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Apothekerstandes in naturwissenschaftlichen Kreisen und in deröffentlichen Meinung zu erhöhen. Da die Berufschemiker aus nahe-liegenden Gründen nur in grösseren Städten lohnende Beschäftigungfinden können, werden die diesbezüglichen Untersuchungen auf demLande und in den kleineren Städten nach wie vor in den Händender Apotheker liegen, und ist deshalb eine elementare Unterweisungin dieser Disziplin im pharmaceutischen Studienplan beizubehalten.Wie ich schon oben dargethan und auch bei anderer Gelegenheitausführlich begründet habe 1 ), ist seit dem Inkrafttreten der viertenAusgabe des Deutschen Arzneibuches ganz besonders Wert auf dieUntersuchungen der Arzneimittel zu legen. Diese erfordern nichtallein ein umfangreiches Wissen, sondern vor allem auch ein fakti-sches Können. Die Aneignung der hierzu erforderlichen experi-mentellen Geschicklichkeit und Erfahrung halte ich für so wichtig,dass dem gegenüber die Ausbildung in der gerichtlichen Analyse,so wünschenswert ich diese auch sonst halte, zurücktreten muss.Dass die sachgemässe Prüfung der Vegetabilien und Drogen um-fassende botanische und pharmakognostische Kenntnisse sowie dieBeherrschung der mikroskopischen Technik voraussetzt, darauf istschon wiederholt von berufener Seite hingewiesen worden.
Mit Recht ist ferner von F. A. Flückiger 2 ), Tb.. Poleck 3 ),Ernst Schmidt 4 ) u. A. darauf hingewiesen worden, dass es dieAufgabe des akademisch-pharmaceutischen Studiums ist, den Apo-theker zu einem leistungsfähigen Gliede des öffentlichen Sanitäts-dienstes zu erziehen. Als solches muss der Apotheker vor allem in. der Lage sein, einfache bakteriologische Untersuchungen zu diagnosti-schen und hygienischen Zwecken, wie sie in der Praxis vielfachvorkommen, auszuführen. Auch bin ich der Überzeugung, dass ge-wisse Zweige der Bakteriologie, deren Schwerpunkt auf chemischemGebiete liegt, wie z. B. die Desinfektionslehre, am besten durch die Mit-
1) Theodor Paul, Die chemischen Untersuohungsmethoden desDeutschen Arzneibuches. Bericht über die wissenschaftliche Thätigkeitdes vom 5. bis 15. August PJ01 an der Universität Tübingen abgehaltenenFortbildungskurses für Apotheker. Süddeutsche Apothekerzeitung' 1901,No. 83—95. Ein Spnderabdruck ist im Verlag von Franz Pietzcker inTübingen erschienen.
2) F. A. Flückiger, Der pbarmaceutische Unterricht in Deutschland.Archiv der Pharmacie, 3. Reihe, Bd. 23, Seite 321.
3) Theodor Poleck, Gutachten, die Reform der pharmaceutischenAusbildung betreffend. Auf Veranlassung der von dem Deutschen Apo-thekerverein zu diesem Zwecke niedergesetzten Kommission im Jahre 1879erstattet. Breslau, 1888.
4) 1. c.