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Sehende:
zweigten Lappen bestehenden Thallus auf, welcher an seiner Basis oderan seiner Unterseite mittels Rhizoiden festgeheftet ist, und wiederholen so-mit den vegetativen Aufbau mancher Algen (vgl. Fig. 8 mit 10 S. 9und 10). Bei anderen Lebermoosen und bei allen Laubmoosen dagegenist eine scharfe Gliederung in Stengel und Blätter durchgeführt (Fig. 326),dagegen sind noch keine echten, aus Gewebe bestehenden Wurzeln vor-handen, deren Stelle überall Rhizoiden, also verzweigte farblose Zellfäden,die hauptsächlich die Function der Befestigung der Pflanze verrichten, ein-nehmen. In diesem Punkte unterscheiden sich die Bryophyten wesentlichvon den mit echten Wurzeln ausgestatteten Pteridophyten. Auch sind dieMoosstämmchen und Blätter von einfacher anatomischer Structur, sie werden,wenn überhaupt, nur von sehr einfachen, aus gestreckten Zellen gebildetenLeitbündeln durchzogen. Die fertig entwickelte geschlechtliche Generationerzeugt die Sexualorgane, die in der Regel zu mehreren, bei thalloidenFormen dem Rücken des Thallus entspringen, bei cormophyten auf denScheitel des Stämmchens oder dessen Aeste rücken (Fig. 314).
Aus der befruchteten Eizelle (Fig. 312 C) geht durch Theilung ein viel-zelliger Embryo hervor, welcher heranwächst und die zweite oder unge-schlechtliche Generation, die von dem Sporogon oder der gestieltenMooskapsel vorgestellt wird, liefert. Das Sporogon besteht aus einemmeist rundlichen oder ovalen kapselartigen Sporenbehälter, in dessen inneremGewebe die zahlreichen einzelligen Sporen erzeugt werden, die bei der Reifeaus der sich öffnenden Kapsel entleert werden. Allgemein entstehen dieSporen bei den Bryophyten wie auch bei allen Pteridophyten zu 4, inTetraden, durch zweimalige Theilung aus den Sporenmutterzellen, welchesich vorher von einander loslösen und abrunden und den eigentlichen Aus-gangspunkt der geschlechtlichen Generation vorstellen. Die Sporenkapselsitzt meist auf einem kürzeren oder längeren Stiel, dessen unteres Ende,der sogen. Fuss, in dem erweiterten Archegoniumbauch stecken bleibt undvon dem unterliegenden Gewebe scheidenartig überwuchert wird, daher indasselbe eingesenkt erscheint. Obwohl also das Sporogon eine besondereGeneration der Moospflanze darstellt, bleibt es zeitlebens mit der anderenGeneration verbunden und bezieht von dieser zum Theil die zu seiner Ent-wicklung nöthigen Substanzen.
Die beiden scharf geschiedenen Klassen der Bryophyten charakterisirensich kurz folgendermaassen:
1. Hepaticae, Lebermoose. Geschlechtliche Generation mit schwach ent-wickeltem und meist nicht scharf abgesetztem Protonema, ist entweder alsgabeltheiliger Thallus oder als beblätterter, mit einigen wenigen Ausnahmendorsiventraler Stengel ausgebildet. Der Sporenbehälter erzeugt bei denmeisten ausser den Sporen auch Elatercn d. h. sterile Zellen, welche in dentypischen Fällen zu langen mit spiraligen Verdickungsleisten versehenenZellen auswachsen (Fig. 318 F), anfangs die Stoffzufuhr zu den sporogenenZellen vermitteln und bei der Reife und nach dem Oeffnen der Kapsel zurAuflockerung oder zum Wegschleudern der Sporen dienen. Nur bei einerOrdnung, den Anthocerotaceen, wird in der Kapsel eine Columella, d. h. einaxiler Körper aus sterilen Zellen, welcher ebenfalls die Stoffzufuhr zu densich entwickelnden Sporen besorgt, ausgebildet.
2. Musci, Laubmoose. Vorkeim der geschlechtlichen Generation meistkräftig entwickelt, scharf abgesetzt, Pflanze stets in Stengel und Blätter ge-gliedert. Die Blätter in spiralig mehrzelliger, seltener in zweizeiliger An-ordnung, Stengel also poly- oder bisymmetrisch beblättert. Sporenbehälterstets ohne Elateren, aber mit Columella, welche nur bei einer Gattung fehlt.