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bald aufgetrieben, bald verschmälert (Fig. 30, vergl. auchFig. 8 und 12). Sie führen in der frischen Droge ein farb-loses Ol, in älterer einen spröden bräunliehen Harzklumpenoder sind ganz leer und ihr Inhalt ist in die Membranen derbenachbarten Zellen übergetreten und hat diese mit einerbraunen Harzmasse inflltrirt, die selbst durch anhaltendesKochen mit Alkohol nicht daraus zu entfernen ist. Auchdort, wo der Kanal noch Harz oder Öl enthält, pflegt dieseInfiltration in die Membranen aller dem Kanal benachbartenZellen, besonders des Sezernierungsepithols, aber auch desübrigen Mosocarpes, eingetreten zu sein. Die Sezernierungszel-len der vittae sind meistens nicht deutlich zu erkennen. Diegesamte Masse derselben erscheint vielmehr wie ein dicker,brauner Ring, der den Kanal auskleidet. Bei günstigen Ob-jekten sieht man jedoch, dafs sie, in eine schmale Reihe an-geordnet, in grofser Anzahl den Kanal begrenzen. Sie sindmeist sehr klein und wenig vorgewölbt (see, Fig. 28). Im nichtvollständig reifen Samen erscheinen die Sekreträume alsschmale, stark tangentialgestreckto Spalten. Je mehr die Fruchtder Reife nahekommt, um so mehr nehmen sie, durch reichlichin ihnen auftretendes Öl auseinandergedehnt, eine ovale Form an.Sehr selten und stets nur die kleinsten sind rund. Die Sekret-räume sind fruchteigen, d. h. sie stehen mit dem System derSekretbehälter der Vegetationsorgane nicht in Verbindung. Siebesitzen Spindelform (Fig. 30) und ihre Länge entspricht ungefährder Länge der Frucht. Sie sind mit einer eigentümlichenAuskleidung versehen, die, zu der Gruppe der „Auskleidungender Intercellularen" gehörig, sich doch in einigen Punktenvon den typischen Bildungen jener unterscheidet, in den ge-wöhnliehen Lösungsmitteln aber auch in Schwefelsäure, Chrom-säure, Kalilauge, Chloroform, ja selbst in Schultzeschem Ge-misch auch in der Siedehitze unlöslich ist und aus einer nichtnäher bekannten Substanz besteht. Diese sackartigen Aus-kleidungen sind zudem oft durch Ausscheidungen der glei-chen Substanz gefächert (A, Fig. 26) und man kann sie sichaufs leichteste als gelbe, zusammenhängende Gebilde sichtbarmachen, wenn man die Schizocarpien mit Schultzeschem Ge-misch kocht und alsdann auf dem Objektträger vorsichtigmit der Nadel zerlegt (Fig. 30). Häufig zeigt die sehr sprödeHaut, die wir als Rest der „resinogenen Schicht" (S. 2) derKanäle aufzufassen haben, noch die Abdrücke der Zellen desSezernierungsepithels (vergl. Fig. 8, 12 und 13).
Die innerste Schicht der Fruchtschale (Endocarp oder innereEpidermis) wird von im Querschnitte breiten, tafelförmigen Zellengebildet, die, wie ein radialer Längsschnitt lehrt, sehr schmalund sehr flach, also von Tafelform sind (Fig. 29, qu). Auf Flä-chenschnitten oder in macerierten Präparaten sieht man dieseSchicht stets sehr deutlich und erkennt noch deutlieh dieUmrisse der Mutterzellen, aus denen durch Teilung 5—10(meist 8) schmale, nebeneinander liegende Zellchen entstanden.Diese Zellen schneiden die Ölkanäle (querzellenartig) imrechten Winkel (Fig. 26). Sie sind beim Fenchel schmälerund kürzer als beim Anis (vergl. Fig. 8 und 26). IhreBreite beträgt beim Fenchel 5 — 8, beim Anis 10—23 mik.Die Samenhaut (Samenschale) des mit der Fruchtschale
verwachsenen Samens besteht aus einer äufseren Reihe imQuerschnitte weiter, bräunlicher (Fig. 28, x) und mehrerenReihen kollabiorter Zellen (Nährschicht Fig. 28, N), letztereist oft zu einer braunen Zone obliteriert. In der frischenFrucht enthalten beide Schichten Chlorophyll, an der Com-missuralfläche sogar in mehreren Schichten, sonst nur vor-wiegend in der äufseren. An der Commissuralseite ist dieäufsere Schicht der Samenschale stark verbreitert und auszahlreichen Parenchymzellen aufgebaut, deren Wände einreichlich gegabeltes Netz von Verdickungsleisten zeigen. Indiese Zellschicht eingebettet liegt das Gefäfsbündel der Raphe,welches aus zahlreichen Notzleisten-Tracheen und Tracheidonund einem zarten Phlocmstrang mit deutlichen Siebröhren,sowie Libriformfasern besteht (Fig. 28, Ba). Das Gewebeum die Raphe ist bei der Droge oft geschwunden. An derCommissuralseite habe ich beim Fenchel bald gar kein, baldein, bald zwei Bündel (beim römischen Fenchel) gefunden.Dieselben liegen bald benachbart dem Carpophor, bald derCommissuralrippe mehr weniger genähert, oder waren gar mitdieser verschmolzen. Alle Bündel treten unten (vom Frucht-stiel) in die Basis der Früchte ein, eins der Bündel ent-sendet von oben her einen Ast in die Raphe. Die Zellen desgrofsen Endosperms sind dickwandig, gegen den centralenEmbryo oder die beim Keimen sich lösende Mittelzone (Quell-schicht Qs, Fig. 15) hin strahlig angeordnet und dicht mitAleuronkörnern und fettem Öl erfüllt. Die 1,5—7,5 mik grofsenAleuronkörner enthalten ein grofses oder mehrere kleine Glo-boido, bez. Kalkoxalatkristalle, letztere meist in Form runderDrusen (Fig. 32-34). Auch ein Zellkern ist deutlich (Fig. 31).Macht man succedane Querschnitte von der Spitze her, sotrifft man zuerst auf das in der Mitte des Endosperms liegendeWürzelchen, dann auf die beiden Kotyledonen. Alle weiterenSchnitte zeigen nur Endosperm, aus dem also die Hauptmassedes Samens besteht (Fig. 17).
Das Carpophor, dessen beide Schenkel man bei Schnitten,die etwas über der Mitte quer durch das Schizocarpium geführtsind, deutlich nebeneinander liegen sieht, besteht aus einemgrofsen centralen Strange sehr stark verdickter Zellen mitlinksschiefen Tüpfeln (Bastfasern), deren Lumen meist nurals feiner Punkt zu sehen ist (Fig. 28, cph). Ursprünglich demparenehymatischen Gewebe der Mittelwand (Trennungswand,Commissuralwand) der Schizocarpien eingebettet, lösen sich dieCarpophorschenkel zur Zeit der Fruchtreife aus diesem dadurchheraus, dafs das sie umgebende Parenchym obliteriert. Stetssind dieselben denn auch von einem Belege dünnwandiger, ge-streckter, obliterierter Zellen bedeckt (obl, Fig. 28). Das Ausein-anderweichen der Mericarpien selbst kommt ebenfalls durch eineObliteration zu stände. Zur Fruchtreife obliteriert nämlich dieMittelschicht der Trennungswand von oben nach unten und vonrechts nach links und die das ganze Schizocarp umgebende Epi-dermis (Ej», Fig. 28) zerreifst an den Commissuralrippen. Sokommt es denn, dafs bei den reifen Früchten der Droge an derCommissuralseite ein obliteriertes Gewebe liegt (obl, Fig. 28).Dort wo das Carpophor liegt, ist die Fruchtwand abweichendgebaut. Über einem Centralstrange dickwandiger, gestreckter