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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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innerhalb der weniger lichtbrechenden Schicht und, gegendie Innenwand zu, das schmale Zelllumen hervor. Schich-tung ist allenthalben, in allen Schichten wahrzunehmen.Läfst man nun Wasser zufliefsen, so quellen die Schichtenalle sehr stark, doch scheint die unverletzte Zelle nicht ge-sprengt zu werden, vielmehr hält die primäre Membran (undaufsen die Kuticula) den Zellinhalt zusammen und wird nurstark gedehnt. Dort wo eine Sprengung der Aufsenmembranstattfindet, und dieselbe tritt wohl stets ein, wenn man ver-dünntes Kali einwirken läfst, kann entweder die Sprengungso erfolgen, dass der Inhalt kegelförmig hervortritt, oder aberdie primäre Membran an der Aufsenseite der Zelle dort, wodie Kuticula aufliegt, zerreifst und der Inhalt als breiterCylinder hervortritt. Wenn nun die stärker lichtbrechendeund stärker quellbare peripherische Zone an der Spitze derZelle dünner ist als an den Eändern, so wird bei Wasser-zutritt allerseits um diese Stelle herum die Quellung stärkersein als dort. Die Folge davon ist, dass, da die Quellungder Schichten sehr rasch vor sich geht und die mittlerePartie gegen die stärker quellbare Seite zurückbleibt, die Ku-ticula an der Spitze des Schleimcylinders trichterförmig ein-gefaltet erscheint. Der Schleimcylinder selbst zeigt prächtigeSchichtung und zarte, die Schichten rechtwinkelig schneidendeLängsstreifen. Von oben betrachtet, sieht man in der Mitteeine deutlich geschichtete helle Partie, dann folgt eine schmale,etwas weniger stärker lichtbrechende Zone und zu äufserst liegtwieder eine breite hellere. Die beiden äufseren Zonen sind vonsehr zahlreichen zarten, stark verkrümmten und verbogenen Tüpfel-kanälchen durchzogen und deutlich gezont (Fig. 20 und 21).

Die Breite der Schleimepithelzelien variiert zwischen 62und 90 mik. Der Membramschleim wird durch Jod-Schwefel-säure blau gefärbt, reagirt also wie die unechten Schleime,die bei Behandeln mit Salpetersäure keine Schleimsäure geben.

Unter dem Schleimepithel folgt eine im trockenen Samenstark zusammengefallene Doppelschicht (Unterschied vomschwarzen Senf) von weiten isodiametrischen Zellen mit collen-chymatisch verdickten Ecken (Fig. 20 und 21, gr). DieseSchicht, auf dem Flächenschnitt klar hervortretend, besitzt Zellen,deren Querdimensionen etwa denen der Schleimepithelzellengleich sind: ihre Breite beträgt im Durchschnitt 5570 mik, siesind also bisweilen etwas schmäler als das Schleimepithel. IhreMembranen sind dick. In den collenchymatischen Ecken findetsich meist ein kleiner Intercellularkanal (Fig. 20 und 21).

Die nun folgende Sclereidenscliicht (Fig. 20, sei)besteht aus nahezu gleich hohen, radial gestreckten Sclereiden,die an den Ansatzstellen der Eadialwände der darüber liegen-den Zellen kaum viel höher sind als in den dazwischenliegenden Teilen. Ihre Höhe beträgt etwa 2027 mik, ihrDurchmesser 413 mik. Die Wandung besitzt den gleichenBau wie bei den entsprechenden Zellen des schwarzen Senf,doch fehlt meist der Kingwulst am oberen Ende, und die Ver-

dickung wäre innen und an der Seite wenigstens bis

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der Höhe eine ganz gleichmäfsige, wenn nicht statt des Ring-wulstes zahlreiche schmale Ringleistchen ausgebildet würden.Dadurch erscheint die Seitenmembran der Sclereiden auf Sa-menquerschnitten fein gezackt (Fig. 20). Die Flächenansicht(Fig. 21, sei) ist die gleiche wie beim schwarzen Senf, nurtritt als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal der fast gänzlicheMangel eines in die Membran gelagerten Farbstoffes hervor.Die Zellen sind lichtgelblich gefärbt, die Sclereidenwand ist7 Lolzt. Auch in der nun folgenden Schicht der Pig-mentschicht des schwarzen Senf ist Farbstoff nicht vor-handen. Daher kommt es, dafs der weifse Senf eine licht-gelbliche Farbe besitzt. Die Ölschicht (Fig. 20 und 21) istwie beim schwarzen Senf gebaut, ebenso die Nährschicht, nurist diese breiter als bei jenem.

Trotz der sehr wesentlichen chemischen Differenzen istder Inhalt der Embryozellen (in Eadicula' und Kotyledonen)anatomisch von dem der gleichen Zellen des schwarzen Senfnicht verschieden: zahlreiche Aleuronkörner und fettes Olerfüllen die dünnwandigen Zellen. Der Bau der Samenschale,besonders die andere Färbung der Sclereidenschicht, reicht zurUnterscheidung beider auch in Pulverform völlig aus, und nurdann kommt man in Verlegenheit, wenn Pulver vorliegen, die ausgeschälten Senfsamen (die Schale löst sich leicht ab) bereitetwurden hier ist, wenn sich gar keine Schalenfragmentefinden, nur die chemische Prüfung mafsgebend und entscheidend.Mit Kali wird der Samenkern des weifsen Senf gelb,erwärmt man dann, so tritt eine gesättigte Orangefarbe hervor.Im Pulver des weifsen Senf findet man die helle Scle-reidenschicht, die collenchymatischen Grofszellen und Resteder Schleimzellen (Fig. 21) neben den Aleuronkörnern, Paren-chymfetzen und Öltropfen des Samenkerns auf den erstenBlick leicht auf. Auch Fetzen der sogenannten Kleberschichtsind deutlich. Die Sclereiden sind erheblich breiter als beimschwarzen Senf (siehe oben).

Tafel 5.

Fig.

( se m . Sin apis nigr.) Erklärung der Abbildungen.

1. Lupenbild des Samenquorsclmittes.

2. Same von aufsen, Lupenbild.

3. Querschnitt durch die Fracht, frs Fruchtschale, w Scheidewand.3 a. Samenknospe an der Anheftungsstolle.

4. Frucht nach dem Aufspringen.

5. Samenkern, lierauspräpariert.

6. Samenkern, die Plumula zeigend.

7. Diagramm der Blüte.810. Keimungsstadien.

11. Die beiden Integumente der Samenknospe, leg 1 u. 2 nacherfolgter Befruchtung, im Querschnitt.

12. Querschnitt durch die Randpartie der Samenschale.

Fig. 13. Flächenschnitt der Samenschale, die Schichten von aufsennach innen nebeneinander.

14. Querschnitt durch die Kadicula.

15. Querschnitt durch den Kotyledon, in der Mitte ein Prokam-biumstrang.

16. Zellen aus dem Kotyledon mit Aleuron.(Sem. sinapis alb.)

17. Frucht von Sinapis alb.

,, 18. Frucht von Sinapis alb., Längsschnitt.

19.. Haare der Fruchtschale.

20. Querschnitt durch die Randpartie des Samens.

,, 21. Flächenansicht der Samenschalenschichten.