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Halt macht. Der von Quellgowebe erfüllte Spalt wird alsoerst dann sichtbar, wenn die Zellen sich verdickt haben. Indas Quellgewebe wachsen die Kotyledonen hinein, wenn beider Keimung das Würzelchen, dessen Spitze ganz oberflächlichliegt und daher schon am ungequollenen Samen sichtbar ist(Fig. 4, rad), die Hülle durchbohrt und im Boden sich befestigthat. Das Quellgewebe vermittelt die Aufnahme des in demEndosperm aufgehäuften Reservematerials: des Öls, des Plas-mas, der Reservecellulose seitens der Kotyledonen.
Läfst man einen Schnitt in Chloral eintrocknen, so trittim Inhalte aller Endospermzellen eine schön rot-violetteFärbung ein, die man auch bisweilen schon beim Ein-legen in Chloral beobachtet. Durch Phosphormolybdänsäurewird der Inhalt der Endospermzellen tief orangerot gefärbt,durch Ammoniak hellgelb; beim Liegen an der Luft werdendie mit Ammoniak befeuchteten Schnitte bald grün (Viridin-säurebildung aus der Kaffeegerbsäure). Auch Kali färbt hell-gelb, Eisenchlorid grünlich (Gerbsäure); der Zucker läfst sichmit Fehlingscher Lösung nachweisen, das fette Öl mittelsSchwefelsäure (Zusammenfliefsen der Tropfen) oder Über-Os-miumsäure (Graubraunfärbung). Quecksilberchlorid-Lösung zueinigen in Wasser liegenden Schnitten getropft, erzeugt einenflockigen, weifsen Niederschlag, läfst man eintrocknen undsetzt dann wieder Wasser hinzu, so sieht man über das ganzeGesichtsfeld verteilt kleine rundliche und eckige, vielgestaltigeKörnehen (Kristallenen) von lichtbräunlicher Farbe, aus denenda und dort kleine Kristallnadeln herausgewachsen sind.Einige erscheinen geradezu stachlig. Wird ein Schnitt durcheine über Nacht in Wasser aufgeweichte Kaffeebohne (dasüberstehende Wasser nimmt hierbei eine grüne Farbe an,feuchte Bohnen werden auf der ganzen Oberfläche grün: Bil-dung von Viridinsäure) in einen Tropfen rauchende Salzsäuregelegt, dann ein Tropfen nicht zu konzentrierte Goldchlorid-lösung zugesetzt und freiwillig abdunsten gelassen, so schiefsenNadeln und Nadelbüsohel von Coffein-Goldchlorid (C 8 H 10 N 4OjjHClAuCLj) am Rande des Tropfens an (Fig. 31). Das fetteÖl der Zellen färbt sich violett. Das Coffein kann auch durchfolgende Reaktionen erkannt werden. Man übergiefst vier nichtzu dünne Schnitte mit etwas konzentrierter Salzsäure, setztein Kristallenen Kaliumchlorat (KC10 3 ) hinzu und dampftauf dem Wasserbade im Porzellanschälchen zur Trockne. Baldfärben sich die Schnitte blauschwarz. Bringt man nun vor-sichtig nach dem Erkalten starkes Ammoniak hinzu, so färbensich sowohl die Schnitte wie der Rückstand prachtvoll purpur-rot infolge Bildung von Murexoin (Tetramethylmurexid C 8 [CH 3 ] 4N 5 0 6 NH 4 ).
Werden einige Schnitte in einem Schälchen nach Zusatzeiniger Körnchen Kaliumbromat (KBr0 3 ) mit Eisessig über-gössen und das Ganze zur Trockne verdunstet, so erhält maneinen schön dunkelrotbraunen kristallinischen Rückstand.Hierbei entsteht zunächst Amalinsäure (TetramethylalloxantinC 8 [CH 8 ] 4 N 4 0 7 ).
Erwärmt man einige in Wasser liegende Schnitte überder Flamme bis auf 90 ° und läfst dann langsam eintrocknen,
so sieht man da und dort — nicht sehr häufig — Nadelnund Blättchen auskristallisierten Coffeins (Fig. 30).
Der Keimling, den man sich aus in Wasser eingequol-lenen Samen leicht mit Nadel, Skalpell und Pincette heraus-präparieren oder durch Einlegen in Kali herausschlüpfen lassenkann, liegt am basalen Teile des Samens, also an dem derSpitze der Frucht, die sich durch den noch wohl erhaltenenDiskus mit seiner Centralmulde leicht bemerkbar macht (Fig. 14,Dis u. Fig. 1), entgegengesetzten Ende (Fig. 14, Em), die Ko-tyledonen in dem Endospermspalt, der nach oben hin in denQuellgewebsstreifen (s. oben) übergeht. Die Radicula ist nichtdirekt nach unten gerichtet, sondern schief zur Seite, so dafsder kleine, am eingequollenen Samen leicht bemerkbare Radi-cularbuckel gegen die rechte Seite hin gerückt ist (Fig. 4, rad).Die Kotyledonen sind breit herzförmig und lassen deutlich beimEinlegen in Chloralhydratlösung drei Hauptnerven erkennen,von denen besonders der mittlere mehrere Gabelungen zeigt(Fig. 22, cot). Die Radicula ist keulenförmig (Fig. 22, rad).Sie tritt sehr leicht schon nach mehrtägigem Einquellen derHandelsware in Wasser infolge starker Quellung des „Quell-gewebes" aus dem Samen hervor und kann schon durchwenigstündiges Einlegen in verdünntes Kali zum Heraus-schlüpfen gebracht werden. Beide, Kotyledonen und Radicula,bestehen aus plasma- und ölreichem, meristematischem Par-enehym. Die Nerven sind nur als Prokambiumstränge an-gelegt (Fig. 23 u. 24, proe), zu Gefäfsbündeln noch nicht ent-wickelt. Bei der Radicula umgiebt ein Prokambiumcylinderdas centrale Mark (Fig. 23).
Bei der (epigäen) Keimung der Samen saugen die Koty-ledonen zunächst das Endosperm aus und treten dann, sichstark vergrößernd und ergrünend, über die Erde (Fig. 26, cot\Aus der im Samen kaum wahrnehmbaren Plumula entwickeltsich rasch der beblätterte Sprofs (Fig. 26).
Die Bearbeitung der Kaffeefrucht behufs Gewinnungder Samen in den Kaffee bauenden Ländern läfst sich leichtaus den anatomischen Verhältnissen verstehen. Der Pulper(Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen S. 68) zertrüm-mert die Früchte und löst die äufseren Schichten der Frucht-schale meist an der Grenze der Palissadenschicht (s. oben)los, die beiden Samen isolierend. Mit den Resten der Palis-sadenschicht und dem Sclereidenpanzer bedeckt, gelangt derKaffee in die Gärcisterne, wo die erstere abfault. Durchdas Peitschen von in der Cisterne in Drehung versetzten Rädernwird die Palissadenschicht vollends entfernt. Der Kaffeeverläfst nun die Cisterne, bedeckt von dem Endokarp (derPergamenthülle, hoornschil [holl.], gabah [mal.], dem Perga-ment [engl.]), welches deutlich die Längsspalte auf der ebenenSeite erkennen läfst (Fig. 2) und wird nun getrocknet. Sostellt er den „Kaffee in der Hornschale" oder „Pergament-kaffee" dar. Er gelangt nunmehr in die Schälapparate (denPeeler), in denen die Pergamenthülle zertrümmert und einTeil der Samenschale („Silberhaut") abgescheuert wird. Inden Abblaseapparaten (Winnower) werden die Endokarp- undSilberhautreste abgeblasen. Der fertige Kaffee des Han-dels ist daher der auf der konvexen Seite nackte