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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Schimper:

(z. B. Zingiberaceen). Phylogenetisch sind sie als Abkömmlinge normalerStaubgefässe zu betrachten.

Das Gynoeceum nimmt stets den Gipfel der Blüthenachse ein. Esist entweder freiblätterig, apocarp (Fig. 384 A), oder verwachsenblätterig-,syncarp (B, C). Im ersteren Falle sind die Ränder der einzelnen Frucht-blätter derart mit einander verwachsen, dass aus jedem ein besonderes,rings geschlossenes Gehäuse, ein Fruchtknoten, sich bildet. Die Frucht-blätter eines syncarpen Gynoeceum bilden hingegen einen gemeinsamenFruchtknoten, welcher mehrfächerig ist, wenn ihre Ränder bis zur Achseeingebogen sind, einfächerig, wenn die Biegung der Ränder unterbleibt oderschwach ist.

Die von den eingebogenen und verwachsenen Carpellrändern gebil-deten Scheidewände eines mehrfächerigen Fruchtknotens werden alsechte den falschen gegenübergestellt, die in seltenen Fällen, z. B. beiden Labiaten, aus den Mitteltheilen der Fruchtblätter als Wucherung her-vorgehen.

d-

Fig. 383. Althaea ofneinalis.

L ängsdurchschnittene Blüthe.

d das Androeceum. Yergr.

(Nach Berg und Schmidt.)

Fig. 384. Verschiedene Formen des Gynoeceum. A vonAconitum Napellus. B von Linum usitatissimum. C vonNicotiana rustica, D Griffel und Narbe von AchilleaMillefolium. /' Fruchtknoten, g Griffel, n Narbe. Vergr.(Nach Berg und Schmidt.)

Der Fruchtknoten setzt sich nach oben in den halsartigen Griffeloder Stylus fort, dessen Gipfel sich zu der verschieden gestalteten Narbe(Stigma) erweitert. Das aus Fruchtknoten, Griffel und Narbe bestehendeGebilde wird Pistill, Stempel, genannt.

Ein völlig syncarpes Gynoeceum besitzt nur einen Fruchtknoten undeine Narbe (Fig. 384 C). Die Verwachsung kann aber auf den Basaltheilbeschränkt sein, derart, dass ein Fruchtknoten ebenso viele getrennte Griffeloder ein Griffel ebenso viele getrennte Narben trägt, als Carpelle unterwärtsvereint sind (Fig. 384 B, D). Der entgegengesetzte Fall, Verwachsung deroberen, nicht der unteren Carpellthcile, zeigt sich nur bei den Apocy naceenund Asclepiadaceen.

Der Griffel zeigt mannichfache Unterschiede seiner Länge und Dicke.Er ist z. B. lang und fadenförmig bei Crocus, kurz und dick bei Tulipa.Sein axiler Theil ist entweder von einem luftführenden Canal durchzogenoder von sehr lockerem Parenchym eingenommen. Die Narbe ist je nachdem Einzelfalle scheibenförmig, ellipsoidisch, kopfförmig, gabelig, selten,wie bei Iris, corollinisch. In der Regel ist ihre Oberfläche sammetartigpapillös und feucht, klebrig.

Die Samenanlagen sind im Fruchtknoten eingeschlossen. Sie ent-springen in der Regel aus den Randtheilen der Carpelle und sind dem ent-