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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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ein Stück in die Samenfalte vor (Fig. 8, Ek), eine Schleife bildend(bei«, Fig. 8). Auf die Hartscliickt, die Pergamenthülle, folgt eineschmale Zone obliterierten Gewebes, die meist eine braune Farbeangenommen hat (Fig. 17,7). Für gewöhnlich liegt in jedem derbeiden Fruchtfächer ein Same. Es kommt jedoch auch vor, dafs nurein Ovulum sich entwickelt, das andere, da nicht befruchtet, abor-tiert und das erstere alsdann beim Heranwachsen zum Samen,die Scheidewand beiseite drückend, die ganze Fruchthöhle er-füllt. Der Same ist alsdann rund und nicht plankonvex imQuerschnitte (Perlkaffee), das Endosperm fast spiralig eingerollt.Die Samenschale zeigt in der reifen Frucht folgendenBau. Zu äufserst liegt die Epidermis, von der einzelne Zellen zusehr charakteristischen Sclereiden umgebildet sind (Fig. 17, 8,20 u. 21), welche den Silberglanz der Samenhaut oder Silber-haut bedingen. Die äufseren Schichten des Samenschalen-parenchyms sind normal erhalten, die inneren wie eine Nähr-schicht (Angcw. Anatomie S. 459) obliteriert (Fig. 17, 9) undnunmehr stärkefrei. Diese Zellen sind rechtwinklig zur Längs-achse des Samens gestreckt. Ihre Obliteration bewirkt dieLostrennung der anfangs dem Endosperm fest anhaftendenSamenhaut, die vom reifen Samen sich leicht loslösen läfst.Da die eigentümliche Faltung des Samens, die dem Quer-schnittsbilde des reifen Kaffeesamens ein so charakteristischesAussehen verleiht (Fig. 6), erst nachträglich an der Samen-anlage sich vollzieht, so mufs natürlich die Samenschale, dieden äufseren, gegen die Fruchtwand zu gelegenen Teil desSamens als silberglänzende, leicht ablösbare Haut bedeckt,auch in die an der Scheidewandseite gelegene Falte eindringen.In der That findet man denn auch hier die charakteristische,sich ebenfalls leicht ablösende Haut. Die Epidermal-Sclereidender Samenschale sind aufserordentlich charakteristisch und,obwohl ihre Gestalt in ziemlich weiten Grenzen variiert, dochleicht auf den ersten Blick zu erkennen. Fig. 20 u. 21 gebenein Bild der Formenmannigfaltigkeit. Bald sind die Zellen kurzund breit, bald gekrümmt, ausgebuchtet oder verbogen, bald geradeoder stabförmig, immer aber bleibt die Membran (für Sclereiden)relativ dünn (10—12 mik). An der äufseren, konvexen Seite desSamens sind die Sclereiden im allgemeinen ebenso gestaltet wiein der Samenhautfalte an der ebenen Furchenseite, doch zeigensie an der konvexen Seite des Samens oftmals eine entschie-denere Tendenz zur Längsstreckung (Fig. 20), offenbar eine Folgeder mit der fortschreitenden Volumvergröfserung des Samensverknüpften Zugwirkung. So beträgt die Länge auf der kon-vexen Seite oft 500, 650, ja 730 mik, eine Länge, die siein der Falte nur selten erreichen. Übrigens ist die Längesehr variabel. Die kürzesten sind 90—150 mik lang. IhreBreite schwankt zwischen 30, 35—40 (der häufigste Wert)und 65 mik. Die Streckung erfolgt meist in der Richtungder Längsachse des Samens. Oft zeigen die Sclereiden aucheine Neigung zu Zwillings- oder Drillingsbildungen (Fig. 20u. 21), d. h. es legen sich zwei oder drei dicht aneinander.Die Tüpfel sind variabel, meist sind sie gestreckt oval, oftlinksschief gestellt, aber auch einerseits rundliche, anderer-seits spaltenförmige finden sich. Man kann sie daher zu jenerGruppe von Mittelformen zwischen Bastzellen und Sclereiden

stellen, die ich Librosclereiden (oben S. 34) genannt habe.Sie enthalten meist Luft, bisweilen einen braunen Phlobaphen-klumpen. Ihre Wand ist — wie die Reaktion mit Phloro-glucin-Salzsäure zeigt — verholzt.

In der Furche, welche auf der flachen Seite des Samensliegt (Fig. 3 u. 6), läuft das Raphebündel, welches am oberenTeile des Fruchtfaches — an der Anheftungsstelle des Ovulums— seinen Anschlufs an die Scheidewandbündel findet. DasRaphebündel kann man sich sehr schön sichtbar machen,wenn man die Samen in Wasser einquillt, dann die Samen-haut (Samenschale) mit der Nadel aus der Furche herauslöstund die leicht in toto sich loslösende Haut in Chloral einlegt.Man sieht alsdann, dafs es aus ziemlich zahlreichen, sehrzarten Spiralgefäfsen besteht, die eine Weite von 7—11 mikbesitzen. Dies Raphebündel entsendet eine Anzahl, im rechtenWinkel nach links und rechts sich abzweigender, noch zar-terer, meist nur 2 Gefäfse führender Nebenbündel, die einStück weit in der Samenschale der Falte sich verfolgen lassen,aber nicht auf die konvexe Seite des Samens herübertreten,welche Seite gänzlich bündelfrei ist.

Die Faltung des Samens ist der Regel nach nicht gleich-sinnig, wie ein Querschnitt durch die reife Frucht sofortzeigt (Fig. 6). Die beiden Falten der mit den ebenen Flächenan die Scheidewand grenzenden Samen bilden vielmehr einec>o-förmige Linie.

Das Endosperm, welches bei weitem die Hauptmasse desSamens ausmacht, besteht aus ziemlich derbwandigen Zellen,die besonders in den äufseren Partien etwas radial gestreckt,dann fast isodiametrisch sind (Fig. 17, End). Ihre Wand istsehr eigentümlich leistenförmig verdickt. Dicke der Wandan den Leisten ca. 15 mik, an den dünnen Partien 4—6 mik.Meist sind es einfache oder verzweigte Ringleisten (Fig. 25),die Wand erscheint daher (querdurchschnitten)knotig verdickt, perlschnurartig (Fig. 16, 17, 25). Siebesteht aus Cellulose, wird also durch Jodschwe feisäure unterBlaufärbung gelöst. Sie enthalten, neben reichlichem Plasma,fettes Öl und einen mit Kalipyrochromat sich rotbraun fär-benden Gerbstoff. Auch das Coffein ist in ihnen enthalten.Durch Schwefelsäure allein tritt Rotfärbung ein, es ist alsoauch Zucker zugegen, denn Zucker, Eiweifs und Schwefel-säure geben Rotfärbung (Raspaiische Reaktion). Der Farbstoffwird von den Öltropfen aufgenommen. Stärke ist sehr selten,die kleinen Mengen, die man in jungen Samen findet, vor-schwinden bei Beginn der Verdickung der Wand. Der Kristall-sand, der im jungen Endosperm sich fand, ist verschwunden,also verbraucht (Angew. Anatomie S. 112).

In der Mitte wird das ganze Endosperm von einemLängsspalt durchzogen (Fig. 6 u. 14, sp), der mit Quellgowebe(Angew. Anatomie S. 311) ausgefüllt ist und schon beim Lupen-bilde deutlich hervortritt. Das Quellgewebe besteht aus dünn-wandigen, plasmareichen, oft obliterierten oder verschleimtenZellen, die leicht in Wasser aufquellen und deren Wandnicht auf Cellulose reagiert. Es kommt hier dadurch zustände, dafs die Verdickung der Endospermzellen nicht biszur Endosperminitte fortschreitet, sondern kurz vor derselben