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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Pulver.

In Alkohol betrachtet, läfst das Senfpulver die charakte-ristischen Aleuronkörner in grofser Zahl erkennen. Läfst manalsdann Glycerin oder Chlorallösung zufliefsen, so tritt dasParenchym der Kotyledonen und der Eadicula und die Detailsder zu eckigen Fragmenten zertrümmerten braunen Samen-schale klar hervor.

Auf der gelbbraunen Sclereidenschicht (Fig. 13, sei) zeich-

net sich das grol'smaschige braune Netz der Grofszellschicht(gr) deutlich ab. Die Sclereiden sind schmäler als beimweifsen Senf. Da und dort sind Zellen der Ölschicht (kl) mitihrem charakteristischen Inhalte sichtbar und zahlreiche Öl-tropfen schwimmen im Präparate herum.

Der Samenkern wird mit Kali gelb, nicht orange (wiebeim weifsen Senf). Kalkoxalat, Stärke, Zucker, Gerbstoffefehlen ihm gänzlich.

Sarepta-Senf.

Die Samen von Brassica juncea Hook. fll. et Thoms.sind denen des schwarzen Senf sehr ähnlich. Sie besitzenauch eine ähnlich gebaute Samenschale. Die Sclereidenschichtbesteht auch hier aus verschieden hohen, radial gestrecktenSclereiden. Die kürzesten sind gedrungen und ziemlich dick-wandig. Sie zeigen im Querschnittsbilde der Samenschale anden Seitenwänden die gleichen kleinen Zacken wie die Scle-reiden des weifsen Senf. Die längsten Sclereiden sind schlank,alle im oberen Teile dünnwandig und unmittelbar unter derAnfangsstelle der dünnen Wandpartie mehr oder weniger wulstigverdickt. Ihre Farbe ist gelb. Im Flächenschnitt sieht manbei höchster Einstellung die isodiametrischen Querschnitte desdünnen, bei tieferer die ebenfalls fast isodiametrischen Quer-schnittsbilder des dickwandigen Teiles der Zellen, ähnlichwie beim schwarzen Senf. Der Durchmesser der Sclereidenbeträgt 1015 mik; dadurch schon unterscheidet sich derSareptasenf vom schwarzen. Die Aufsenwand der Sclereidenbesteht aus einer dicken Schleimmembran, in der tangentialeSpalten und Schichten sichtbar sind. Der Schleim quillt nurwenig. Einen cellulären Bau konnte ich in dieser Schichtbeim reifen Samen nicht wahrnehmen. Auch hebt sich beiZusatz von Quellungsmitteln die Kuticula in continuo davonab. Vielleicht hatte diese Schicht früher cellulären Bau unddie Trennungswände der Zellen verschleimten später. Da ent-wickelungsgeschichtlich brauchbares Material nicht vorlag,konnte die Frage nicht definitiv gelöst werden. Die Schleim-membran liegt beim trockenen Samen der Sclereidenschichtals zarte Haut fest auf. Auf die Sclereidenschicht folgt eineeinreihige Pigmentschicht und auf diese relativ grofse und

dünnwandigeKleber- bez. Ölzellen", zu innerst liegt dieobliterierte Nährschicht. Grofszellen fehlen. Der Samenkernist wie bei S. nigr. gebaut.

Betrachtet man die Samenschale von der Fläche, so sieht manauch hier wie beim schwarzen Senf, nur weniger deutlich, bei höch-ster Einstellung ein grofsmaschiges braunes Netz über den Sclerei-den. Es rührt dies daher, dass die Sclereiden in regelmäfsigenIntervallen höher und kürzer werden und so, da die Schleim-membran ihnen fest aufliegt, isodiametrische Mulden entstehen.Der Same zeigt denn auch dementsprechend, mit derLupe betrachtet, zierliche Punktierung.

Die grofsen globoidreichen Aleuronkörner von 715 mikLänge werden von einigen kleineren rundlichen begleitet.

Neben den Aleuron führenden Zellen findet man ziem-lich viele sog.Eiweifsschläuche" (s. oben).

Da der Sareptasenf von der Samenschale befreit wird,besteht das Pulver desselben nur aus dem zerkleinertenSamenkern Kotyledonen und Radicula. Man findet nurdie dünnwandigen Parenchymzellen und die Aleuronkörner.Präpariert man mit Alkohol vom Öl befreites Material in Al-kohol, so treten die letzteren sehr schön hervor, läfst mandann verdünnte Essigsäure hinzutreten, so bleiben (aufser denMembranfetzen) nur die Inhalte derEiweifsschläuche" übrig.Kleine Reste der Samenschale findet man übrigens stetsim Sareptasenfmehl.

Von Brassica Napus, der auf der Tafel der Ölpflanzenabgebildet wird, unterscheidet sich der schwarze Senf durchdie bei ihm viel schmäleren Sclereiden und die fehlendenstabförmigen Kleinkörner der Aleuronkörner.

Sem. erucae (Sinapis alb.).

Die Früchte von Sinapis alba L. unterscheiden sichdurch einen langen geflügelten Schnabel und reichliche Be-haarung (Fig. 17 und 18) von denen des schwarzen Senf.Die Haare haben eine fein warzige Kuticula (Fig. 19). Auchhier liegen die Samen entweder in einem oder in beidenFächern (Fig. 18).

Die campylotropen Samen haben 2 Integumente. Dasinnere ist erheblich dicker als das äussere. Beide führenreichlich Stärke.

Die Samen sind rund und gelblich und zeigen nur beiBetrachtung mit einer starken Lupe sehr zarte Punktierung;sie sind gröfser als die Samen des schwarzen Senf und 1,5 mgrschwer.

Im grofsen und ganzen ist der Bau der Samen desweifsen Senf von dem des schwarzen wesentlich nicht ver-schieden. In einigen Punkten weicht er jedoch ab.

Die Epidermis wird auch hier von einem Schleim epithelgebildet (Fig. 20, schle). Die Wandungen sind aber sehr vielmehr quellbar als beim schwarzen Senf. Unter Alkohol be-trachtet zeigen sie, von der Fläche betrachtet, eine sehr ver-schieden breite, stark lichtbrechendo helle Eandpartie und eineweniger stark lichtbrechende Mitte. Im Querschnitte erweisensie sich als schwach kegelförmig vorgestülpt; auch hier istdie hellere Randpartie deutlich, doch sieht man sie oftmalsgegen den Zellscheitel hin stark verdünnt, auch tritt hiereine hellere, deutlich radial gestreifte und gezonte Mittelpartie