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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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sind oft verdickt und getüpfelt (Fig. 11). Commissuralbündelfehlen dem Anis. Das Carpophor besteht aus Bastzellen.

Die dem Samen anhaftende Samenhaut (Samenschale) be-steht zu äufserst aus einer Eeihe im Querschnitt quadratischer,in der Flächenansicht polyedrisch - isodiametrischer Zellen (x,Fig. 5 u. 14). Die innere Schicht (N, Fig. 14) wird von mehrerenReihen obliterierter Zellen gebildet und ist als (zusammen-gefallene) Nährschicht anzusprechen. Beide Schichten ent-stehen aus dem einzigen Integument des Ovulums. An derCommissuralfläche ist das Gewebe der Samenschale mehrschich-tig (Fig. 14). Dort verläuft ein an trachealen Elementen reichesRaphebündel (Ra, Fig. 4).

Das Bndosperm (Und, Fig. 5) besitzt den typischen Bau.Seine dickwandigen Zellen enthalten reichlich Aleuronkörnerund fettes Öl. Die gleichen Bestandteile führt der Embryo.Die 1,515 mik (meist ca. 6 mik) grofsen Aleuronkörner führenentweder kleine Globoide oder (die Mehrzahl) Kalkoxalatkristalle.Letztere sind meist Drusen mit einer kleinen centralen Luft-blase (Fig. 5 a), aber auch rhombische Tafeln kommen vor.Diese Kristalle kann man sich vortrefflich sichtbar machen,wenn man den durch Einlegen in Alkohol entfetteten Schnittin Chloralhydrat legt. Bei successiver Behandlung des ent-fetteten Schnittes mit Kali und Essigsäure bleiben sie alskorrodiertes Skelett zurück (Fig. 5b). Im Embryo sind dieAleuronkörner kleiner als im Endosperm, die dicken Mem-branen der Endospermzellen werden bei der Keimung resor-biert (Eeservecellulose). Im oberen Teile des Samens liegtder Keimling (Em, Fig. 2). Die Badicula ist nach oben (demMikropylarende des Ovulums zu) gerichtet, die Kotyledonen nach

unten. Letztere liegen nicht ganz aufeinander, sondern deckensich nur zur Hälfte (Fig. 15). Das rings um den Keimlingliegende und im Centrum des Endosperms liegende Gewebeist dünnwandig und verschleimt (Quellschicht). Durch dasselbewerden die Reservestoffe bei der Keimung dem Samen zuge-führt (Qs, Fig. 15).

Der Querschnitt durch den Frucht- oder Inflorescenz-stiel ist fast rund. Auf eine Epidermis, die eine deutlich ge-streifte und demgemäfs im Querschnitt wellige Kuticula besitzt,folgt eine dünne Rinde. Im Centrum liegt ein relativ mächtigerdreistrahliger Bastzellcylinder, der in seinen drei tiefen Ein-buchtungen je ein kleines Gefäfsbündel führt. Der Frucht-stiel ist also zugfest gebaut. Die zahlreichen deutlich links-schief getüpfelten Bastzellen haben keine spitzen, sonderngerade abgestutzte Enden.

Das Pulver.

Das Pulver des Anis ist durch drei Eigentümlichkeitenausgezeichnet und daran leicht zu erkennen: die ckarakteri-stischen kurzen, warzigen Härchen (oder deren Fragmente), diezahlreichen, bes. bei Anwendung des Polarisationsmikroskopesdeutlichen Kalkoxalatdrusen der Aleuronkörner mit ihrerkleinen, lufterfüllte n, daher schwarz erscheinenden Central-höhle und die sehr charakteristische, skierotisierte innere Epi-dermis der Fruchtschale an der mittleren Partie der Commis-sur. Auffallend ist auch die grofse Menge von Endosperm-fetzen und Fragmenten der Fruchtstiele. Die Bündel der Costaetreten ganz in den Hintergrund. Bei Behandeln mit Chloralsieht man die Fragmente der Yittabelege.

Eruct. foeniculi.

Fenchel, Fruit de Fenouil, Fennel fruit.

Die Schizocarpien des Fenchel (Foeniculum capilla-ce um Gilb.) zerfallen nur relativ schwer in die beiden Mericar-pien, daher findet man in der Droge noch oft die vollständige Teil-frucht samt ihrem Stiel. Die Schizocarpien des gewöhnlichen(deutschen) Fenchel sind 59 mm lang und 23 mm breit,im Querschnitt nahezu rund. Der römische Fenchel ist länger,bis 12 mm. Am stärksten treten die Costae beim römischenFenchel (Fig. 20), am wenigsten beim Puglieser (Fig. 21) hervor,der deutsche Fenchel (Fig. 19) hält die Mitte. An der Spitzejedes der Mericarpien sitzt der oft abgebrochene, nach aufsengebogene Griffel auf einem dicken Stylopodium (Griffelpolster).

Anatomisch gleicht der deutsche dem römischen Fenchel.Das Lupenbild des Querschnittes läfst sowohl die Costae wiedie interkostalen Valleculae mit den grofsen Ölbehältern deutlicherkennen (Fig. 1921). Das helle Samen-Endosperm hebt sichvon der peripherischen braunen Fruchtschale charakteristischab. Die Fruchtschale jedes der 2 Mericarpien besitzt 5 Costae.

In jeder dieser Costae liegt ein Bündelchen (Fig. 28),welches aus einigen, 4 6 mik breiten Spiral- (und Ring-)

Tracheen (Fig. 25, gf) und sehr schmalen (2 3 mik breiten),stark getüpfelten Tracheiden, einer oder mehreren, meist zweiGruppen zarter, in der Droge oft geschwundener Phloemele-mente ein Fall von Phloemspaltung durch Bastgruppen(Angew. Anatomie S. 297), in die beim römischen Fenchelbisweilen ein kleiner schizogener Ölbehälter eingebettet ist,der nicht fruchteigen ist, sondern mit den Stengelgängen inVerbindung zu stehen scheint, und einem breiten Streifenlinksschief getüpfelter Bastzellen (B, Fig. 28) gebildet wird.Rings um das Bündel, besonders reichlich an der Innenseitedesselben, liegen grofse Parenchymzellen mit netzleistenför-migen Verdickungen (Fig. 22 und 24), die auch die Haupt-masse des Mesocarps ausmachen. Sie gehen ganz allmählichin die Bastzellen über (Fig. 24). Die Zellen der Epidermissind nicht sehr stark verdickt, Spaltöffnungen selten (Fig. 23).In den interkostalen Thälchen oder valleculis liegen grofseovale Ölstriemen (vittae), die als intercellulare oder schizogeneSekretbehälter zu betrachten sind ( Vi, Fig. 28). Sie sind lang,aber (wie auch beim Anis) im Verlaufe nicht gleichbreit,