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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Physiologie.

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Si, Ka, Na, Ca, Mg und Fe. Wie das bloss gelegentliche Vorkommen undFehlen vieler Elemente schon andeutet, sind nicht alle die in Pflanzen auf-gefundenen Grundstoffe auch durchaus nothwendig für die Ernährung; ihreAnwesenheit vermag wohl zuweilen einzelne Eigenschaften der Pflanzen zuverändern (stark zinkhaltiger Boden trägt sogen. Galmeivarietäten, wieThlaspi alpestre var. calarninare, Viola lutea var. calaminaria u. a.;, nichtaber über die ganze Existenzfähigkeit zu entscheiden.

Die eigentlichen Nährstoffe. Die chemische Analyse, welche unsalle die in Pflanzen überhaupt vorkommenden Stoffe vorführt, klärt uns alsokeineswegs auch darüber auf, ob dieselben für die Ernährung nothwendigsind oder nicht. Nur sorgfältige Culturversuche mit chemisch controllirtenNährböden können darüber Auskunft geben, und durch derartige künstlicheErnährungen von Pflanzen ist es erwiesen, dass ausser den, die verbrennlicheTrockensubstanz vornehmlich bildenden Elementen Kohlenstoff, Wasser-stoff, Sauerstoff, Stickstoff, noch die Elemente Schwefel, Phosphor,Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen im Allgemeinen allen höherenPflanzen durchaus unentbehrlich sind, so dass keine normale Ent-wickelung möglich ist, wenn auch nur eines dieser Elemente fehlt.

Pilze begnügen sieh nach Molisci-i mit 9 dieser Elemente; es ist aber nichtetwa das Eisen, welches denselben entbehrlich ist, sondern der Kalk. Anderer-seits geniigen die genannten zehn Grundstoffe vollkommen, um die meisten grünenPflanzen ausreichend zu ernähren, wenn es auch nicht zu verkennen ist, dassgewisse andere Stoffe und Stoffgemische der Pflanze nützlich und zu ihrem Ge-deihen förderlich werden können, ohne gerade unentbehrlich zu sein. So ge-deihen viele Pflanzen, z. B. der Buchweizen, besser, wenn ihnen Chloride zurVerfügung stehen, und die Kieselsäure wirkt u. a. in hohem Grade nützlichdurch die Widerstandsfähigkeit, welche sie den Geweben verleiht. Auch hatman gefunden, dass die Gegenwart gewisser, an sieh nicht werthvoller Stoffe aufdie Aufnahme der echten Nährstoffe oft fördernd, gleichsam appetitanregend, ein-wirkt (vgl. S. 147). Sogar bei den sehr giftigen Kupfersalzen hat man neuer-dings die Erfahrung gemacht, dass sie, wenn in Berührung mit Blättern gebracht'wie beim Bespritzen der Pflanzen mit Bordeaux-Brühe gegen Schädlinge), derenChlorophyllgehalt, Assimilation, Transpiration und Lebensdauer günstig beein-flussen ■•">'!. Auch andere Gifte fördern in minimalen Dosen oft das Gedeihen.

Die Nährstoffe werden natürlich nicht als Elemente, sondern grössten-teils in chemischen Bindungen von den Pflanzen aufgenommen. Derwichtigste Bestandtheil, welcher die Grundlage jeder organischen Substanzbildet, der Kohlenstoff, entstammt bei grünen Pflanzen lediglich derKohlensäure der Luft und wird vornehmlich durch die Blätter aufgenommen,ßie anderen Stoffe werden fast sämmtlich durch die Wurzeln dem Bodenentzogen. Der Wasserstoff ist mit Sauerstoff im Wasser geboten, derSauerstoff ausserdem frei in der Atmosphäre und gebunden in vielenSalzen und Oxyden. Der Stickstoff wird von höheren Pflanzen nur in( ' e i* gebundenen Form, zumeist in Gestalt von salpetersauren Salzen oderAmmoniaksalzen, von gewissen Pilzen und Carnivoren aber auch in Formyon Pepton, Amiden, selbst von Harnstoff, aufgenommen. Da das durchBoden-öaeterien aus organischen Abfallstoffen gebildete Ammoniak aber mit Hülfefler sogen. ,, nitrificirenden" Bodenbacterien (Nitrit- und Nitratbacterien,^tutzer's Nitromicrobium) im gut durchlüfteten Boden in salpetrigsaure undschliesslich salpetersaure Verbindungen übergeführt wird, so kommt für diePflanzen zumeist nur der in Nitraten gebundene Stickstoff in Betrachte 5 ).

Bacterien sind überhaupt durch besondere, von denen der höheren Gewächseabweichende Beziehungen zum Stickstoff ausgezeichnet. Ausser den oben ge-

Strasbnrge r, Lehrtuch der Botanik. 4. Aufl. H)