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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Tafel 42.

Triticum.

Weizen, Froment, Ble.

Die echten Weizenarten (frumentum Metzger) umfassenvornehmlich die fünf Stammformen Triticum vulgare Vill,Tr. aristatum Schübl., Tr. turgidum L., Tr. durum Desf.,Tr. polonicum L. Bei allen diesen ist die Ährenachse zähe,nicht zergliedernd, und die reifen Früchte fallen leicht ausdem Spelzengehäuse heraus. Die Glumae und Paleae sindgedunsen, auf dem Rücken mehr oder weniger breit gewölbt,die Ährchen 2 5 blutig. Bei Triticum vulgare, aristatum undturgidum sind die Glumae eiförmig, bei durum und polonicumei-lanzettförmig. Tr. vulgare hat keine, resp. eine sehr kurze,aristatum eine mehr oder weniger lange Granne, turgidumsehr gedunsene Früchte, durum sehr lange Grannen, poloni-cum die gröfsten Glumae.

An den echten Weizen schliefst sich dann der Spelz(Spelta Metzger) mit zerbrechlicher, bei der Beife zergliedernderAlirenspindel und fest vom Spelzengehäuse umschlossenenFrüchten. Bei Tr. Spelta L. selbst sind die Glumae geradeabgestutzt, bei Tr. dicocoum Schrank stark gekielt und spitzauslaufend, die Ährchen 24früchtig, bei Tr. monococcum L.sind die Glumae spitz auslaufend, auf dem Bücken wenigerstark gekielt, die Ährehen einfrüchtig.

Am häufigsten wird wohl Triticum vulgare, der ge-meine Weizen, kultiviert, und dieser sei daher der Beschrei-bung zu Grunde gelegt.

Die mehr oder weniger vierseitige Ähre trägt an denZähnen ihrer Spindel nierenförmige Ährchen (Bartialinflores-cenzen), abwechselnd bald auf der einen, bald auf der anderenSeite, die 47 blutig sind und 34 Früchte erzeugen.

Das in Fig. 1 u. 2 dargestellte Ährchen ist viorblütig,parallel der Anheftungsstello (parallel der Spindel) zusammen-gedrückt, die eine breite Fläche der Achse zugewendet. DasÄhrchen wird an der Basis zunächst von zwei grofsen, kahn-artigen, derben, einander gegenüberstehenden, parallel ge-nervten, auf dem Bücken scharf gekielten und an der Spitzein eine derbe, kurze und gerade Stachelspitze (Granne) aus-

laufenden, breit-eiförmigen, gestutzten, mehrnervigen, ungleich-seitigen, im unteren Teile des Bückens abgerundeten, bauchigenGlumae (Hüllspelzen, Fig. 1 u. 2, gl, gl,,, Fig. 3 u. 4) be-seheidet, von denen die eine etwas höher inseriert ist als dieandere und die als Involucrum der Fartialinflorescenz aufzu-fassen sind. An der kurzen Seitenachse (A, Fig. 2) sitzenhier vier Blüten, von denen aber nur die drei unteren frucht-bar zu sein pflegen (Fig. 1). Jede der vier Einzelblüten istvon zwei Paleis umhüllt. Die untere, die palea inferior,den Glumis nachgebildet und der Regel nach der zweizeiligenAnordnung derselben folgend, also vor der Glumis stehend,ist knorpelig hart und nur oberwärts deutlich nervig, kahn-artig bauchig, und umfafst den in ihrer Achsel entspringendenblütentragenden Sprofs vollkommen (pi in Fig. 1 u. 2). Sie ist beiden unteren Blüten etwa ebenso lang als die Gluma, unbehaart(es kommen aber auch dort behaarte Weizen vor), nahezu gleich-seitig ausgebildet (pi, Fig. 7) und an der Spitze mit einer kegel-förmigen und spitzen Stachelborste, Granne, versehen (Fig. 5u. 7). In der Achsel dieser Falea inferior entspringt ein Sprofs,dessen Achse fast auf Null verkürzt ist. Dieselbe beginnt miteinem adossirten, häutigen, mit den Bändern nach innen einge-schlagenen, niemals begrannten Vorblatte, der Baiea superiorFig. 1 u. 2, 6 u. 7, ps). Dieselbe ist zweikielig (Fig. 7, ps) und ander Spitze mehr oder weniger ausgerandet. In der Mitte aufder Rückenseite ist sie infolge des Druckes der nächsthöherenBlüte der ganzen Länge nach kahnartig vertieft (Big. 7, ps).

Das Berigon der Blüte besteht aus zwei kleinen Lodi-culis, den beiden vorderen Kronenblättern (lo, Fig. 2 u. 8). Diedrei Stamina (stam, Fig. 2) besitzen in der Knospe nur kurze,dünn-fadenförmige Filamente. Die letzteren strecken sich je-doch zur Zeit der Blüte aufserordentlich rasch lang und ragenalsdann aus den Spelzen hervor, an ihrer Spitze die langenintrorsen, dithecischen, auf dem Bücken angehefteten, linealen,X förmigen Aufhören tragend. Der einfächerige, oberständigeFruchtknoten trägt auch hier, wie bei Hordeum (vergl. dieses),