Phanerogamen.
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förmigen Staubblättern, die mit gewöhnlichen Blättern keine Aehulichkeitmehr haben und Staubgefässe, auch Staubfäden, Stamina genanntwerden. Man unterscheidet an einem Staubgefässe den unteren, stielartigenTheil als Filament und den gipfelständigen, in welchem die vier Pollen-säcke sich befinden, als Anthere.. Die Pollensäcke sind gewöhnlich ein-ander paarweise genähert und jedes Paar bildet eine parallel der Achsedes Fadens gestreckte Wulst, die Theca genannt wird (Fig. 382).
Jede Theca öffnet sich in der Regel durch einen, beiden Pollensäckengemeinsamen Längsspalt, welcher der Scheidewand zwischen beiden folgt(Fig. 358 A). In seltenen Fällen, die theilweise in den FamiliendiagnosenBerücksichtigung finden werden, findet das Aufspringen anstatt durch Spalten,durch runde Poren oder durch Oeffnungen mit Klappen statt. Je nachdemdie Thecae der Bauch- oder Bückenseite der Anthere aufsitzen, wird letztereintrors oder extrors genannt.
Der beide Thecae verbindende Theil der Anthere heisst Connectiv.Er stellt meist nur eine dünne Gewebeplatte dar (Fig. 38T~e)y "zuweilen je-doch ist er mehr oder weniger auffallend ausgebildet, wie z. B. bei Salvia,wo er als stabförmiges Gebilde dem Gipfel des Fila-ments quer aufsitzt, oder bei den Veilchen und ver-schiedenen Ericaceen, wo er hornartige Anhängselentwickelt.
Die Pollenkörner der Angiospermen sind ver-schieden gestaltet, trocken und glatt in Windblüthen,mehr oder weniger klebrig oder stachelig in Insecten-blüthen. Sie sind zuweilen zu Tetraden oder zugrösseren Gruppen vereinigt (vgl. Fig. 359).
Das Androeceum ist meist freiblätterig. Es kommtjedoch vor, dass seine Glieder zu mehreren Bündeln,wie bei Hypericum, oder zu einer Röhre, wie beiOnords, oder zu einer Säule, wie bei Cucurbita, ver-eint sind. Die Verwachsung kann der ganzen Längenach stattfinden (z. B. Cucurbita), oder auf die Fila-mente (z. B. Malvaceen) beschränkt sein.
Aehnliche Gebilde wie durch Verwachsung könnenauch durch Verzweigung der Staubgefässe zu Stande
kommen. Es ist sogar vielfach nur auf Grund vergleichender Studien möglichzu entscheiden, ob der eine oder der andere Fall vorliegt. Allerdingsist zuweilen die Verzweigung dadurch gekennzeichnet, dass die Antherenje nur eine Theca besitzen und dem entsprechend gleichsam halbirt erscheinen.Unzweifelhafte Beispiele von Verzweigung bieten uns u. A. die Blüthen vonRicinus, deren Staubgefässe baumartig verästelt sind, und diejenigen derMalvaceen, wo sie unterwärts verwachsen, oberwärts gespalten sind (Fig. 383).
Das Androeceum entspringt entweder direct von der Blüthenachse oderist an seiner Basis der Krone angewachsen.
Der Art der Insertion des Androeceum Avurde früher eine grosse systema-tische Wichtigkeit zugeschrieben. Man unterschied Thalamifloren, Corolli-floren oder Calycifloren, je nachdem die Staubgefässe dem Blüthenboden,der Krone oder dem Kelche entspringen. Calycifloren giebt es thatsächlich über-haupt nicht, da in solchen Fällen der vermeintliche Kelch die erbreiterte Blüthen-achse ist.
Als Staminodion bezeichnet man sterile Glieder des Androeceum,welche keinen Pollen erzeugen und entweder verkümmert und functionslossind (z. B. Linum), oder als kronblattartige Gebilde Lockorgane darstellen
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Fig. 3S2. Staubgefässevon Hyoscyamus niger.A von vorne. B von hin-ten, /'dasFilament, edasConnectiv, p die Theca.Vergr.