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Noll:
nannten, durch ihre Nitrifikation den grünen Pflanzen nützlichen Bodenbacterienkommen andere vor, welche Stickstoff mit Hülfe der Verarbeitung organischerKohlenstoffverbindungen aus seinen Verbindungen befreien und ihn damit für dieErnährung der grünen Pflanzen unbrauchbar machen. Umgekehrt vermögen andereBacterienformen (z. B. Clostridium Pasteurianum) wieder den freien Stickstoffder Atmosphäre zu binden und ihn in solche Bindungen überzuführen, welchenicht nur ihnen selbst, sondern auch höheren Pflanzen unmittelbar als Stickstoff-nahrung dienen können. Diese bemerkenswerthe Eigenschaft von Bacterien hatzu einer Lebensgemeinschaft (Symbiose, derselben mit höheren Pflanzen (Legu-minosen) geführt, bei welcher der Spaltpilz an diehöhere Pflanze assimilirbare Stickstoffverbindungen,diese an den Spaltpilz dagegen organische Kohlen-stoffverbindungen abgiebt, welche letzterer wiederumsich nicht herzustellen vermag. (Vgl. S. 1S2 undFig. 187.)
Schwefel und Phosphor bilden, ebensowie der Stickstoff, wichtige Bestandteile des Pro-toplasmas. Sämmtliche Proteinsubstanzen enthal-ten Schwefel. Der Schwefel findet im Allgemeinenmit schwefelsauren Salzen, der von den Pflanzennoch reichlicher aufgenommene Phosphor mitphosphorsauren Salzen Eingang in die Pflanze.Kali, im Gegensatz zu Natron ganz unentbehrlichzum Leben der Pflanze und, wie man glaubt, beider Assimilation und bei den Synthesen derPlasmakörper hervorragend betheiligt, wird eben-falls in Form von Salzen und zwar bis zu 3, 4und 5 % des Trockengewichtes eingeführt. DieMagnesia, wie das Kali bei den wichtigstenSynthesen mitwirkend, findet sich, an verschie-dene Säuren gebunden, vornehmlich in Reserve-stoffbehältern (in Samen bis 2 % ) und an denVegetationspunkten (in Blättern nur bis x ji%'-Auch der Kalk wird in Gestalt seiner viel-verbreiteten Salze aufgenommen und zwar insehr erheblichen Mengen (2—8 %). Er spielt imStoffwechsel der grünen Pflanze eine wichtigeRolle, wohl keine so unmittelbare bei der Ent-stehung der plasmatischen Körper, sicher aberals Transportmittel und Bindungsmittel fürschädliche Nebenproducte des Stoffwechsels( 7 ).Das Eisen ist in allen Pflanzen, oft nur insehr geringen Mengen, enthalten, ist aber trotz-dem von der grössten Bedeutung, u. a. auchfür die Bildung des Chlorophylls.f^Die künstliche Ernährungsweise, welche vor allen anderen geeignet istüber den Nährwerth eines Stoffes Aufschluss zu geben, ist die Methode derWassercultur (Fig. 172). Bei dieser Cultur zieht man die Pflanzen ausSamen oder kleinsten Stecklingen und lässt das Wurzelsystem statt in Erdesich in Wasser entwickeln. Dem benutzten destillirten Wasser fügt mandie Nährsalze in chemisch reinem Zustande bei. Sind alle Nährsalze indem Wasser geboten, dann entwickeln sich darin auch Landpflanzen, z. B.Mais, Bohnen, Getreide, zu voller Kraft und machen den ganzen Ent-
Fig. 172. Buchweizen (Fagopy-mm csculentum) inWassercultur.I in Nährlösung, welche Kalienthält, II in Nährlösung ohneKali. [Verkleinert, nach Nobbe.