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Schimper:
wie aus Obigem hervorgeht, nicht umgekehrt geschlossen werden, dass eineunscheinbar blühende Pflanze nicht zu den Angiospermen gehören kann.
l)ie Gliederung der Angiospermenblüthep). Die Angiospermenhaben im Gegensatz zu den Gymnospermen, der grossen Mehrzahl nachcyclisch gebaute, zwitterige, mit Perianth versehene Bliithen. Das Perianthbesteht in den meisten Fällen aus zwei Quirlen von ungleichem Aussehen,die als Kelch und als Corolle oder Krone unterschieden werden.
Dem Kelch (Fig. 382 k), dem äusseren Quirl des Perianths, kommt inder Regel die Rolle eines Schutzorgans für die in Entwicklung begriffeneninneren Glieder der jungen Blüthe zu. Die Kelchblätter, auch Sepala ge-nannt, werden dem entsprechend früh ausgebildet und gleichen in Farbeund Beschaffenheit dem Laube, da es für die junge Blüthe von keinemVortheil, sogar unter Umständen von Nachtheil sein kann, wenn sie vonWeitem sichtbar ist.
Im Gegensatz zum Kelch ist die Krone (Fig. 382 c), an ihrer Ober-seite wenigstens, von nicht grüner, oft lebhafter Farbe, so dass sie sichschon in der Ferne deutlich vom grünen Laube abhebt. In der Knospegeschlossen, vom Kelche verdeckt oder grün, kommt die Krone, erst wenndie Geschlechtsproducte den Zustand der Reife erreicht haben und der Hülfevon Insecten bedürfen, zu voller Ausbildung und Geltung. Dieser Zustandwird durch das Oeffnen der Blüthe, die Anthese, bezeichnet. Die Kronesteht nicht bloss durch ihre Farbe, sondern, wie im physiologischen Ab-schnitt dieses Buches an einzelnen Beispielen dargelegt ist Iß. 245 u. f.), häufigauch durch ihre Gestalt im Dienste der Bestäubung. Die Kronblätterwerden auch Petala genannt. Ihre Anordnung in der Knospe (Aestivation.vgl. S. 30) ist von systematischem Werthe.
Ein doppeltes, aus grünem Kelche und nicht grüner Krone bestehendesPerianth kommt der Mehrzahl der Angiospermen-BlUthen zu. Es giebt je-doch Ausnahmen von dieser Regel. So kommen Blüthen mit einfachemPerianth vor, auch sind die beiden Quirle eines doppelten Perianths manch-mal einander ganz ähnlich. Man spricht in solchen Fällen von einemPerigon und nennt dasselbe kelchartig, calycinisch, wenn es grün oderdoch unscheinbar ist, wie bei der Brennnessel, kronartig, corollinisch, wennes ansehnlich und lebhaft gefärbt ist, wie die einfache BlUthenhülle vonClematis und die doppelte von Colchicum oder Crocns. Die Perigonblätterheissen auch Tepal a,
Als weitere Ausnahme von der Regel sei der seltene Fall erwähnt,dass der Kelch in lebhafter Farbe prangt, während die Krone unscheinbarist, wie bei Aconitum.
Die Perianthquirlc können aus freien oder aus verwachsenen Blätternbestehen. Man nennt sie im ersten Falle freiblätterig (auch chorisepalbezw. choripetal, dialysepal, dialypetal), im zweiten verwachsen-blätterig (auch gamosepal, gamopetal, sympetal). Der obere Randeines verwachsenblätterigen Perianthquirls ist in der Regel in ebenso vieleLappen zertheilt, als Blätter in seine Bildung aufgegangen sind.
Der Ausdruck „verwachsenblätterig" ist, Mitogenetisch wenigstens, nicht sozu verstellen, als wären ursprünglich freie Blätter nachträglich mit einander ver-eint worden; vielmehr erhebt sich bei seiner Entstehung das ungetheilte Stückeines solchen Perianthquirls als ungegliederter Wall aus der Blüthenackse.
Mit Perianth versehene Blüthen nennt man auch behüllt. Perianth-lose, nackte Blüthen sind unter den Angiospermen selten (z. B. Carex, Eu-phorbia, Piperaceen etc.).
Das Androeceum besteht bei den meisten Angiospermen aus faden-