltau, die Endprodukte: das Mehl und die Kleie.Letztere ist als das Abfallprodukt des Mahlprozesses zu be-trachten. Das Mehl besteht vorwiegend aus der Stärke desEndosperms und enthält nur bei den gröberen Sorten erheb-lichere Mengen Kleie, doch findet man selbst in den feinstenSorten bis 1 / 3 Proz. Kleie. Die als Viehfutter benutzteWeizenkleie besteht aus der Frucht- und Samenschale mitanhängender Aleuronschicht (Kleberschicht"), sowie mehr oderweniger Stärkeendosperm, ist also sehr cellulosereich und relativstärkearm, dabei ziemlich reich an Eiweifssubstanzen. Ein Mehlist um so eiweifsreicher, je mehr von der Aleuronschicht unddem Kleber selbst darin ist. Die am meisten gereinigten feinen,weifsen Mehle sind am eiweifsärmsten, das zum Graham- oderKleienbrote verwendete, durch Vermählen der ganzen Körnergewonnene Mehl am eiweifsreichsten.